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In vielen Branchen ist Heimarbeit längst Normalität. Die Arbeit kann ganz oder teilweise im eigenen Home Office bei flexiblen Arbeitszeiten verrichtet werden. In den Niederlanden gibt es seit Juli 2015 sogar ein Gesetz, das Arbeitnehmern grundsätzlich das Recht auf ein Home Office zugesteht.

Erwerbstätige haben die Möglichkeit, sich mindestens an einem Tag in der Woche die Arbeit zu Hause selber einzuteilen. Die Grünen fordern das Recht auf ein Home Office nach dem Vorbild der Niederlande auch in Deutschland durchzusetzen. Was ist von einer solchen Gesetzesänderung zu halten? Brauchen wir wirklich ein Recht auf Heimarbeit und wenn ja, welche Vor- und Nachteile ergeben sich daraus?

Übersicht

  • Der Vorschlag der Grünen
  • Die jetzige Situation
  • Kritik am Gesetzesvorschlag der Grünen

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Der Vorschlag der Grünen

Der Vorschlag der Grünen orientiert sich an dem Gesetz der Niederlande. Die Grünen möchten Heimarbeit über das Arbeitszeitgesetz und die Gewerbeordnung grundsätzlich jedem Arbeitnehmer zusichern. Mindestens an einem Tag in der Woche soll der Arbeitnehmer auf eigenen Wunsch die Möglichkeit haben, Arbeiten zu Hause zu erledigen. Allerdings sieht der Vorschlag auch ein Vetorecht für Arbeitgeber in begründeten Fällen vor, in denen Heimarbeit aus sicherheitstechnischen oder organisatorischen Gründen nicht möglich ist.

Die jetzige Situation

Natürlich gibt es auch jetzt schon in Deutschland Heimarbeit. Allerdings gibt es hierzulande noch kein Recht auf ein Home Office. Heimarbeit wird bisher in Absprache mit dem Arbeitgeber organisiert. Mitarbeiter müssen ihren Chef beispielsweise darum bitten, einen Teil der Arbeit zu Hause erledigen zu können.

Der Chef kann die Heimarbeit erlauben oder auch nicht.
Insbesondere Frauen und Männer mit Kindern profitieren von der Heimarbeit. Denn zum einen kann die Arbeit zu Hause flexibler eingeteilt werden, zum anderen ist es möglich, gleichzeitig die Kinder zu beaufsichtigen.

Kritik am Gesetzesvorschlag der Grünen

Für den Vorschlag haben die Grünen reichlich Kritik geerntet. Das wichtigste Argument der Gegner eines solchen Gesetzes ist, dass Heimarbeit in Deutschland bereits existiere und individuell geregelt werden könne. Dort, wo das Home Office sinnvoll sei, werde es in der Regel bereits praktiziert.

Zudem gibt es einige praktische Einwände für bestimmte Branchen und Firmenstrukturen. Nicht überall sei das Home Office auch hilfreich, manchmal sei es sogar kontraproduktiv. Kritiker weisen beispielsweise auf die Sicherstellung des Daten- und Geheimnisschutzes hin. Denn schließlich werden Kundendaten bei der Heimarbeit von Mitarbeitern mit nach Hause genommen, der Schutz der Daten könne so nicht mehr gewährleistet werden.

Da der Arbeitgeber für Verstöße gegen den Datenschutz haften muss, müsse er theoretisch auch kontrollieren, ob dieser eingehalten wird. Auch das Thema Sicherheit in der IT-Infrastruktur des Home Office wird von Kritikern angesprochen. Die Kontrolle der Netzsicherheit durch den Arbeitgeber könne im häuslichen Büro nicht überprüft werden.

Nicht zuletzt seien Unternehmer für die Gesundheit und Sicherheit ihrer Angestellten verantwortlich, so müssten auch im Home Office Standards hinsichtlich Beinfreiheit, Bildschirm und Ergonomie des Arbeitsplatzes eingehalten werden.

Bildquelle: © Robert Kneschke – Fotolia.com

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