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Was ist ein Minijob ?

Arbeitsvertrag Minijob

Der Begriff Minijob wurde im Jahre 2013 geprägt, als die damals „geringfügige Beschäftigung“ , die pauschal besteuert wurde, zu einer zumindest geringen Beteiligung an der Sozialversicherungspflicht herangezogen wurde.

Im gleichen Zuge wurde die Verdienstobergrenze dieser Beschäftigungsverhältnisse auf 450,00 Euro monatlich angehoben.
Diese Einkünfte werden pauschal mit 30 Prozent versteuert und in diesem Betrag sind Abgaben zur Sozialversicherung enthalten.
Die Zentrale Einzugs und Erfassungsstelle für diese Arbeitsverhältnisse ist die sogenannte Minijobzentrale, bei der die Arbeitgeber die Beschäftigungsverhältnisse monatlich melden müssen.

Dazu gehören auch Rentenversicherungsbeiträge, die der Arbeitgeber mit 15% der Beiträge zahlt, die Differenz zu dem geltenden Rentenversicherungssatz (aktuell 3,7 Prozent) trägt der Arbeitnehmer.

Die Absicht der Bundesregierung dahinter war der gut gemeinte Gedanke, auch den sogenannten Geringverdienern eine Teilhabe an den Segnungen der Solidargemeinschaft , wie Kranken und Rentenversicherung zukommen zu lassen. Hier hatte man hauptsächlich die Arbeitsverhältnisse im Fokus, bei denen neben dem Hauptjob durch eine Nebenbeschäftigung noch ein Zusatzverdienst generiert wurde.

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Die ganze Wahrheit

Die Entwicklung der Minijobs ging jedoch nicht in die erwartete Richtung.
Statt die Hauptbeschäftigung zu unterstützen, gingen viele Arbeitgeber, hauptsächlich im Dienstleistungsgewerbe dazu über, die hauptberuflichen Beschäftigungsverhältnisse sucsesive in Minijobs umzuwandeln, um so Sozialabgaben zu sparen.
Viele Arbeitnehmer schlagen sich seither mit einem, oder was durchaus möglich ist, mit mehreren Minijobs durch.

Die Rentenbeiträge

Vorsicht ist bei den Minijobs geboten.
Sie waren und sind nur als kurzfristige Zwischenlösung gedacht und man sollte spätestens nach einem Jahr wieder in einen voll sozialversicherungspflichtigen Job zurückkehren, denn durch die relativ geringen Beiträge zur Rentenversicherung erwirtschaftet ein Minijobber in einem Jahr gerade einmal einen Rentenanspruch von 4,50 Euro.
Besonders dramatisch im Bezug auf spätere Rentenzahlungen ist der Umstand, das Minijobber per Verzichtserklärung die Möglichkeit haben, sich von der Rentenversicherungspflicht zu befreien.

Die Armutsfalle

Wer diesen Umstand nicht berücksichtigt, und auch privat keine Vorsorge für das Alter ( t.B. durch Zusatzversicherungen oder Abschluss einer Riester Rente getroffen hat, tappt unweigerlich in die Altersarmutsfalle, denn selbst bei langjähriger Beschäftigung im Minijob werden kaum nennenswerte Rentenansprüche erwirtschaftet.

Besonders Frauen sind betroffen

Besonders Frauen, die entweder nach Schwangerschaft oder Mutterschutz wieder in die Arbeitswelt zurückkehren wollen, sind von dieser Gefahr betroffen, da sie häufig in Minijobs wieder anfangen zu arbeiten um Anschluss an den Arbeitsmarkt zu bekommen.
Hier verrichten sie, oftmals überqualifiziert, die gleichen Arbeiten im Dienstleistungsgewerbe zu geringeren Löhnen als Festangestellte.
Besonders hart betroffen sind alleinerziehende Mütter und Väter, denen es zeitlich kaum möglich ist, einen Fulltimejob auszuführen.

Raus aus dem Teufelskreis!

Die Neigung der Arbeitgeber, die voll sozialversicherungspflichtigen Jobs in Minijobs umzuwandeln, trägt also unmittelbar dazu bei, das mit Minijobs auch nur Minirenten erwirtschaftet werden.

Der Absturz am Ende der Lebensarbeitszeit ist damit vorprogrammiert, und führt zu massenhafter Altersarmut, Sturz in die Grundsicherung, und die Notwendigkeit, auch im Alter noch durch einen Minijob etwas neben der Rente hinzuzuverdienen.
Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, sollte man bemüht sein, so schnell als möglich wieder einen voll sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu erhaschen und im Rahmen der Möglichkeiten auch nach privater Vorsorge Ausschau zu halten, auch wenn es schwer fällt.

Minijob vs. Mindestlohn

Die Einführung des Mindestlohnes scheint zumindest tendenziell dazu zu führen, das sich Minijobs bei anständiger Bezahlung für Arbeitgeber nicht mehr lohnend erscheinen, da bei den Minijobverhältnissen nicht nur die Einkommensgrenze von 450,00 Euro gilt, sondern gleichzeitig auch die zeitliche Deckelung der wöchentlichen Arbeitszeit auf maximal 15 Stunden, will heißen das bei entsprechendem Stundenlohn kaum noch effiziente Wochenarbeitszeiten generiert werden können und eine Trendwende hin zur Vollzeitbeschäftigung stattfindet.

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