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Übersicht

  • Bundesrat stimmt für mehr Hartz IV
  • Die Erhöhung der Hartz IV-Sätze im Detail
  • Kinder erhalten drei Euro mehr pro Monat
  • Deutlich geringere Anhebung als noch 2015
  • So werden die Hartz IV-Sätze ermittelt
  • Scharfe Kritik an der Hartz IV-Erhöhung
  • Auch Kinderhilfswerk kritisiert Hartz IV-Sätze

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Bundesrat stimmt für mehr Hartz IV

Hartz IV-Empfänger erhalten künftig etwas mehr Geld. Der Bundesrat hat für eine Anhebung der Sätze der sogenannten „Grundsicherung“ grünes Licht gegeben. Die Länderkammer folgte dabei den Vorschlägen des Bundeskabinetts. Die Erhöhung der Hartz IV-Sätze greift ab dem 1. Januar 2016.

Die Erhöhung der Hartz IV-Sätze im Detail

Grundsätzlich werden alle Hartz IV-Sätze um 1,25 Prozent angehoben. Konkret bedeutet dies, dass sich die meisten Empfänger auf vier bis fünf Euro mehr pro Monat einstellen dürfen. Alleinstehende erhalten künftig 404 Euro statt bisher 399 Euro. Paare erhalten künftig nicht mehr 360 Euro pro Monat, sondern 364 Euro. Auch die Grundsicherung für Jugendliche steigt um vier Euro monatlich an. Sie erhalten in Zukunft 306 Euro statt wie bislang 302 Euro. Jugendliche sind alle Personen, die das 15. Lebensjahr begonnen, das 18. Lebensjahr aber noch nicht vollendet haben.

Kinder erhalten drei Euro mehr pro Monat

Auch bei den Kindern geht es nach oben: Ist der Nachwuchs zwischen sieben und 14 Jahre alt, zahlt der Staat pro Kind künftig 270 Euro. Für Kinder, die das siebte Lebensjahr noch nicht erreicht haben, werden in Zukunft ab dem Jahreswechsel 237 Euro monatlich gezahlt. Beide Sätze sind um drei Euro monatlich angehoben worden.

Deutlich geringere Anhebung als noch 2015

Schon zum 1. Januar 2015 waren die Hartz IV-Sätze angehoben worden. Allerdings waren die Regelsätze damals sehr viel deutlicher als derzeit gestiegen. Bei den Erwachsenen ging es um acht Euro nach oben. Die damalige Erhöhung galt als deutlich zu gering.

So werden die Hartz IV-Sätze ermittelt

Um die Hartz IV-Regelsätze zu berechnen, wird von der zuständigen Behörde der Bundesregierung eine Einkommens- und Verbrauchsstichprobe erhoben. Für die Sätze der Grundsicherung fließen zu 70 Prozent die Erkenntnisse aus der Preis- bzw. Verbrauchsstichprobe ein und zu 30 Prozent die Entwicklung der Nettolöhne. Der zweite Faktor fließt in die Berechnung der Hartz IV-Sätze ein, weil der Staat den Eindruck vermeiden möchte, dass die Hartz IV-Sätze schneller als die Löhne steigen.

Scharfe Kritik an der Hartz IV-Erhöhung

Scharfe Kritik an der Erhöhung der Grundsicherung kommt vom Sozialverband SoVD. Sie falle viel zu gering aus. Die Berechnungsmethode zur Ermittlung der Regelsätze sei falsch, kritisiert Adolf Bauer. Statt der realen Verbraucherpreise würde die Bundesregierung viele Preise für Güter und Dienstleistungen in die Berechnung einfließen lassen, die nicht relevant seien. Preise, die hingegen wichtig wären, fänden keinen Eingang die Ermittlung der Sätze. Die Berechnung bilde „den Alltag der Betroffenen nicht lebensecht ab“, so Bauer.

Auch Kinderhilfswerk kritisiert Hartz IV-Sätze

Auch das Deutsche Kinderhilfswerk bezeichnet die Erhöhung der Hartz IV-Sätze als viel zu gering. Drei Euro mehr für die Kinder seien „ein schlechter Witz“, kommentiert beispielsweise Geschäftsführer Holger Hofmann. Es brauche umfassende Reformen der Sozialgesetzgebung, um die Kinderarmut in Deutschland zu bekämpfen, erklärt dieser weiter. Nur so könne man die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen nachhaltig verbessern.

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