Klar: Falsche Entscheidungen sind ärgerlich. Noch ärgerlicher ist es, wenn man nichts draus lernt und sich immer wieder erneut Vorwürfe machen muss. Mit den folgenden wissenschaftlichen Tipps lassen sich fatale Fehlentscheidungen zu einem Teil minimieren! Hier kommen drei Tricks, mit denen Ihr Gehirn Sie ständig versucht hinters Licht zu führen. Wenn Sie die Tricks allerdings kennen, werden Sie beim nächsten Mal nicht so einfach drauf reinfallen…

Fehlentscheidungen gehören leider dazu

Fehlentscheidungen sind äußerst unangenehm. Und dennoch gehören Sie zum Leben dazu. Was würde man nur dafür geben, wenn man seine Entscheidungen von vornherein richtig treffen könnte? Dadurch könnte man teilweise große Fehler umgehen. Der falsche Job, zu wenig Gehalt, der falsche Karriereweg oder private Zwickmühlen…

Die Angst vor Fehlern bremst den Fortschritt

Wenn wir im Leben vorankommen möchten, dann ist Voranschreiten das große Stichwort. Allerdings ist es oft genug alles andere als einfach, den nächsten Schritt zu tun. Gerade dann, wenn dieser Schritt mit Veränderung oder neuen Herausforderungen verbunden ist. Stellen Sie sich vor, Sie möchten Ihren Job unbedingt wechseln. Sie halten es auf Arbeit einfach kaum noch aus, und denken während Ihrer Arbeitszeit an nichts anderes als an den Feierabend und träumen insgeheim von einem andern Beruf.

Was einen letztendlich davon abhält, seinen Job an den Nagel zu hängen und sich etwas Neues zu suchen, ist die Angst davor, keinen entsprechenden Job zu bekommen und plötzlich ohne etwas dazustehen.

Es ist die große Angst vor einer Fehlentscheidung. Diese Angst bremst uns in nahezu allen Lebensbereichen, in denen wir uns größere Veränderungen wünschen. Diese Angst wird man vermutlich nicht so schnell in den Griff bekommen. Denn sie hat einen völlig natürlichen Ursprung.

Möchten Sie von Zuhause aus Geld verdienen?

Fehlentscheidungen geschickt umgehen mit drei guten Tricks

Was man allerdings verbessern kann, ist die Anzahl seiner Fehlentscheidungen. Hierzu gibt es im Wesentlichen drei wissenschaftliche Modelle, die einem dabei enorm helfen können:

Trick 1: Den Halo-Effekt kennen

Das Wort „Halo“ kommt aus dem Englischen und bedeutet Heiligenschein. Und der Begriff Heiligenschein umschreibt das was gleich folgt besonders gut:

Oftmals glauben wir, rationale Entscheidungen treffen zu können. Aber wirklich rational entscheidet ein Mensch so gut wie nie! Dinge, die für eine Entscheidung eigentlich unerheblich sein sollten, überstrahlen teilweise die Dinge, die für die Entscheidung (rein rational gesehen) wirklich relevant sind.

Dadurch treffen wir plötzlich Entscheidungen, die alles andere als rational sind. Wir lassen uns von Erfahrungen, von Ängsten oder Vorlieben lenken, und sind damit nicht wirklich in der Lage, eine rational begründete Entscheidung zu treffen, die vielleicht besser für uns wäre.

„Wir sehen die Dinge nicht, wie sie wirklich sind, sondern nehmen sie nur im Kontext zu unseren persönlichen Erfahrungen wahr.“

Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer Wahrnehmungsverschiebung beziehungsweise kognitiven Verzerrung.

Warum ist das so?

Haben wir einmal eine Entscheidung getroffen, so wird sie künftig alle nachfolgenden Informationen dominieren. Wir erinnern uns aufgrund des Ausgangs eines Ereignisses immer noch daran, weshalb wir uns für eine Sache entschieden haben, die das Ereignis hervorgerufen hat.

Beispiel

Sie haben sich einmal verbrannt, deswegen verbinden Sie enorme Hitze mit Schmerz. Es gibt aber auch kalte Flammen, die man „anfassen“ kann. Ebenso gibt es Induktionsherde, die selbst nicht wirklich heiß sind, sondern lediglich den Kochtopf heiß werden lassen.

Und trotzdem wird es beim ersten Mal ein mulmiges Gefühl auslösen, wenn man seine Hand auf den Induktionsherd oder in die kalte Flamme halten soll. Rein rational gedacht müsste einem schließlich ohne den geringsten Zweifel klar sein, dass ein Induktionsherd keine eigene Wärme entwickelt. Das mulmige Gefühl lässt sich nicht ausschalten. Wir müssen uns überwinden, die Hand draufzulegen.

Der Halo-Effekt hat natürlich einen Sinn

Der Halo-Effekt dient der menschlichen Effizienz. Leider führt er aber auch dazu, dass wir uns in unserer rationalen Entscheidungsfähigkeit stark beeinflussen lassen, uns auf eigene Erfahrungen verlassen und dadurch einfach falsche Entscheidungen treffen. 

Wie nutze ich den Halo-Effekt?

Manchmal genügt es sich bewusst zu werden, dass man selbst bei rationalen Entscheidungen persönliche Erfahrungen miteinbezieht. Auf diese Weise wird es einem leichter fallen, zumindest etwas rationalere Entscheidungen zu fällen.

Trick 2: Die sekundäre Rationalisierung kennen

Wie auch der Halo-Effekt hat die sogenannte sekundäre Rationalisierung einen überlebenswichtigen Sinn: Sie sorgt dafür, dass wir eine getroffene Entscheidung auch im Nachhinein noch für gut erachten und im Extremfall auch verteidigen. Wir entscheiden uns für einen Weg, den wir eingeschlagen haben und gehen diesen auch entschlossen weiter. Mit rationalem Denken hat das meist wenig zu tun. Dennoch kann es äußerst nützlich sein.

Unterschiedliche Ausprägung bei Menschen

Tatsächlich gibt es Menschen, bei denen die sekundäre Rationalisierung besonders stark ausgeprägt ist, und Menschen, bei denen sie nur schwach ausgeprägt ist. So gibt es Menschen, die einmal eine Entscheidung getroffen haben, immer an dieser festhalten und sie nicht bereuen. Es gibt aber auch Menschen, die sich den Kopf darüber zerbrechen, ob sie sich nicht hätten anders entscheiden sollen. Letztere sind in ihrem Leben sehr häufig von vielen Zweifeln begleitet.

Beispiel

Sie kaufen ein Haus ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob dieser Schritt wirklich wirtschaftlich ist. Dem einen wird die Frage nach der finanziellen Wirtschaftlichkeit egal sein, der andere wird sich eventuell ständig fragen, ob sich die Anschaffung nun wirklich finanziell gelohnt hat. Wäre es nicht doch besser gewesen, weiterhin zur Miete zu wohnen?

Sinn und Zweck der sekundären Rationalisierung

Die sekundäre Rationalisierung ist eine enorm wichtige Funktion. Sie gibt dem Menschen Sicherheit bei seinen Entscheidungen. Ein Mensch, dessen sekundäre Rationalisierung nur schwach ausgeprägt ist, wird seine eigenen Entscheidungen in der Regel sehr häufig selbst bezweifeln und dadurch sehr unsicher durchs Leben gehen.

Wie nutze ich die sekundäre Rationalisierung?

Auch hier gilt: Sich über den inneren Vorgang bewusst werden! Wer starke Zweifel hat, der sollte daran denken, dass dies nur ein inneres Programm ist, welches durch eine verstärkte sekundäre Rationalisierung gelindert werden kann. Das kann man üben.

Trick 3: Das Kohärenz-Prinzip kennen

In der Regel wünscht sich der Mensch ein Leben, dass wie aus einem Guss ist. Alle Lebensbereiche sollen möglichst miteinander harmonieren. Dieser Trieb sorgt dafür, dass wir versuchen, Dinge so anzupassen oder Entscheidungen so zu treffen, dass sie zu unserem Leben passen. Das passiert instinktiv und unterbewusst. Wirkliche Querdenker dagegen sind äußerst selten und daher auch besonders begehrt in der Wirtschaft.

Beispiel

Der meisten Menschen verfolgen einen persönlichen Lebensstil. Jemand, der ein Familienmensch ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den Wunsch haben, selbst einmal eine Familie zu gründen, die er bestmöglich umsorgt. Er wird sich sehr verantwortungsbewusst zeigen. Anstelle eines Porsches wird er vermutlich eher einen Kombi fahren. Ihm wird mit Sicherheit auch nicht die günstige Wohnung wichtig sein, sondern eine Behausung, die der Familie beste Bedingungen zum Aufwachsen liefert.

Sinn und Zweck der Kohärenz

Ohne einer Kohärenz könnte kaum etwas funktioniert. Die individuelle Kohärenz gibt die Richtung vor, in die sich ein Mensch im Laufe seines Lebens bewegt. Ohne sie würde er sich einmal nach links und einmal nach rechts bewegen. Ein Leben, wie wir es kennen, wäre dann gar nicht erst möglich.

Wie nutze ich das Kohärenz-Prinzip?

Nicht jede Entscheidung, die wir treffen, muss unserer persönlichen Kohärenz entsprechen. Zwar machen wir das sehr gern (es gibt uns ein Gefühl der Ordnung und Sicherheit), dennoch kann es Sinn machen von seiner Kohärenz abzulassen. Auch diesen Prozess sollten Sie lernen zu erkennen, um in entsprechenden Situationen nicht immer die Entscheidung zu treffen, die für Sie persönlich am naheliegendsten scheint. Denn unser Körper kann uns bei der Entscheidung ganz schön hinters Licht geführt haben. Schuld daran ist unser Bestreben der eigenen Kohärenz zu folgen.

Bildquelle: © cirquedesprit – Fotolia.com

3 Bewertungen
3.33 / 55 3