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Kindergeld gibt es ab Januar 2016 nur noch mit Steuernummer. Was bedeutet das für Sie, wenn Sie zum ersten Mal Kindergeld bekommen, oder wenn Sie weiterhin Kindergeld bekommen wollen? Wir stellen Ihnen die wichtigsten Informationen zusammen und sagen Ihnen verständlich, was Sie beachten sollten.

Überblick

  • Was ist Kindergeld?
  • Voraussetzungen
  • Anspruchsberechtigte
  • Höhe des Kindergelds
  • Zählkinder
  • Altersgrenzen
  • Antragsverfahren
  • Kindergeldnummer und Steuer-Identifikationsnummer
  • Steuer-Identifikationsnummer erfragen
  • Neuanträge
  • Günstigerprüfung
  • Wer ist von der Neuregelung 2016 betroffen?
  • Kritik

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Was ist Kindergeld?

Zu den Leistungen des deutschen Sozialstaates gehört es, dass Familien mit Kindern für einen bestimmten Zeitraum Kindergeld bekommen und darüber hinaus steuerliche Vorteile genießen. Das Kindergeld ist Teil des Familienleistungsausgleichs und wird in zwei Gesetzen geregelt: dem Einkommensteuergesetz und dem Bundeskindergeldgesetz.

Voraussetzungen

In Deutschland hat jeder Anspruch auf Kindergeld, der hier unbeschränkt steuerpflichtig ist. Auch wer das nicht ist, kann unter Umständen Kindergeld beantragen. Die Regelungen für verschiedene Berufsgruppen wie zum Beispiel Diplomaten, die mit ihrer Familie die meiste Zeit im Ausland verbringen, sind teilweise sehr speziell. Hier lohnt es sich, sich beraten zu lassen, wenn Sie unsicher sind.

Anspruchsberechtigte

Grundsätzlich erhalten die Eltern, Adoptiveltern oder Pflegeeltern eines Kindes das Kindergeld. In besonderen Fällen, zum Beispiel wenn es sich um Waisen handelt, kann das Kind das Kindergeld auch für sich selbst beantragen. Ansonsten ist es häufig üblich, dass die Eltern ihren Kindern das Kindergeld spätestens ab deren 18. Geburtstag weitergeben.

Höhe des Kindergelds

Ab Januar 2015 beträgt das Kindergeld monatlich 188 Euro jeweils für das erste und das zweite Kind. Für das dritte Kind gibt der Staat 194 Euro, für alle weiteren Kinder jeweils 219 Euro. Ab dem 1. Januar 2016 wird dieser Betrag um monatlich weitere 2 Euro erhöht.

Zählkinder

Für die Kindergeldzahlungen ist die Reihenfolge der Kinder wichtig. In einer Patchworkfamilie kann das dazu führen, dass ein Kind aus einer anderen Partnerschaft mitgezählt wird, aber selbst nicht zu einem Anspruch auf Kindergeld berechtigt, weil der andere Elternteil das Geld bekommt. Damit steigt bei den nachfolgenden Kindern der Anspruch auf das Kindergeld.

Altersgrenzen

Kindergeld wird mindestens bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gezahlt. Darüber hinaus besteht der Kindergeldanspruch bis zum 21. Lebensjahr weiter, wenn kein Beschäftigungsverhältnis oder eine Absicherung durch Arbeitslosengeld vorliegen. In einer schulischen oder beruflichen Ausbildung liegt die Altersgrenze bei 25 Jahren. Dabei gibt es Vorgaben, was genau unter einer Ausbildung zu verstehen ist.

Wenn eine Behinderung vorliegt, durch die es ausgeschlossen ist, dass die Kinder selbst für ihren Unterhalt sorgen können, entfallen die Altersgrenzen.

Antragsverfahren

Um Kindergeld zu erhalten, muss ein schriftlicher Antrag bei der zuständigen Familienkasse eingereicht werden. Das kann auch rückwirkend geschehen, denn der Kindergeldanspruch verjährt erst nach vier Jahren. Daraufhin erhalten die Eltern eine Kindergeldnummer, über die der Fall abgewickelt wird. Dabei geben die Endziffern an, wann das Geld überwiesen wird: Bei 0 und 1 am Monatsanfang, bei 2 bis 7 im Laufe des Monats und bei 8 und 9 am Monatsende.

Kindergeldnummer und Steuer-Identifikationsnummer

Ab Januar gibt es Kindergeld nur noch mit Steuer-Identifikationsnummer. Damit soll leichter sichergestellt werden, dass es nicht zu missbräuchlichen Anträgen kommt. Die Zahlungen werden zwar nicht von einem Monat auf den anderen eingestellt, wenn die Steuernummer nicht vorliegt, aber dennoch sollten Sie diese so schnell wie möglich übermitteln.

Die Steuernummer findet sich auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers oder dem Einkommensteuerbescheid. Wenn Sie mehrere Steuernummern zugewiesen bekommen haben, sagt Ihnen die für das Kindergeld zuständige Behörde gerne, welche Steuernummer verwendet werden muss. Konkret sind das die Steuer-Identifikationsnummer des betreffenden Kindes und des Elternteils, der das Kindergeld bekommt.

Die Steuer-Identifikationsnummer erkennen Sie daran, dass Sie elf Stellen hat.

Steuer-Identifikationsnummer erfragen

Die Steuer-Identifikationsnummer wird jeder Person zugeteilt, die im Melderegister in Deutschland erfasst ist. Wenn Sie das entsprechende Schreiben mit der Steuer-ID nicht finden, dann können Sie sich an das Bundeszentralamt für Steuern wenden und sich die Nummer erneut zusenden lassen. Das ist auch online möglich. Der Antrag auf Kindergeld kann erst gestellt werden, wenn diese Nummer zugeteilt wurde.

Da das Kindergeld auch rückwirkend gezahlt wird, sind Verzögerungen bei der Zuteilung nicht weiter gravierend. Normalerweise wird die Steuernummer in den ersten drei Monaten nach der Geburt zugeteilt. Erst wenn Sie danach noch keine Steuernummer für das Kind erhalten haben, sollten Sie nachfragen.

Neuanträge

Wer bis Ende 2015 bereits Kindergeld erhält, der muss sich auch für 2016 keine Sorgen machen. Es genügt, wenn Sie bei der nächsten Gelegenheit, bei der Sie schriftlich mit Ihrer Familienkasse in Kontakt treten, die Steuer-Identifikationsnummern mitteilen.

Nur bei Neuanträgen geht es nicht mehr ohne diese Nummer. Da das Kindergeld auch ohne das dafür entworfene Formular beantragt werden kann, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Antrag die Identifikationsnummer enthält. Eine telefonische Übermittlung ist nicht möglich.

Günstigerprüfung

In Deutschland haben Sie den Vorteil, dass das Finanzamt automatisch prüft, ob Sie mit dem Kindergeld oder mit dem Steuerfreibetrag einen größeren finanziellen Vorteil haben.

Das bedeutet, dass Sie bei einem niedrigen Einkommen immer das Kindergeld ausgezahlt bekommen, egal wie viel Sie verdienen und bei einem höheren Einkommen den Kinderfreibetrag, der Ihnen zusätzlich zum Kindergeld zusteht. Es ist aber nicht verkehrt, wenn Sie selbst noch einmal nachrechnen, um sicherzugehen, dass Sie das bekommen, was Ihnen zusteht.

Wer ist von der Neuregelung 2016 betroffen?

Schätzungsweise liegen die Steuer-Identifikationsnummern bei Eltern, die bereits Kindergeld beziehen, schon in 90 % der Fälle vor. Bei Neuanträgen müssen sie sowieso eingereicht werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Familienkasse alle Informationen hat, die sie braucht, dann genügt ein Anruf, um es festzustellen.

Kritik

Die Neuregelung sorgte für Verwirrung, da die genauen Umstände nicht ausreichend kommuniziert wurden. Deshalb fühlten sich viele Eltern verunsichert, für die gar kein Handlungsbedarf besteht.

Bildquelle: © S.Kobold – Fotolia.com

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