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Das Thema Fachkräftemangel beschäftigt Deutschland schon seit einigen Jahren. Auch im Jahr 2016 hat sich daran nicht viel geändert und viele Unternehmen in Wirtschaft und Industrie sind nach wie vor auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften. Dabei gibt es jedoch durchaus einige Unterscheidungen abhängig vom jeweiligen Bundesland. Besonders groß ist der Mangel in Süddeutschland.

Neues Allzeithoch

Obwohl der Fachkräftemangel in Deutschland schon länger ein Problem ist, gibt es konkrete ortsbezogene Zahlen erst seit knapp vier Jahren. Im Jahr 2012 begann das Unternehmen StepStone mit seinen Messungen und veröffentlicht seitdem regelmäßig Updates. Aus diesen können nicht nur Experten einen eindeutigen Trend schließen. Schon im vergangenen Jahr war die Zahl der Jobangebote für Fachkräfte so hoch wie nie zuvor. Mit dem Start von 2016 ging der Wert sogar noch einmal ein gutes Stück nach oben. So lag der monatliche Fachindex im Januar knapp 7 Prozent über den Zahlen des Vorjahres.

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Große Nachfrage im Süden

Folgt man den Zahlen der StepStone-Studie, dann fällt der Fachkräftemangel in Süddeutschland am größten aus. Vor allem in Bayern, Hessen und Baden Württemberg sind Unternehmen auf der Suche nach neuen Fachkräften. In allen drei Bundesländern kommen jeweils mehr als 400 Stellenausschreibungen für Fachkräfte auf 100.000 Erwerbstätige.

Deutlich entspannter sieht die Sache dagegen in Nord-Ostdeutschland aus. Hier liegt der Wert bei bis zu 200 Ausschreibungen. Ausnahme stellen dabei allerdings die drei großen Städte Berlin, Hamburg und Bremen da, in denen eine ebenso große Nachfrage wie in Süddeutschland zu beobachten ist. Die goldene Mitte findet sich dagegen im Westen der Bundesrepublik. Hier pendelt die Zahl zwischen 200 und 400 Ausschreibungen.

Finanzpersonal, Ärzte und Pflegekräfte gefragt

Besonders gefragt sind zur Zeit Ärzte, Marketingexperten sowie Personal- und Finanzfachleute. Hier hat sich die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr in allen Branchen um bis zu 10 Prozent erhöht. Auch die Nachfrage nach Pflegekräften erreicht in diesem Jahre einen neuen Rekordwert. Aufgrund der Überalterung der Bevölkerung fehlt in der Pflege zunehmend der Nachwuchs, was schon jetzt dafür sorgt, dass viele Stellen offenbleiben.

Welche Kräfte konkret gesucht werden, ist mitunter stark von der Region abhängig. In Hamburg und Berlin belegen beispielsweise IT-Berufe die Spitzenposition, deren Werte teilweise das Vierfache über dem deutschen Schnitt liegen. Auch in Bayern gehören IT und technische Berufe zu den populärsten Fachkräften, während diese im Osten eine geringere Rolle spielen. Hier sind es vor allem Ärzte und Pflegekräfte, die gesucht werden. Nachfragen nach Marketingexperten sind dagegen vergleichsweise gleichmäßig auf Deutschland verteilt.

Vollbeschäftigung bei Führungskräften

Unabhängig von der jeweiligen Branche lässt sich zudem beobachten, dass im Bereich der Führungskräfte mittlerweile praktisch Vollbeschäftigung in Deutschland herrscht. Wer entsprechend qualifiziert ist, hat in keiner Branche große Probleme eine entsprechende Stelle zu finden. In der Folge steigt allerdings auch der Wettbewerb zwischen den Unternehmen deutlich an.

Gerade mittelständische Unternehmen kämpfen mittlerweile verstärkt untereinander um gute Führungskräfte. Dies wird in Zukunft auch immer mehr Fachkräfte betreffen, die aktuell etwas weniger im Fokus stehen. Die aktuelle Situation in Deutschland lässt nicht auf eine kurzfristige Lösung des Fachkräftemangels schließen.

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