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In den gesetzlichen Krankenkassen Versicherte haben die Wahl zwischen vielen verschiedenen im gesamten Bundesgebiet und zum Teil nur landesweit zugelassenen gesetzlichen Krankenversicherungen. Wie bei allen Versicherungen können die Versicherten von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, um die Kasse zu wechseln. Das Recht der Sonderkündigung kann nur wahrgenommen werden, wenn ein besonderer Grund vorliegt. Zu den wichtigsten besonderen Gründen gehören die Erhöhungen der Beiträge. Auch der Zusatzbeitrag fällt in diese Regelung.

Zusatzbeitrag – von der Einheit zur individuellen Regelung

Noch vor einigen Jahren teilten sich die in der gesetzlichen Krankenversicherung Pflichtversicherten die Beiträge mit Ihrem Arbeitgeber je zur Hälfte. In einem ersten Schritt zur Individualisierung der Kassenleistung für gesetzlich Versicherte hat der Gesetzgeber den Beitrag der Pflichtversicherten vom Beitrag des Arbeitgebers oder auch des Rentenversicherungsträgers abgekoppelt. Dieser abgekoppelte Betrag betrug zum Stichtag ein paar Prozentpunkte mehr als der zugewendete Beitrag. Dieser Zusatzbeitrag war zunächst bundeseinheitlich vom Gesetz festgelegt. Doch diese gesetzliche Grenze wurde vor ein paar Jahren aufgehoben, so dass nun jede gesetzliche Krankenkasse diesen Zusatzbeitrag selbst nach Bedarf festlegen kann.

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Zusatzbeitrag als Chance zu mehr Leistung

Der Zusatzbeitrag ist genau der Beitrag, der sich prozentual über dem zugewendeten Beitrag von Arbeitgeber und Rentenversicherungsträger bewegt. Die zusätzlichen Einnahmen werden für Sonderleistungen und individuelle Angebote der Kassen verwendet. Kurheime, Jugendprogramme, Beratungsleistungen vor Ort und Hotlines sowie viele andere Check-up Angebote werden von Kasse zu Kasse in unterschiedlicher Ausführung angeboten. In der Regel bieten aber alle gesetzlichen Krankenkassen eine solide Grundleistung, die sich nicht von den anderen Kassen unterscheidet. Die Grundversorgung ist in Kassen mit erhöhtem und mit einfachem Zusatzbeitrag identisch. Daher lohnt sich ein Wechsel aus einer Kasse, die noch den Status quo des gesetzlich festgeschriebenen Beitrages hat, in eine teurere Kasse nicht.

Zusatzbeitrag der Krankenkasse: Sonderkündigung und Wechsel möglich

Für alle gesetzlich Pflichtversicherten, denen die Erhöhung des Zusatzbeitrages zu teuer ist oder die aus Prinzip die Teuerungen nicht mitmachen möchten, lohnt sich der Wechsel in eine Kasse, die einen niedrigeren Zusatzbeitrag vorsieht. Das Sonderkündigungsrecht wird auch als außerordentliches Kündigungsrecht bezeichnet. Die Versicherten müssen nur von ihrem einseitigen Gestaltungsrecht der Kündigung Gebrauch machen und schon ist die Kündigung auch wirksam. Das Sonderkündigungsrecht des gesetzlichen Krankenversicherten beruht auf § 175 SGB V. Die übliche Kündigungsfrist von bis zu 18 Monaten, die als Mindestbindungsfrist gilt, wird bei Erhöhung des Zusatzbeitrages aufgehoben. Seit 01.01.2015 kann der Versicherte bis zum Ende des Monats der Beitragserhöhung kündigen. Da die Erhöhungen immer zum 01.01. eines Jahres stattfinden, können Versicherte daher bis zum 31.01.2015 in eine andere Versicherung wechseln.

Hinweis der Krankenkassen auf das Sonderkündigungsrecht – Verlängerung der Frist

Wie in allen Bereichen des Versicherungsrechts müssen auch die Krankenkassen verbraucherfreundlich auf das bestehende Sonderkündigungsrecht hinweisen. Fehlt dieser Hinweis, so verlängert sich das Recht zur außerordentlichen Kündigung bis zu einem formal ordentlichen Hinweis. Seit dem 01.01.2011 gelten auch die vereinbarten Verzichte auf ein Kündigungsrecht nicht mehr, die durch die beliebten Wahltarife bei einigen Kassen vorgesehen waren.

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