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Auch Minijobber haben einen Anspruch auf mindestens 24 Urlaubstage pro Jahr, die sie jedoch nicht als echte Freizeit nehmen müssen. Auch die Abgeltung der Urlaubsansprüche ist vom Gesetzgeber vorgesehen, wirkt sich jedoch in vielen Fällen nachteilig aus, wie die folgenden Ausführungen zeigen.

ÜBERSICHT

URLAUB IM MINIJOB

  • – Wann ist der Urlaub zu nehmen?
  • – Zusätzliche Zahlung durch Abgeltung
  • – Folgen der Urlaubsabgeltung

UNVORHERSEHBARKEIT DER URLAUBSABGELTUNG

  • – Kündigung des Arbeitsverhältnisses
  • – Zeitliche Umsetzbarkeit

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Urlaub im Minijob

– Wann ist der Urlaub zu nehmen?

Bei einem Minijob ist der gewährte Urlaub von 24 oder mehr Tagen grundsätzlich innerhalb des jeweiligen Kalenderjahres zu nehmen. Der Gesetzgeber sieht ausschließlich Ausnahmen vor, wenn sich diese Regelung aus betrieblichen Gründen nicht umsetzen lässt. So kann eine starke Nachfrage des Unternehmen in den letzten Monaten des Jahres dafür sorgen, dass sämtliche Mitarbeiter einen Urlaubsstopp erhalten haben. In diesem Fall können die verbleibenden Tage als Urlaubsanspruch ins Folgejahr mitgenommen werden.

– Zusätzliche Zahlung durch Abgeltung

Als Alternative zum Nehmen bzw. der Mitnahme des Urlaubs ist die Abgeltung denkbar, d. h. der Mitarbeiter lässt sich seine Urlaubstage auszahlen. Wird monatlich die maximale Grenze von 450 Euro als Einnahme erreicht, übersteigen diese Sonderzahlungen jedoch die vom Gesetzgeber erlaubte Jahreseinnahme im Minijob von 5.400 Euro. Tritt dies ein, ist eine Überprüfung die Folge, ob es sich weiterhin um ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis handelt oder nicht.

– Folgen der Urlaubsabgeltung

Im Falle einer Überschreitung der genannten Jahreseinnahme durch eine Urlaubsabgeltung kann es sich nicht mehr um einen Mini-, sondern einen Midijob handeln. Für den Gesetzgeber ist dies vorrangig im Bereich der Sozialversicherungsabgaben interessant, Arbeitnehmer und -geber müssten hierdurch einen etwas höheren Beitrag zahlen. Dies lässt sich umgehen, wenn die Urlaubsabgeltung nachweislich nicht regelmäßig stattfinden und außerdem unvorhersehbar war.

Unvorhersehbarkeit der Urlaubsabgeltung

– Kündigung des Arbeitsverhältnisses

Für die Bemessung einer Unvorhersehbarkeit der Urlaubsabgeltung setzt der Gesetzgeber klare Richtlinien, vor allem zwei Situationen werden von ihm akzeptiert. Der erste Fall stellt die Auflösung des Arbeitsverhältnisses im Laufe des Kalenderjahres dar, die entweder als fristlose Entlassung oder in beidseitigem Einvernehmen erfolgen darf.

Bestehen bei der Auflösung noch Ansprüche auf Urlaubstage, kann sich der entlassene Minijobber diese abgelten lassen, ohne hierdurch eine Auswirkung auf die Bewertung des bisherigen Beschäftigungsverhältnisses fürchten zu müssen.

– Zeitliche Umsetzbarkeit

Die andere Faktor zur Einschätzung der Beschäftigung ist die zeitliche Realisierbarkeit des Urlaubsanspruches. Hier bemisst der Gesetzgeber, ob die verbleibenden Tage eines Jahres unter den betrieblichen Anforderungen des Arbeitgebers ausgereicht hätten, um die ausstehenden Urlaubstage zu nehmen. Wäre dies der Fall gewesen und hat dennoch eine Abgeltung des Urlaubs stattgefunden, kann für den entsprechenden Monat ein nicht geringfügiges Beschäftigungsverhältnis vorgelegen haben.

Bildquelle:  © stockWERK – Fotolia.com

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