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Seit 2016 ist er zurück, der Zusatzbeitrag, der die Gesetzliche Krankenversicherung für Angestellte und Selbstständige teurer macht. Ein Ende des teuren Dilemmas ist für die Versicherten nicht in Sicht, der Bundesverband der AOK rechnet mit stark steigenden Zusatzbeiträgen.

Übersicht:

  • – Kassenbeitrag zur Gesetzlichen Krankenversicherung liegt bei 14,6 Prozent, und wird je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.
    – Krankenkassen können ihre Beiträge aber auch darüber hinaus festlegen
    – Der Zusatzbeitrag wird inzwischen von fast allen Krankenkassen verlangt, kann individuell von diesen festgelegt werden, jeweils prozentual zum Einkommen des Versicherten
    – Am Zusatzbeitrag müssen sich Arbeitgeber nicht beteiligen, dieser ist vom Gesetzlich Krankenversicherten selbst zu tragen.

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Kein Ende der teuren Zusatzbeiträge in Sicht

Nach einer neuen Einschätzung des AOK-Bundesverbandes werden die Zusatzbeiträge, die von den Gesetzlichen Krankenkassen erhoben werden, in den kommenden Jahre deutlich steigen. Zwar wird der vom Gesetzgeber festgelegte Beitrag für die Krankenkassen wohl weiter auf dem Niveau von 14,6 Prozent bleiben. Bei den Zusatzbeiträgen dürfte es jedoch erheblich nach oben gehen.

Wie der Vorstandschef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, gegenüber der „BILD“ äußerte, werden die Zusatzbeiträge in den nächsten drei Jahren stark steigen. Seiner Ansicht nach wird es auch 2017 zu einer Erhöhung der Zusatzbeiträge kommen. Litsch geht davon aus, dass diese um durchschnittlich 20 bis 30 Basispunkte = 0,2 bis 0,3 Prozent ansteigen werden.

Auch nach 2017 mit steigenden Zusatzbeiträgen zu rechnen

Doch das Ende vom Lied werden die Erhöhungen der Zusatzbeiträge im kommenden Jahr nicht sein. Martin Litsch rechnet auch für die Folgejahre, 2018 und 2019, mit Erhöhungen, die in eine ähnliche Richtung gehen dürften.

Für die Gesetzlich Krankenversicherten ist dies natürlich keine gute Nachricht, müssen sie den Zusatzbeitrag doch alleine stemmen, da es für diesen keinen Arbeitgeber-Anteil gibt.

Grund für steigende Zusatzbeiträge: die hohen Kosten

Die Ausgaben der Krankenkassen steigen weiter, die Kosten für das deutsche Gesundheitssystem sind immens. In den kommenden Jahren ist mit weiter steigenden Kosten für die Kassen zu rechnen. Laut Litsch liegen die Mehrausgaben der Kassen in der laufenden Legislaturperiode bei etwa 40 Milliarden Euro. Nach Angaben des Vorstandschefs des AOK-Bundesverbandes ist dieser Betrag so hoch wie nie zuvor.

Abbau von Überkapazitäten in Krankenhäusern erforderlich

Den Grund für die Mehrausgaben der Krankenkassen sieht Litsch unter anderem in den Überkapazitäten der Krankenhäuser, die dringend abgebaut werden müssen, um die Kosten der Kassen unter Kontrolle zu bekommen. Hier ist der Gesetzgeber gefragt, der entsprechende Wege wird ebnen müssen.

Höchster Krankenkassenbeitrag derzeit bei 16,3 Prozent

Die Bandbreite bei den Kassenbeiträgen ist seit 2016 hoch. Zum laufenden Jahr haben 59 der Krankenkassen, die entweder bundesweit, oder zumindest landesweit geöffneten 88 Krankenkassen ihren Kassenbeitrag erhöht. Der höchste Beitrag wird bei der BKK Viactiv fällig. Hier müssen Kassenmitglieder tief in die Tasche greifen, und 16,3 Prozent bezahlen. Den niedrigsten Beitrag verlangt mit 14,6 Prozent, und damit dem Basisbeitrag, die Metzinger BKK.

Krankenkasse wegen steigendem Zusatzbeitrag wechseln

Gesetzlich Krankenversicherte haben die Möglichkeit, ihre Krankenkasse via Sonderkündigungsrecht zu wechseln, wenn diese den Zusatzbeitrag erhöht. Hierbei muss auf die entsprechenden Fristen und Formvorgaben einer solchen außerordentlichen Krankenkassen Kündigung geachtet werden.

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