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Armut bei jungen Müttern: Ursache nicht Kinder, sondern Hartz IV

Junge, alleinerziehende Mütter sind durchschnittlich ärmer als Frauen, die später ein Kind bekommen. Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt jetzt, dass die Ursache für die Armut nicht die Kinder sind. Vielmehr zeigt sich eindrucksvoll, dass vor allem unter Hartz IV Bezieherinnen die Anzahl an jungen Müttern hoch ist. Zugespitzt formuliert bedeutet dies, dass die Ursache für die Armut bei jungen Müttern nicht die Kinder, sondern Hartz IV ist.

Übersicht

  • Problematische Lebensumstände junger Mütter
  • Studie der Hans-Böckler-Stiftung
  • Frauen aus armen Gegenden werden früher schwanger
  • Hartz IV ist Einflussfaktor für frühe Schwangerschaft

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Problematische Lebensumstände junger Mütter

Vor allem junge Mütter und insbesondere Teenager Mütter leiden in der Regel unter besonders problematischen Lebensumständen. Sie haben instabile Beziehungen und schlechte Berufsaussichten, da sie entweder eine schlechte oder gar keine Ausbildung vorweisen können.

Die Folge ist Armut, der Anteil unter Hartz IV Bezieherinnen ist unter Frauen, die ihre Kinder sehr jung bekommen haben, besonders hoch. Bisher waren die Ursachen jedoch nicht klar. Ist es die Überforderung durch die frühe Mutterschaft? Oder das Fehlen des Vaters, denn schließlich sind viele junge Mütter alleinerziehend?

Studie der Hans-Böckler-Stiftung

Das wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung hat zu diesem Thema eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Dazu wurden zunächst verschiedene internationale Studien aus den USA und aus Kanada ausgewertet. In den USA konnte nachgewiesen werden, dass Jugendliche aus armen Gegenden durchschnittlich wesentlich früher schwanger werden. Auch für Deutschland zeigt sich nun ein einheitliches Bild.

Frauen aus armen Gegenden werden früher schwanger

Basierend auf der Analyse aus der Volkszählung, den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit und den deutschen Statistikämtern hat die Hans-Böckler-Stiftung eine Deutschland Karte erstellt, die die Verteilung von Teenager Schwangerschaften zeigt.
Dabei zeigt sich ein einheitliches Bild, in Ostdeutschland werden Frauen durchschnittlich früher schwanger als in Westdeutschland.

Der Anteil an Teenager Müttern ist in den reichen Bundesländern und insbesondere in den reichen Wohngegenden deutlich geringer als in ärmeren Gegenden. So kommen beispielsweise in Brandenburg an der Havel auf 1000 Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren 27 Geburten. In den Landkreisen mit hohem Anteil an Teenager Schwangerschaften ist auch der Anteil an Hartz IV Beziehern deutlich höher.

Hartz IV ist Einflussfaktor für frühe Schwangerschaft

Die Studie zeigt also einen klaren Zusammenhang zwischen der Armut im Elternhaus und dem Zeitpunkt der ersten Schwangerschaft. Der Anteil an schwangeren Teenagern ist unter Hartz IV Beziehern etwa 10 % höher. Da eine frühe Schwangerschaft direkt mit schlechteren Berufsaussichten einhergeht und auf die frühe Schwangerschaft besonders häufig Armut folgt, kann anhand dieser Daten durchaus der Zusammenhang zwischen Armut und Hartz IV gezogen werden. Die Ursache für Armut unter jungen Müttern sind also nicht die Kinder, sondern Hartz IV.

Bildquelle: © Lydia Geissler – Fotolia.com

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