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Faire Entscheidung oder ungerecht gegenüber Paaren ohne Kinder und Alleinstehende, die Hartz IV empfangen? Die Stadt Weiden hat sich entschieden, künftig nur noch Kindern von Leistungsbeziehern Weihnachtsgeld zu zahlen. Alle übrigen Hartz-IV-Empfänger gehen leer aus.

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Stadt Weiden kürzt Weihnachtsgeld

Dass Hartz-IV-Empfänger Weihnachtsgeld erhalten, ist eine freiwillige Entscheidung der Städte. Die Stadt Weiden hat sich bislang für die Zahlung von Weihnachtsgeld ausgesprochen und Einzelpersonen 20 Euro und Familien ab zwei Personen 40 Euro zusätzlich ausgezahlt, wenn sie Leistungsbezieher des Arbeitslosengeldes II waren. Nun soll damit Schluss sein. In Zukunft zahlt die Stadt Weiden nur noch Kindern Weihnachtsgeld in Höhe von 25 Euro, wenn deren Eltern Hartz IV beziehen.

Wer von der Entscheidung der Stadt Weiden profitiert? Ganz eindeutig Familien mit vielen Kindern. Paare, die (noch) keinen Nachwuchs haben, und Alleinstehende gehen hingegen leer aus und erhalten keine zusätzliche Unterstützung zur Weihnachtszeit. Obwohl diese sicherlich auch Mehrausgaben im Dezember haben.

Denn nicht nur Geschenke belasten die Haushaltskasse. Auch lassen sich zum Beispiel viele Versicherungen zum Jahresende den Versicherungsbeitrag bezahlen.

„Weihnachten ist vor allem ein Fest für Kinder“

So erklärte Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann den Entschluss der Stadt Weiden, künftig nur noch Familien mit Kindern Weihnachtsgeld zu zahlen. In 2016 konnten 1080 bedürftige Mädchen und Jungen von den freiwilligen Leistungen der Stadt profitieren.

Diese zahlte hierfür – nicht nur für das Weihnachtsgeld – 27.000 Euro. Weniger als in 2015: Da waren es noch 35.000 Euro für freiwillige Leistungen für Bedürftige.

Weihnachtsgeld von Arbeitnehmern deutlich höher

Grundsätzlich ist es sehr positiv zu betrachten, wenn Städte und Kommunen ihren Hartz-IV-Empfängern zur Weihnachtszeit eine Finanzspritze bieten. Zumal rund jeder zweite Arbeitnehmer von mehr Gehalt im Dezember profitiert. Mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer in Deutschland bezieht ein sogenanntes 13. Gehalt. Auch diese Sonderzahlung ist freiwillig. Sie ist aber in der Regel deutlich höher als das Weihnachtsgeld für Hartz-IV-Familien.

Im Durchschnitt kann man von 50 Prozent ausgehen, die im Dezember mehr auf dem Gehaltszettel stehen. In einigen Branchen – unter andere die Chemieindustrie, Banken und Versicherungen – sind Weihnachtsgehälter zwischen 80 und 100 Prozent mehr keine Seltenheit. Sie können mit diesem Geld Geschenke kaufen und die Wirtschaft ankurbeln sowie am gesellschaftlichen Leben in der Weihnachtszeit teilnehmen.

Die Linke fordert Weihnachtsgeld für alle Hartz-IV-Empfänger

Leistungsbeziehern von Arbeitslosengeld II oder anderen Sozialleistungen können dies in der Regel nicht. Die Linke fordert daher, dass jeder Hartz-IV-Empfänger von Weihnachtsgeld profitieren soll. Katja Kipping, Parteivorsitzende, fordert ein Weihnachtsgeld mindestens in der Höhe von 50 % des Regelsatzes 1. Das würde im Jahr 2017 rund 200 Euro ausmachen, die im Dezember zusätzlich zur Verfügung stünden.

Nicht nur für Familien mit Kindern, sondern für alle Leistungsbezieher. Ob diese Forderung tatsächlich diskutiert und umgesetzt wird, bleibt nun abzuwarten!

Bildquelle: © Sunny studio – Fotolia.com

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