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Nachdem die gängigen Chemotherapien nur unzureichende Ergebnisse bringen, geht die Schulmedizin jetzt neue Wege. Zufällig wurde entdeckt, dass eine Virusinfektion oder eine Impfung mit abgeschwächten Viren Tumore zum Schrumpfen bringen kann. So liegt es nahe, Viren zur Krebsbekämpfung zu nutzen. Die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen – Viren-Therapien werden zur Zeit in Studien an Krebskranken getestet und sind noch nicht zugelassen. Die bisherigen Ergebnisse sollen Anlass zur Hoffnung geben.

Übersicht:

  • Wie funktioniert die Krebstherapie mit Viren?
  • Verschiedene onkolytische Viren gegen unterschiedliche Krebsarten
  • Wie sicher ist die Viren-Therapie?
  • Die Gefährlichkeit von Viren ist nicht zu unterschätzen

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Wie funktioniert die Krebstherapie mit Viren?

Viren werden genetisch so verändert, dass sie gezielt Krebszellen angreifen, nicht aber gesundes Gewebe. Diese speziellen (onkolytischen) Viren werden in den Tumor eingeschleust, dringen in die Tumorzellen ein und vermehren sich darin. Nach einiger Zeit platzt die Tumorzelle und setzt die vermehrten Viren frei, die sofort neue Tumorzellen befallen. So stirbt das Tumorgewebe nach und nach ab. Das soll auch funktionieren, wenn sämtliche andere Krebstherapien versagt haben.

Verschiedene onkolytische Viren gegen unterschiedliche Krebsarten

Geforscht wird mit diversen Viren-Arten, am vielversprechendsten sollen Herpes- und Pockenviren sein. Der veränderte Herpes-Virus wurde bei Melanomen (schwarzer Hautkrebs) im fortgeschrittenem Stadium getestet. Genetisch veränderte Pocken-Impfviren wurden an der Universität Tübingen gegen nicht operablen Bauchfellkrebs eingesetzt und amerikanische Wissenschaftler spritzten onkolytische Pocken-Viren in den Blutkreislauf von Patienten mit unterschiedlichen Krebsarten.
Onkolytische Reo-Viren sollen gegen Hirntumore wirksam sein. Veränderte Masern-Viren sind vielversprechend bei Tumoren des Lymphsystems.

Wie sicher ist die Viren-Therapie?

Momentan liegen noch keine Bewertungen von Kontrollbehörden vor, die die Sicherheit der Viren-Therapie einschätzen. Es wird weiter geforscht: Verzweifelte Versuchskaninchen dürften genug zu finden sein.

Der Trick bei der Viren-Therapie ist, den onkolytischen Virus so zu verändern, dass das körpereigene Immunsystem ihn nicht als schädlichen Eindringling erkennt und gleich ausschaltet. Das birgt Gefahren: Was löst ein veränderter Erreger aus? Was tun, wenn wider Erwarten eine Vermehrung nicht nur in Tumorzellen stattfindet? Die Schulmedizin hat nur wenige Notfall-Medikamente gegen Virus-Erkrankungen. Diese sind extrem teuer, wirken nur begrenzt und können extreme Nebenwirkungen haben. Sie sind daher ungeeignet zum breiten Einsatz bei Epidemien.

Die Gefährlichkeit von Viren ist nicht zu unterschätzen

Krebspatienten haben meist ein geschwächtes Immunsystem. Viren können unbemerkt lebenslang im Körper sein, sich verändern und bei Abwehrschwäche so massiv ausbrechen, dass Lebensgefahr besteht.

Durch Pockenepidemien starben unzählige Menschen. Herpesviren lösen Gürtelrose aus und gerät der weitverbreitete Lippenherpes auf die Augenhornhaut, kann Erblindung die Folge sein. Nach problemlos durchgemachter Masern-Infektion kann noch nach Jahren eine tödliche Gehirnentzündung auftreten. Masern-Impfungen stehen im Verdacht, Gehirnentzündungen verschiedenen Ausmaßes zu verursachen, die Erkrankungen wie Hyperaktivität oder Autismus zur Folge haben könnten.

Das Virus-Horrorszenario reicht eigentlich, aber vielleicht kommt durch veränderte Viren noch etwas Neues auf uns zu, das so wenig in den Griff zu bekommen ist wie Aids oder echte Grippe. Und hoffentlich bleibt die Menschheit von einem onkolytischen Viren-Cocktail namens Krebs-Impfung verschont, damit es nicht eines Tages heißt: „Die Geister, die ich rief, werd ich nicht mehr los.“

Bildquelle: © DigitalGenetics – Fotolia.com

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