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Das Wohngeld ist eine Sozialleistung, um Bürgern mit niedrigem Einkommen Wohnen zu vertretbaren Bedingungen zu ermöglichen. Grundlage bildet das Wohngeldgesetz. Bereits zur Jahresmitte 2015 hatte der Bundestag eine Reform des bestehenden Wohngeldgesetzes aus dem Jahre 2009 beschlossen. Die neuen Vorschriften sind ab 1. Januar 2016 wirksam. Sie bedeuten mehr Wohngeld für mehr Leistungsbezieher.

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Wohngeld

Reform des Wohngeldgesetzes 2009

Damit greift der Gesetzgeber bewusst Menschen unter die Arme, die angesichts immer weiter steigender Mieten zunehmend Probleme haben, ihre Wohnung zu bezahlen. Die alten Wohngeldsätze aus dem Jahre 2009 sind inzwischen durch die Marktentwicklung längst überholt. Daher sah die Große Koalition Handlungsbedarf. Bereits im Koalitionsvertrag war eine Reform vereinbart worden.

Nach Angaben der Bundesregierung wird mit der Neufassung das Wohngeld im Durchschnitt um 39 Prozent erhöht. Ein Zwei-Personen-Haushalt, der im Jahre 2013 115 Euro monatlich erhalten hatte, könnte mit der Neuregelung auf nunmehr 186 Euro kommen. Ein weiterer wichtiger Reformschritt ist eine gewisse Dynamisierung. Waren die Wohngeldsätze bisher statisch, sollen sie jetzt alle zwei Jahre überprüft und dann automatisch an die Entwicklung von Einkünften, Mieten und Nebenkosten angepasst werden.

Wohngeld – diese Faktoren bestimmen die Höhe

Bei der Wohngeld-Berechnung spielen drei Faktoren eine Rolle:

  • – die Anzahl der einzubeziehenden Haushaltsmitglieder;
    – das Gesamteinkommen;
    – die zuschussfähige Miethöhe bzw. die zuschussfähige Belastung von Wohnungseigentümern. Diese Größen hängen vom örtlichen Mietniveau ab.

Die Höhe des Wohngeldanspruchs berechnet sich daraus nach einer komplizierten Formel.

Wer Anspruch auf Wohngeld hat

Wohngeld können vor allem Haushalte nutzen, deren Einkünfte sich knapp über den Einkommensgrenzen der Grundsicherung, der Sozialhilfe oder des Arbeitslosengeldes II – „Hartz IV“ – bewegen. Wer dagegen eine dieser Sozialleistungen bezieht, hat keinen Wohngeldanspruch, da in ihnen bereits Unterstützung für Wohnen enthalten ist. Bei höheren Einkommen entfallen die Zuschussvoraussetzungen.

Mehr Leistungsbezieher durch Reform

Im Rahmen der Reform wurden zum einen die Wohngeldtabellen angepasst. Dabei wurde der Anstieg der Einkommen wie der Mieten und Nebenkosten seit 2009 berücksichtigt. Zum anderen wurden die zuschussfähigen Miethöchstbeträge regional gestaffelt und in Regionen mit besonders starken Mietsteigerungen überdurchschnittlich angehoben. Damit wird der Mietentwicklung in Ballungsgebieten und Städten mit besonders engen Wohnungsmärkten Rechnung getragen.

Die Bundesregierung schätzt, dass sich durch diese Maßnahmen die Zahl der wohngeldbeziehenden Haushalte im nächsten Jahr wieder auf 870.000 erhöhen wird. Darunter sind voraussichtlich 320.000 Haushalte, die erstmals oder erneut Anspruch auf Wohngeld haben. In den Jahren zuvor war der Umfang der Wohngeldansprüche stetig zurückgegangen. Dies lag sowohl an den gestiegenen Einkommen und der damit verbundenen Überschreitung von Einkommensgrenzen, als auch an der Tatsache, dass immer mehr Mieten sich jenseits der zuschussfähigen Höchstbeträge bewegten – beides eine Folge der starren Grenzen im bisherigen Gesetz.

Nicht jeder muss einen Antrag stellen

Wer schon Wohngeldempfänger ist, muss zum 1. Januar nichts zusätzlich veranlassen. Die Anpassung des Wohngeldes erfolgt automatisch, es wird lediglich ein neuer Bescheid ausgestellt. Wenn das Wohngeld dagegen erstmals oder erneut in Anspruch genommen werden soll, muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. In größeren Städten sind dafür spezielle Wohngeldstellen oder Sozialämter zuständig. In ländlichen Räumen erfolgt die Bearbeitung in der Regel durch die Landratsämter, Anträge können aber bei der jeweiligen Gemeinde eingereicht werden.

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