Um als Buchkritiker zu arbeiten, ist die Grundvoraussetzung, Interesse an Literatur. Es mag viele Nebenjobs geben, die man allein um Geld zu verdienen ausführen kann, auch wenn die Materie gänzlich uninteressant ist. Als Buchkritiker ist das anders. Wer ein guter Kritiker werden möchte und dementsprechend gefragt sein und bezahlt werden möchte, dem muss seine Arbeit Spaß machen. Ein Faible für Literatur ist also eine zwingende Voraussetzung. Diese Anforderung geht einher mit einem profunden literarischen Grundwissen. Wer Bücher kritisieren will, der muss sich mit Genres und Epochen auskennen. Außerdem ist es hilfreich, die biographischen Hintergründe eines Autors zu kennen, genauso wie seine vorherigen Werke. Denn ein Buchkritiker sollte nicht nur seine subjektiven Eindrücke – also ob ihm das Buch gefallen hat oder nicht – darstellen. Vielmehr sollen Buchkritiken anderen Lesern die Einschätzung eines Werkes erleichtern und ihnen schildern, was sie von dem Buch erwarten können.

Genauso wichtig wie die guten Gedanken zu einem Buch ist es für den Buchkritiker, diese Gedanken angemessen zu präsentieren. Ein Buchkritiker sollte also selbst gerne schreiben. Dabei darf er sich selbst allerdings nicht als Künstler missverstehen. Seine Texte werden daran gemessen, ob sie informativ und gut zu lesen sind. Dafür ist es nötig, sich einer präzisen und schnörkellosen Sprache zu bedienen.

Es bleibt die Frage, wie man mit Buchkritiken Geld verdienen kann. Natürlich ist es möglich, die eigenen Kritiken z.B. bei Amazon oder anderen Online-Buchläden einzustellen, aber dafür bekommt man im Regelfall kein Geld. Solange man kein literatur- oder sprachwissenschaftliches Studium absolviert hat, wird auch die Festanstellung in einem Verlag oder bei einer Zeitung schwierig werden.

Die beste Möglichkeit ist die Arbeit als freiberuflicher Buchkritiker. Dabei tritt man in Kontakt mit Redaktionen von Online- und Printmedien. Diese sollten über eine Literatur- oder Feuilleton-Rubrik verfügen. Nachdem Schreibproben abgegeben wurden, kann man in den Kreis der freien Mitarbeiter aufgenommen werden. Dieses Beschäftigungsverhältnis funktioniert von beiden Seiten. Einerseits kann die Redaktion bei dem Buchkritiker anfragen, ob er einen Auftrag zu Kritik eines bestimmten Buches annehmen möchte. Andererseits kann der Buchkritiker eine Kritik zu einem Buch verfassen und diese dann der Redaktion anbieten. Es ist in jedem Falle empfehlenswert, mit mehreren Redaktionen in Kontakt zu stehen.

In den meisten Fällen handelt es sich bei der Arbeit als Buchkritiker um eine Form der Heimarbeit. Ist das zu kritisierende Buch erworben, kann es auch schon losgehen. Es empfiehlt sich eine mehrmalige Lektüre. Diese kann überall stattfinden – am heimischen Schreibtisch, auf dem Sofa, in der Badewanne oder auf einer Zugfahrt. Allerdings darf der Zeitdruck, unter dem freie Mitarbeiter zum Teil stehen, nicht unterschätzt werden. Knappe Deadlines sind im Mediengeschäft normal und müssen auch von freien Mitarbeitern eingehalten werden.

Die Vergütung kann auf verschiedene Arten passieren: Eine Bezahlung nach Arbeitsstunden ist genauso möglich wie eine nach Anzahl der geschriebenen Worte. Außerdem ist auch eine Pauschale für den gesamten Text möglich, die vorab zwischen Redaktion und Buchkritiker vereinbart wird.

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