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Wofür geben die Kirchen Geld aus, das sie über die vom Staat eingezogene Kirchensteuer bekommen? Die Kirchen selbst sagen, dass sie damit dem gesellschaftlichen Gemeinwohl dienen und Beiträge leisten zu Bildung, Erziehung und sozialen Aufgaben des Staates. Die Kritiker behaupten, dass der größte Teil der Finanzmittel nur der Kirche selbst dient und im eigenen Apparat verbraucht wird.

Die Sichtweisen

  • Zahlen der Kirche
    Zahlen der Kritiker
  • Die Verwendungen
    Gesellschaftlicher Nutzen
    Vornehmlich Eigenverbrauch
  • Die Auswirkungen
    Vorbildfunktion
    Ehrenamt

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Kirchensteuer: So tretten Sie aus

Kirchensteuer

Die Darstellung der Kirche

Erziehung und Soziales

Beispielhaft für andere Konfessionen stehen die evangelischen Christen: Sie geben die Strukturen von Einnahmen und Ausgaben repräsentativ wider. Die evangelischen Landeskirchen Deutschlands nahmen 2012 knapp fünf Milliarden Euro an Kirchensteuer ein. Dafür zahlen sie an die staatliche Finanzverwaltung, die das Geld von den Steuerpflichtigen einzieht, jährlich insgesamt 162 Millionen Euro für diese Dienstleistung.

Fast zwei Milliarden Euro – also knapp 20 Prozent – gingen 2012 nach eigenen Angaben an die insgesamt 224.000 Beschäftigten der evangelischen Kirchen in Deutschland. Die nächst größeren Posten sind der Betrieb der evangelischen Kindertagesstätten mit fast 1,9 Milliarden Euro und knapp 19 Prozent. Auf Platz drei folgt die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Gemeinden mit 1,22 Milliarden Euro (12,3 Prozent). Dahinter liegen mit 1,04 Milliarden Euro (10,4 Prozent) Betrieb und Gebäude-Unterhalt.

Weitere Einnahmequellen

Die Kirchensteuer-Einnahmen machten jedoch nur 48 Prozent der Einnahmen von den evangelischen Landeskirchen Deutschlands 2012 aus. Insgesamt betrugen die Einnahmen des Jahres fast zehn Milliarden Euro. Sie flossen in Form von Zuschüssen und Fördermitteln für Leistungen, die evangelische Einrichtungen zum Nutzen der Gesellschaft erbringen. Das sind neben Erträgen aus Pacht und Mieten vor allem noch die Bezahlung der Religionslehrer

Die Sicht der Kirchenkritiker

Überwiegend Selbstverbrauch

Kirchenkritische Kreise werten Einnahmen und Ausgaben der Kirchen deutlich anders. Sie rechnen vor, dass zwei Drittel der Kirchensteuer in die Bezahlung von Pfarrern und Kirchenpersonal fließt. Nach Angaben der Kirchenkritiker verdient ein Pfarrer in Deutschland 4000 Euro im Monat, so viel wie ein Regierungsdirektor und so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt.

Außerdem würden Landesbischöfe vom Staat bezahlt, ebenso wie unter anderem Religionsunterricht und Theologenausbildung: für 2013 seien das 20 Milliarden Euro gewesen. Dazu kämen kirchlich Steuerprivilegien, die 2013 mit über zehn Milliarden Euro anfielen, auf die der Staat verzichtete.

Motor für Ehrenamt

Nach Angaben der Kirchenkritiker fließen nur fünf bis acht Prozent der Kircheneinnahmen in öffentliche, soziale Zwecke. Doch ihre ebenso nachvollziehbaren Angaben benötigen eine Relativierung: Denkmalpflege und Erziehung zum Beispiel müssten staatliche Einrichtungen übernehmen, wenn die Kirchen sie nicht mehr tragen. Außerdem motivieren Kirchen für ehrenamtliche Arbeit in einer Weise, die staatlichen Einrichtungen nicht ohne weiteres gelingt.

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