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Immer mehr Menschen beantragen Hartz IV. Dies ist sicherlich kein gut gehütetes Geheimnis. Schließlich ist das Arbeitslosengeld genau dafür eingerichtet worden – um Menschen die finanzielle Überbrückung sozialer Notstände zu ermöglichen. Ob eine lange Zeit ohne Arbeit aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund von einer anderen Arbeitsunfähigkeit: Hartz IV hilft, ist jedoch grundsätzlich nur als Überbrückung gedacht. Warum dies in der Realität oft anders aussieht.

Jeder Fünfte schafft den Absprung

Neue Studien belegen, dass nicht einmal jeder Fünfte den Absprung aus dem Hartz-IV-System schafft und eine reguläre Arbeit findet. Hierbei stellt sich natürlich die Frage nach dem Rest. Rund 44 Prozent der Hartz-IV-Bezieher, welche aus der Statistik rausfallen, gehen den Weg in die „Nicht-Erwerbslosigkeit.“ Zu diesem Teil gehören diejenigen, welche in Rente gehen, langzeitarbeitslos sind, Elternzeit nehmen oder mindestens sechs Wochen als arbeitsunfähig gelten.

Insgesamt fällt der größte Teil der Menschen wegen Arbeitsunfähigkeit aus der Statistik. Seit 2009 liegt die Quote des Abgangs bei guten 22 Prozent. Somit ist die Abgangsquote höher als die Quote in einer regulären Beschäftigung. Hierbei sind in etwa 10 Prozent der Abgänge unter „Sonstiges“ vermerkt. Ein weiterer Abgangsgrund ist die „Beendigung der Hilfebedürftigkeit.“ Dazu zählen auch diejenigen Menschen, die schlicht ganz aufgegeben haben.

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Teufelskreis trotz Jobcenter?

Auf der Suche nach einem Job hilft das Jobcenter. Oder etwa nicht? Immer mehr Menschen beteuern, dass das Jobcenter nicht hilft, den Absprung aus Hartz IV zu meistern. Oftmals ist hierbei nur eine gute Portion Eigeninitiative hilfreich, da viele Jobcenter nicht ausreichend fördern können oder fördern wollen. Der Vorwurf besteht insbesondere darin, die Arbeitslosigkeit nur zu verwalten, sie jedoch nicht zu bekämpfen, da viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Jobcentern fernab der Realität leben und somit nur schwer helfen können. Viele Betroffene beschweren sich aus diesem Grund.

So müssen beispielsweise Nachweise für diverse E-Mail-Bewerbungen im Jobcenter auf Papier abgegeben werden. Liest man Vorwüfe wie diese, erinnert man sich schnell an die Hartz-IV-Rebellin Inge Hannemann aus Hamburg, die mit ihrer Ehrlichkeit bundesweit bekannt geworden ist und kein Blatt vor den Mund nimmt. Inge Hannemann weigerte sich einst, Sanktionen gegen junge Menschen in Hamburg-Altona zu verhängen, die seit langer Zeit arbeitslos sind. Aus diesem Grund wurde sie suspendiert und kämpft derzeit gegen ihre Zwangsversetzung. Immer wieder schildert sie – und ist dabei mittlerweile nicht mehr alleine – wie Menschen jegliche Existenzgrundlage verlieren. So ist der Teufelskreis enorm und es ist keine leichte Aufgabe, sich aus diesem zu winden. Insbesondere Familien mit Kindern haben zu kämpfen und können ihren Sprösslingen kaum eine gute Lebensgrundlage schaffen.

Die Anzahl der jungen, arbeitslosen Menschen steigt

Viele Menschen werfen den Jobcentern außerdem vor, nicht auf die einzelnen Menschen an sich zu schauen und nicht einmal mit den Gesetzen für Schwerbehinderte und Jugendliche vertraut zu sein. Hier müsste demnach die Schulung anders laufen. Beim momentanen Stand der Dinge und aufgrund der fehlenden Menschlichkeit in vielen Arbeitsagenturen sind viele Betroffene entweder nicht in der Lage, das Jobcenter aufzusuchen oder sehen darin überhaupt keinen Sinn mehr, da ihnen ohnehin nicht geholfen werden kann. Sehr bedenklich ist auch der Anstieg junger Menschen, die lange arbeitslos sind. Nicht wenige müssen sich ihren Unterhalt mit dem Verkauf von Drogen oder Psychopharmaka auf der Straße verdienen.

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