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Die neue Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist erschreckend. Jedes 6. Kind in Deutschland wächst in einem Haushalt auf, der auf Hartz IV angewiesen ist. 1,62 Millionen Kinder unter 15 Jahren, das sind 15 Prozent aller Kinder in Deutschland, leben von der staatlichen Unterstützung, die ihre Eltern aufgrund von Arbeitslosigkeit oder wegen ihres geringen Einkommens beziehen.

Armut im Kindesalter

Bei Familien mit Kindern erhalten beide Elternteile jeweils 364 Euro im Monat, Alleinerziehende kommen 404 Euro. Für Kinder unter 7 Jahren zahlt der Staat 237 Euro im Monat, ältere Kinder bekommen 270 Euro im Monat. Neben diesen Leistungen werden die Kosten für Miete übernommen. Zusätzliche Leistungen können im Rahmen des Programms »Bildung durch Teilhabe« beantragt werden. Doch auch hier sind die Beträge gering. Unterm Strich bleiben die staatlichen Zahlungen noch immer hinter dem zurück, was Experten seit langen fordern. Viele Kinder wachsen daher in Armut aus und prägen längst die soziale Wirklichkeit in der Bundesrepublik.

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Alleinerziehende und ihre Kinder sind besonders getroffen

Vor allem alleinerziehende Elternteile müssen sehr häufig Hartz IV beantragen, um über die Runden zu kommen. Davon sind 800.000 Kinder betroffen, 50 Prozent aller Hartz-Kinder wachsen alleine mit Vater oder Mutter auf.

Süddeutsche Bundesländer schneiden gut ab

Süddeutsche Bundesländern stehen in der Statistik der Bundesagentur vergleichsweise gut dar. In Bayern leben nur 7,3 Prozent der Kinder in Haushalten, die Hartz IV beziehen. Hier ist also noch nicht einmal jedes 10. Kinder von den prekären Verhältnissen einer Hartz-Familie betroffen. In Baden-Württemberg sind leben 8,6 Prozent der Kinder in Hartz IV und in Rheinland-Pfalz liegt die Quote mit 12,4 Prozent noch immer unter den bundesweiten Durchschnitt.

Berlin meldet dramatische Zahlen

Anders sieht es indes in Berlin aus. Die deutsche Hauptstadt meldet dramatische Zahlen. Mehr als jedes 3. Kinder (33,6 %) lebt vom Hartz-IV-Bezug. Auch die Länder Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegen mit einer Quote von weit über 20 Prozent auf den Spitzenplätzen. Doch diese Zahlen dürfen nicht zur Annahme verführen, Armut und Hartz IV sei in erster Linie ein ostdeutsches Phänomen. Denn mit 33,4 Prozent liegt Bremen nur knapp hinter Berlin auf dem zweiten Platz. Hamburg weist eine Quote von über 20 Prozent auf und auch Nordrhein-Westfalen liegt mit knapp 20,5 Prozent weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Kinder bleiben sehr lange in Hartz IV-Bezug

Nicht weniger erschreckend als der hohe Anteil der Kinder, die in Familien mit Hartz IV-Bezug leben, ist eine weitere Tatsache, die die Statistik offenbart. Viele Menschen bleiben sehr lange in Hartz-IV-Bezug, auch wenn das Instrument ursprünglich als Übergangslösung gedacht war. Durch Fördern und Fordern sollten Menschen fit gemacht werden, um für ihren eigenen Lebensunterhalt aufzukommen. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Mehr als 50 Prozent der Alleinstehenden beziehen mehr als 4 Jahre lang Hartz IV. Bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 25 Jahre sind es immerhin noch 40 Prozent.

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