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„Es werde Licht“ – was nach einer göttlich-genialen Eingebung klingt, gehört heute in nahezu allen deutschen Haushalten zu einer alltäglichen Selbstverständlichkeit.

Und das ist keine wirkliche Überraschung, denn ohne Lampen, Kühlschränke, Fernseher oder Computer kommt heutzutage nahezu keine Wohnung mehr aus. Im Gegenteil: All diese technischen Gegenstände gehören zum Einrichtungsgrundbedarf, ohne den wir uns ein Leben fast nicht mehr vorstellen können.

Natürlich benötigen sämtliche elektrischen Geräte Strom – und das dieser nicht kostenlos aus der Steckdose fließt, ist allgemein bekannt.

In dieser Hinsicht haben auch „Normalzahler“ mit hohen Preisen und einem Tarifdschungel zu kämpfen, aber für Hartz IV-Empfänger ist es noch einmal komplizierter…

✅ In diesem Artikel werden alle Fragen zu Hartz 4 beantwortet

Übersicht:

  • Was geben die Deutschen im Monatsdurchschnitt für Strom aus?
  • Wie viel Geld hat ein Hatz IV-Empfänger für seine Stromrechnung zur Verfügung?
  • Welche Lösungsansätze und Tipps gibt es?

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Was geben die Deutschen im Monatsdurchschnitt für Strom aus?

Bevor es um die tatsächlichen Werte geht, zunächst einmal eine gute Nachricht: Die Strompreise sind 2015 im Gegensatz zu den Jahren 1998 bis 2014 nicht gestiegen.

Dafür hatten sie in diesem Zeitraum jedoch einen Preissprung von 17,11 auf 29,13 Cent pro Kilowattstunde hingelegt. Alleine zwischen 2010 und 2014 stiegen die Preise für den Normalverbraucher laut statistischem Bundesamt um satte 26% – Pech für die Privathaushalte, Glück für die energieintensive Industrie, bei der die Preise dank der Ökostromförderung sogar um 1% fielen.

Der Hauptgrund für den hohen Anstieg waren die staatlichen Abgaben auf den Strompreis die von 25% im Jahr 1998 auf mehr als 50% in 2014 kletterten.

Doch 2015 tut sich etwas auf dem Strompreismarkt:

Das liegt unter anderem daran, dass 300 Grundversorger ihre Preise reduziert haben, wenn auch nur geringfügig im Schnitt um 2,4%.
Das macht bei einem Musterhaushalt mit mehreren Personen bei 5.000 kWh im Jahr 35 €. Hat man Glück und bezieht seinen Strom von einem Anbieter, der seine Preise sogar um 9,3% nach unten anpasst, spart man sogar bis zu 134 € . Solche Werte dürften dennoch eher selten sein.

Darüber hinaus sinkt die WEG-Umlage von 6,24 Cent pro kWh um 0,07 Cent auf 6,17 Cent und auch die Strompreise an der Leipziger Strombörse sinken und erreichen endlich den Verbraucher.

Grund dafür ist das niedrige und stabile Preisniveau. Weil Strombetriebe ihren Strom oft bis zu 3 Jahre im Voraus kaufen, sind die Preissenkungen für 2015 und 2016 im Prinzip ausgemachte Sache. Kleiner Wermutstropfen dabei: RWE und E.on, die größten Anbieter, bleiben bei ihren hohen Preisen.

Und damit nun zu den gängigen Stromausgaben. Wenn man alle Stromsparmöglichkeiten optimal ausreizt und einen günstigen Tarif sein eigen nennen kann, kommt man für einen Mehrpersonenhaushalt bei 3.500 kWh im Jahr auf gut 1.000 €, also 83,33 € im Monat.

Wer im Grundversorgungstarif fest steckt, muss allerdings fast 100 € pro Jahr (8,33 € pro Monat) mehr bezahlen.

Zusätzlich schwanken die Preise von Bundesland zu Bundesland und sind gerade in östlichen Bundesländern höher als im Westen.
Während man in Bremen im Tarifdurchschnitt 55,78 € pro Monat und in Niedersachsen 59,69 € bezahlt, fallen in Thüringen bereits 61,43 € und in Mecklenburg-Vorpommern sogar 66,19 € im Monat an.

Schon ein echter Unterschied, wenn die Kasse nicht so gut gefüllt ist…

Wie viel Geld hat ein Hatz IV-Empfänger für seine Stromrechnung zur Verfügung?

Generell steht Hartz IV-Empfängern ein Teil der im Haushalt anfallenden Nebenkosten zu. So bezahlt die Agentur für Arbeit beispielsweise die Heizkosten, sofern sie sich in einem angemessenen Rahmen bewegen.
Mietnebenkosten für Strom, Warmwasser oder Gas zu Kochen trägt sie jedoch nicht; diese muss der Hartz IV-Empfänger selbst aufbringen.

Check 24 hat errechnet, dass ein ein-Personen-Haushalt 2014 im Schnitt auf Stromkosten von 43 € im Monat kommt.

Der Hartz IV-Regelsatz sieht allerdings nur 33 € vor – eine Lücke von immerhin 10 €. Bei einem Gesamtbudget von 399 € sieht das auf den ersten Blick zwar nicht nach allzu viel aus. Doch wenn das Geld auch in anderen Bereichen knapp ist, ist jede Zusatzausgabe ein echtes Problem und das Geld muss an anderer Stelle, beispielsweise beim Essen oder der Kleidung eingespart werden.

Weitere ungünstige Faktoren:

Wer die Bonitätsprüfung des Stromanbieters nicht besteht – was sehr wahrscheinlich ist, wenn man arbeitslos ist und keine nennenswerten Rücklagen hat -, bleibt fast immer im teureren Grundversorgungstarif.

Zudem fehlt für teurere, aber stromsparendere Haushaltsgeräte das Geld – und weil man öfter und länger zu Hause ist, steigen die Kosten für Fernseher, Computer oder Radio oft noch zusätzlich an.
Was tun?

Welche Lösungsansätze und Tipps gibt es?

Aufgrund der oben geschilderten Geldknappheit schlägt der Deutsche Caritasverband eine Regelsatzerhöhung vor. Diese soll nicht unbedingt die fehlenden 10 € ausgleichen, sondern auf die jeweils aktuellen Strompreise eingehen. Als positiven Nebeneffekt könnten sich Hartz IV-Empfänger auch energieeffizientere Haushaltsgeräte leisten und ihre Stromkosten damit eigenhändig weiter reduzieren.

Des Weiteren hält er eine Verstärkung der energetischen Gebäudesanierungen für sinnvoll: In einem besser konzipierten Haus sei das Stromsparen noch einfacher…

Allerdings würden damit auch die Mietkosten steigen und die Debatte, was preislich angemessen sei, ebenfalls wieder hochkochen.

Da die Hartz IV-Regelsätze für 2016 nur eine Erhöhung um 5 € auf 404 € pro Monat für einen Regelbedarfsstufe-1-Empfänger erhöht werden, bleiben Hartz IV-Empfängern also nur die verdächtigen Tricks wie:

  • so viel Tageslicht wie möglich nutzen,
  • LED und Dimmer installieren,
  • Stand-By-Verluste durch Trennen der Geräte vom Netz vermeiden,
  • auf effiziente Geräte zu achten,
  • einen möglichst günstigen Stromtarif zu suchen,
  • und zu hoffen, dass keine plötzlichen Zusatzkosten entstehen.

Sonst bleibt die Küche wohl das ein oder andere Mal kalt…

Bildquelle: © photo 5000 – Fotolia.com

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