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95,7 Millionen für Hartz-IV-Leistungen: Berlin, die Großstadt der Sozialleistungen

Aktuelle Zahlen, erhoben im Mai, werfen ein düsteres Licht auf Deutschlands Hauptstadt Berlin. Demnach liegt die Zahl der Empfänger von Sozialleistungen auf einem Rekord-Hoch, was sich auch an der Haushaltskasse Berlins zeigt. Pro Monat werden beinahe 100 Millionen an Sozialleistungen an Hartz IV Empfänger ausgeschüttet – einerseits als reines Transfergeld, aber auch für Heizkosten, Betriebskosten und die Übernahme der Miete.

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Hohe Kostenpositionen für die Hauptstadt

Statistiken nach sind ein Großteil der Hartz IV Empfänger in Berlin Singles, die in einer rund 40 bis 60 qm großen Wohnung leben. Paare mit mehreren Kindern wohnen im Durchschnitt auf 80 bis 100 qm. Die Wohnkosten nehmen in den 95,7 Millionen einen besonders großen Anteil ein.

Allein 22,9 Millionen fallen für Betriebskosten an, immerhin 14,7 Millionen für Heizung. Somit fällt rund ein Drittel aller Kosten lediglich auf die Wohnfläche, ohne hier die reinen Geldtransfers einzubeziehen. Die Miete wird aber keinesfalls immer vollständig durch den Staat übernommen.

Mietzahlungen als Grund für häufige Klagen

Da nicht immer die vollständigen Kosten übernommen werden, kommt es häufig auch zu Streitigkeiten vor Gericht. Grund für eine fehlende vollständige Übernahme kann beispielsweise eine zu große Wohnung sein, aber auch die Höhe der anfallenden Miete.

Obwohl die meisten Verfahren für Sozialleistungen im Schnitt rund ein Jahr andauern, werden die meisten für Miet-Belange relativ schnell geklärt. Im Eilverfahren werden Fälle oft schon innerhalb von einem Monat bearbeitet – so soll auch den Leistungsempfängern und Mietern ein größtmögliches Maß an Sicherheit gewährt werden.

Wohnungssuche gestaltet sich für Berliner dennoch schwierig

Berlin ist überlaufen – das ist keinesfalls eine Neuigkeit und zeigt sich auch bei den ständig steigenden Mietpreisen, die vor allem in nachgefragten Vierteln um rund 7 bis 10 Prozent jährlich ansteigen.

Hartz IV Empfänger sehen sich bei der Wohnungssuche mit einigen Hürden konfrontiert. Da der Hartz IV Satz für die Miete statisch angelegt ist, die Wohnungskosten in Berlin aber ständig steigen, kommt es immer häufiger zu Überschreitungen der Maximalgrenze – weshalb der Staat dann nicht länger die vollen Kosten trägt.

Streitigkeiten können bis zur Kündigung der Wohnung führen

Auch der Staat Berlin versucht, entsprechend seiner Mittel, für sich selbst zu wirtschaften. Kürzungen entsprechend des Regelbuchs von Hartz IV werden folglich schnell und konsequent durchgeführt, wobei die Kommunikation in vielen Fällen auf der Strecke bleibt.

Immer wieder werden deshalb auch in Berlin Fälle bekannt, wo Familien hohe Mietschulden anhäufen, da das Jobcenter nicht mehr oder nur noch anteilig zahlt – teilweise ohne konkrete Begründung. Diese Fälle führen im schlimmsten Fall zu einer Kündigung der Wohnung – vor allem für alleinstehende Mütter mit Kindern ein riesiges Problem.

Bildquelle: © K.-U. Häßler – Fotolia.com

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