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Die Vereinbarkeit von Kind und Karriere ist heute eines der drängendsten Forderungen an die Arbeitswelt. Sinkende Geburtenzahlen und frustrierte weil kinderlose weibliche Mitarbeiter sind dazu treibende Indikatoren. Zwei große Konzerne gehen mit gutem Beispiel voran und zeigen, wie eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich ist.

Und raus bist du? – Nicht bei RWE und SIEMENS

Das Potential talentierter  Mitarbeiter zu erhalten ist ein erklärtes Ziel dieser beiden Großkonzerne. Dass die Schaffung von Nachwuchs extrem langfristige Prozesse sind, die zudem kaum zwingend ein Return-on-Invest für das eigene Unternehmen darstellen, ist mittlerweile in den Chefetagen akzeptiert worden. Man sieht in der Bereitstellung angepasster Arbeitszeitmodelle vor allem die Haltung von produktiven und gut ausgebildeten Arbeitnehmern.

Noch bieten erst etwa 17 Prozent aller Arbeitgeber Home-Office als Alternative zur Anwesenheitspflicht im Büro an. Doch die technischen Möglichkeiten erzeugen hier einen hohen Druck, dem sich auf Dauer kaum ein Unternehmen entziehen kann. Eine der größten Ängste ist seitens der Arbeitnehmer jedoch, dass Job- und Karrierechancen durch die Elternzeit leiden könnten. Mit äußerst entgegenkommenden Modellen gelingt es SIEMENS und RWE jedoch, diese Gefahr so gering wie möglich zu halten.

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Am Anfang steht der PC

Die Grundvoraussetzung für Heimarbeit ist der digitalisierbare Beruf. Nur, was extern erledigt werden kann, kann auch in Heimarbeit verrichtet werden. Die Zeiten, in denen Hausfrauen am Küchentisch Kugelschreiber montiert haben, sind seit Jahrzehnten vorbei.

Heute heißt Heimarbeit vor allem Planen, Kommunizieren, Kalkulieren oder Konstruieren – also klassische Aufgaben, die am PC erledigt werden. Vor allem die Bereitstellung der Kommunikationsmöglichkeiten – in der Regel ein Firmenhandy und der Labtop – stellen heute vor allem für die Großkonzerne kein wirkliches Problem mehr dar.

Flexibilität mit Regeln

Natürlich sind der Flexibilität bei Arbeitszeit und Anwesenheit im Büro dennoch gewisse Grenzen gesetzt. Eine Anwesenheitspflicht von mindestens 80% außerhalb der Elternzeit wird bei SIEMENS voraus gesetzt. Das bedeutet bei einer normalen 5-Tage-Woche aber, dass ein Mitarbeiter nach Firmenvorgabe durchaus einen Tag pro Woche seine Arbeit von zu Hause aus erledigen kann.

RWE geht hier noch einen Schritt weiter: Mit der Möglichkeit des Job-Sharings können sich zwei Mitarbeiter einen Arbeitsplatz teilen. Die geschaffenen Redundanzen geben dem Konzern eine gute Sicherheit, dass die anstehenden Arbeiten erledigt und idealerweise auch doppelt geprüft werden.

Beide Unternehmen bieten vor allem Eltern ein „Home Office auf Zuruf“ an. Das ist vor allem bei Krankheitsfällen innerhalb der Familie sehr sinnvoll. Statt einen Urlaubstag opfern zu müssen, bleiben Mutter oder Vater einfach zu Hause, wenn da Kind mit einer Infektion das Bett hüten muss.

Bildquelle: © drubig-photo – Fotolia.com

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