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Übersicht:

  • – Hartz IV Leistungen
    – Regelsatz
    – Verschulden
    – Erhöhung des Regelsatzes
    – größere Anschaffungen sind nicht möglich

Die Theorie des Gesetzgebers!

✅ In diesem Artikel werden alle Fragen zu Hartz 4 beantwortet

Die Theorie des Gesetzgebers sagt aus, dass ein Hartz IV Empfänger, der den Regelsatz erhält, für Notfälle oder größere Anschaffungen ansparen sollte. Dabei sieht die Praxis aber total anders aus. Der Regelsatz ist so niedrig angelegt, dass ein Ansparen nicht möglich ist. Das Gegenteil ist der Fall. Denn nach Studien der Wohlfahrtspflege verschulden sich immer mehr Hartz IV Empfänger. Das Armutsrisiko ist zwar bei Arbeitslosigkeit größer, aber es sind viele Menschen, die trotz einer Beschäftigung auf zusätzliche Hartz IV Leistungen angewiesen sind.

Arm trotz Arbeit

In manchem Bundesland lebt jeder vierte Hartz IV Empfänger in ärmlichen Verhältnissen. Damit sie ihren Lebensunterhalt aus ihrer Erwerbstätigkeit bestreiten können, müssen viele Bürger ihr Einkommen mit Hartz IV Leistungen aufstocken. Man nennt diese Menschen Aufstocker und sie machen fast ein Drittel aller erwerbsfähigen Hartz IV Empfänger aus, wie Studien belegen.

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Viele Bürger verschulden sich

Kommen auf einen Leistungsempfänger außergewöhnlichen Ausgaben zu, so treffen es diese Menschen härter, als die, die nicht auf Sozialleistungen angewiesen sind und die sich eine finanzielle Rücklage bilden konnten. Stehen größere Anschaffungen, wie ein Küchenherd oder ein Kühlschrank an, dann kann man dieses Geld vom Jobcenter leihen. Das Jobcenter wird dann in den folgenden Monaten zehn Prozent des Regelsatzes einbehalten und zwar so lange, bis das Darlehen bezahlt ist. Das bedeutet im Klartext, dass die monatliche Regelleistung, die als Existenzminimum darstellt, gekürzt wird und das Geld dann an anderer Stelle fehlt.

Eigentlich ist der Gedanke des Gesetzgebers so, dass ein Ansparen aus der Hartz IV Regelleistung möglich ist. Aber wie die Praxis zeigt, ist dies bei der überwiegenden Anzahl von Hartz IV Empfängern nicht zu realisieren. Das Geld, das man ansparen soll, wird dann an anderer Stelle fehlen. Stattdessen aber gibt es eine permanente Verschuldung, sobald es zu außerplanmäßigen Anschaffungen kommt.

Soll der Hartz IV Regelsatz besser angepasst werden?

Um die Verschuldung einzudämmen, wäre der Gesetzgeber bestens beraten, den Hartz IV Regelsatz je nach Bedarf anzuheben. Aus diesem Grund erscheint es angebracht, dass die Regelleistung realistisch ermittelt wird und Kosten für Unterkunft und Heizung pauschaliert ausbezahlt wird. Zum Beispiel als Ausgaben im Verkehr oder Stromlieferungen. Ein weiterer Gesichtspunkt stellen einmalige Beihilfen dar, die es früher auch schon gegeben hat, beispielsweise um Haushaltsgeräte anzuschaffen.

Wie die Vorsitzende des Wohlfahrtsverbandes erklärt, ist die jetzige Regelung mehr als lebensfremd. Wer von Hartz IV betroffen ist, hat keine Gelegenheit, Gelder anzusparen, um größere Anschaffungen zu tätigen. Zudem besteht auch nicht Möglichkeit, sich neue Geräte anzuschaffen, um damit die Energiekosten zu senken.

Anstieg bei Kreditvergabe

Wie die Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage mitteilt, benötigen immer mehr Menschen Kredite vom Jobcenter. Davon werden oft Kleidung, ein Elektroofen, eine Waschmaschine oder ein Kühlschrank bezahlt. Allein im Jahr 2014 waren es 18.700 Leistungsempfänger die ein solches Darlehen beantragt haben. Seit 2010 ist ein Anstieg von 21 Prozent zu verzeichnen.

Die Rückzahlung schränkt den Regelsatz ein

Natürlich müssen diese Darlehen abbezahlt werden und zwar werden 10 Prozent vom Regelsatz einbehalten. Ein Teufelskreis beginnt damit für viele Hartz IV Empfänger. Denn der reduzierte Regelsatz reicht hinten und vorne nicht aus, um die notwendigsten Bedürfnisse zu decken. Zu guter Letzt erhält nicht jeder Leistungsbezieher einen Kredit vom Jobcenter. Es muss ein dringender Bedarf nachgewiesen werden, der durch den Regelsatz nicht bezahlt werden kann. Damit steht wieder die Passage im Raum, ob der Regelsatz nicht realistisch erhöht werden sollte.

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