News am

Brief ins Jenseits: Jobcenter konfrontiert bereits verstorbenen Leistungsbezieher

Fehler, Unsicherheiten und einige skurrile Angelegenheiten: die Jobcenter stehen seit der Einführung von Hartz IV nahezu dauerhaft in der Kritik. Wie ein jüngst bekanntgewordener Fall zeigt, ist das keinesfalls immer zu Unrecht.

In einigen Fällen, wie hier bei dem Jobcenter in Bremen, unterlaufen Sachbearbeitern schwerwiegende Fehler, die später im Internet für Verwunderung und Stirnrunzeln sorgen. Diesmal kommunizierte das Jobcenter Bremen mit einem Toten – nachdem dessen Leistungen eingestellt wurden.

Möchten Sie von Zuhause aus Geld verdienen?

Kontakt mit den Toten in Bremen

Im vorliegenden Fall könnte man meinen, dass das Jobcenter Bremen einfach keine Kenntnis vom Ableben des Leistungsempfängers besaß – das wäre jedoch schlichtweg falsch. Ganz im Gegenteil, denn das Jobcenter tritt überhaupt erst mit dem Empfänger in Kraft, weil es ihn darüber informieren wollte, dass nach dem Tod nun keine Leistungen mehr ausgezahlt werden.

Ein unglaublich skurriler Umstand zeigt in diesem Fall nicht nur eine fahrlässige Bearbeitung auf, sondern auch welche Hürden der riesige bürokratische Aufwand in der Praxis mit sich bringt – und mit Sicherheit auch zum Teil für die folgenden schwerwiegenden Fehler verantwortlich sei.

Keine Leistungen mehr nach dem Tod

Philipp W. war zu Lebzeiten Leistungsempfänger von Hartz IV. Der Brief des Jobcenters richtet sich an W., argumentiert mit einigen Paragraphen und führt diese dann mit dem Satz aus: „Nach einer mir vorliegenden Mitteilung sind Sie verstorben“. Als Folge, so führt das Anschreiben fort, werden die Leistungen mit sofortiger Wirkung eingestellt.

Das Jobcenter hatte zur Zeit des Briefes also definitiv Kenntnis über den „Zustand“ von W. und nahm diesen sogar als Anlass für die Sendung. Damit aber noch nicht genug, denn in den weiteren Zeilen des Anschreibens fordert das Jobcenter Bremen eine Stellungnahme von W. und bietet außerdem an, die Leistungen nachzuzahlen, sofern sich W. entsprechend erklären kann.

Zurück ins Leben für Philipp W.?

Ob der Sachbearbeiter an Reinkarnation glaubt oder nicht: in jedem Fall hätte der verstorbene W. Anspruch auf die Leistungen, wenn „der Tod wieder aufgehoben wird“. Einen weiteren Fauxpas erlaubt sich das Jobcenter am Ende des Briefes – und setzt auf die bisherigen Fehler sogar noch einen drauf.

Demnach soll der verstorbene W. doch bitte ankreuzen, ob der Todeszustand tatsächlich zutrifft und die Antwort dann schnellstmöglich an das Jobcenter übermitteln, damit dieses weitere Schritte entsprechend seines Zustandes einleiten kann. Für die Mutter, die den Brief anstelle von W. in Empfang nahm, hat das Schreiben eine schockierende Wirkung.

Pietätloses Verhalten des Jobcenters

Die Mutter zeigt sich in einem Interview mit einer regionalen Zeitung erschüttert über das Vorgehen vom Jobcenter. Daraufhin ließ das Jobcenter verkünden, dass es zu einem bedauerlichen Fehler gekommen ist, für den man sich entschuldige, es sich aber um einen Einzelfall handeln würde.

Bildquelle: © bluedesign – Fotolia.com

2 Bewertungen
5.00 / 55 2