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Wirtschaftsjuristen machen immer mehr von sich reden. In manchen Märkten wird auch juristisch mit harten Bandagen gekämpft und Großunternehmen brauchen jemanden, der den Durchblick bei den sich ständig ändernden Gesetzesvorgaben in den einzelnen Ländern behält. Hier erfahren Sie, wie man als Wirtschaftsjurist in einer anspruchsvollen Branche Fuß fassen kann und welche Voraussetzungen man dafür braucht.

Überblick

  • Definition
  • Inhalte
  • Studium
  • Universitätsstudium
  • Fernstudium
  • Voraussetzungen
  • Kompetenzen
  • Internationale Bezeichnungen
  • Aufgaben
  • Stellen
  • Chancen im Ausland
  • Verdienst

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Was ist ein Wirtschaftsjurist?

Die Rechtswissenschaften gliedern sich wie viele andere Bereiche in immer stärker spezialisierte Fachgebiete auf. Ein Thema, das Theorie und Praxis direkt verknüpft, ist Wirtschaftsjura. Man kann das Fach an Fachhochschulen und Universitäten studieren.

Dafür steht die weiterbildende Ausbildung für Volljuristen zur Verfügung oder ein umfassendes Studium, das aber nicht unbedingt den Stellenwert eines Volljuristen ermöglicht. Je nach Universität besitzt man danach einen Abschluss als Diplom-Wirtschaftsjurist, Bachelor of Laws oder Master of Laws.

Was macht einen Wirtschaftsjuristen aus?

Ein Wirtschaftsjurist hat eine profunde Ausbildung als Rechtswissenschaftler. Darüber hinaus kennt er sich mit der Gesetzeslage aus, die das Unternehmensrecht und weitere wirtschaftliche Zusammenhänge bestimmt. Im Studium haben die Grundlagen der Unternehmensführung ebenso ihren Platz wie deren internationale rechtliche Basis.

Als Spezialist für diesen Bereich kann er nicht den gleichen Serviceumfang wie ein Volljurist in einer Kanzlei bieten. Oft sind Wirtschaftsjuristen deshalb fest in einem Unternehmen angestellt.

Studium

Das Studium dauert in der Regel sieben Semester. Im Rahmen des Bologna-Prozesses wurde es wie die meisten anderen Studiengänge auf einen Bachelor- und einen Masterstudiengang aufgeteilt. Wer an einer Fachhochschule studiert, kann danach meist keine Promotion machen.

Für Wirtschaftsjuristen, die in einem Unternehmen arbeiten wollen, spielt das aber eine untergeordnete Bedeutung. Wer Wert auf Prestige legt und damit bei seinen Kunden Vertrauen aufbaut, der ist mit einem Universitätsstudium deshalb besser beraten, auch wenn dieses länger dauert.

Universitätsstudium

Wer an einer Universität als Wirtschaftsjurist studiert, wird zum Volljuristen ausgebildet und belegt meist ein Zusatzstudium, um die wirtschaftswissenschaftlichen Qualifikationen zu erlangen. Es gibt aber auch Universitäten, an denen der Studiengang Wirtschaftsrecht angeboten wird. Er wird mit dem akademischen Grad eines Diplom-Wirtschaftsjurist (Dipl. jur. oec. univ. oder Dipl.-Wirt.-jur.) abgeschlossen. Die Regelstudienzeit beträgt dabei neun Semester.

Fernstudium

Es ist möglich Wirtschaftsrecht berufsbegleitend mittels eines Fernstudiums zu studieren. Die Hochschulen werben mit unterschiedlichen Angeboten, die teilweise recht teuer sind. Sie sollten deshalb sorgfältig vergleichen, welche Hochschule das bietet, was Sie sich für Ihr Studium als Wirtschaftsjurist wünschen. Bei allen gibt es eine persönliche Betreuung, deren Qualität aber von Einrichtung zu Einrichtung schwankt.

Voraussetzungen

Als Wirtschaftsjurist sollte man Begeisterung für wirtschaftliche und rechtliche Organisationsformen mitbringen. Die Gesetzestexte sind für Laien nicht leicht zu finden, geschweige denn leicht zu verstehen. Dafür braucht man manchmal Geduld und eine gewissenhafte Arbeitsweise.

Ein Wirtschaftsjurist muss aber auch in der Lage sein, seine Meinung überzeugend darzustellen und sich notfalls vor Gericht mit der Gegenseite zu messen. Rhetorisches Geschick ist von Vorteil, man braucht auf jeden Fall eine präzise Ausdrucksweise. Sprachkenntnisse sind in international operierenden Unternehmen von Vorteil.

Kompetenzen eines Wirtschaftsjuristen

Als reiner Wirtschaftsjurist ist man nur eingeschränkt für eine Rechtsberatung zugelassen. So können Sie Ihre Mandanten nicht bei allen Arten von gerichtlichen Auseinandersetzungen vor Gericht vertreten, sondern nur vor bestimmten Gerichtsformen, wie den Arbeitsgerichten.

Anders als Volljuristen dürfen Sie aber keine allgemeine freiberufliche Rechtsberatung anbieten. Diese Regelung wird derzeit angefochten.

Internationale Bezeichnungen

In internationalen Unternehmen ist der Wirtschaftsjurist auch unter anderen Namen bekannt: Man findet z.B. Transaction Lawyer oder Project Lawyer. Die Bezeichnung hat viel mit dem Prestige zu tun, das man diesen Anwälten beimisst.

In manchen Kanzleien genießen Wirtschaftsjuristen noch immer keinen besonders guten Ruf. Sie verstecken sie lieber unter dem schwammigen Begriff „Project Lawyer“. Für andere Großkanzleien sind die Wirtschaftsjuristen dagegen ein wichtiges Asset.

Aufgaben

Wirtschaftsjuristen kümmern sich um alle Aufgaben an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Recht. Sie sind im Kartellrecht tätig, steuern Bußgeldverfahren oder recherchieren für Vertragsverhandlungen. Grundsätzlich können sie für alles eingesetzt werden, was nichts mit der direkten Rechtsberatung zu tun hat. In der Praxis kommt es dabei natürlich auf den Abschluss an, den der jeweilige Jurist vorweisen kann.

Stellen

Es gibt einige Branchen wie der Finanzsektor, in denen Wirtschaftsjuristen schnell eine Stelle bekommen können. Ansonsten findet man sie vor allem in folgenden Positionen:

  • Wirtschaftsprüfer
  • Steuerberater
  • Insolvenzverwalter
  • Compliance Officer

Vielfach schaffen sie sich ihre Stellen selbst, indem sie Kompetenzen gewinnbringend für Ihre Unternehmen anwenden und Abläufe verbessern helfen.

Chancen im Ausland

Wie in Deutschland gibt es in vielen Ländern geschützte Berufsbezeichnungen für Juristen. Trotzdem stellen Kanzleien Juristen und Rechtsexperten ein, die die entsprechende Qualifikation nicht vorweisen können. Vor allem Spezialisten für ein ausländisches Rechtssystem sind sehr gefragt. Das können Sie für sich nutzen, um bei einem internationalen Konzern oder einem Handelspartner aus dem Ausland zu arbeiten.

Verdienst

Wer kein voll ausgebildeter Jurist ist, der die Möglichkeit hat, sich für ein Richteramt zu bewerben, muss in der Regel Einbußen beim Gehalt hinnehmen. Bei Kanzleien, die schon vor 5 bis 10 Jahren die ersten Wirtschaftsjuristen eingestellt haben, sind die Verdienst- und Aufstiegschancen besser.

Doch die Unterschiede in der Qualifikation und der Bezahlung sind ein Argument, um neue Kunden zu gewinnen. Ihre Möglichkeiten als Wirtschaftsjurist sind zwar sehr vielfältig, aber Sie werden nie das Spitzengehalt eines Volljuristen erreichen.

Mit Ihren Kenntnissen wird es Ihnen dennoch nicht schwer fallen das Beste aus Ihrem Verdienst zu machen.

Bildquelle:  © Kzenon – Fotolia.com

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