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Natürlich erwartet niemand heute noch ernsthaft, dass eine Mutter nur aufopferungsvoll und voller Hingabe für ihr Kind oder ihre Kinder da zu sein hat. Dieses Heiligenbild der Mutterrolle ist veraltet und einem modernen Frauenbild gewichen, das Müttern auch eine Berufstätigkeit und eigene Interessen zugesteht. Dennoch gibt es sozusagen als Antityp der „guten Mutter“ die narzisstische Mutter, die aufgrund ihrer psychischen Befindlichkeit ihren Kindern sehr schaden kann.

Was ist eine narzisstische Mutter?

Narzissmus definiert sich durch eine beträchtliche Konzentration einer Person auf sich selbst, auf ihr Eigenbild, ihre Leistungen etc. Man könnte Narzissten auch als Egomanen bezeichnen. Dass diese Störung, das permanente kreisen um das eigene Befinden nicht vor Müttern Halt macht, liegt auf der Hand. Dennoch tritt diese Störung bei diesen oft in larvierter Form auf, die von außen nicht so leicht wahrgenommen werden kann. Offiziell ist die Frau ja für ihre Kinder da, kleidet sie, gibt ihnen zu essen, Spielsachen. Aber was sie seelisch mit den Kindern anstellt, verbirgt sich oft, wirkt sich aber auf die Psyche der Kinder beträchtlich aus.

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Du wirst niemals gut genug sein

Da eine solche Mutter sich für die Krönung der Schöpfung hält, an die sowieso nichts heran reicht, bleibt dem Kind oder den Kindern nur die Rolle des „Erweiterungsmodells“ dieser glorreichen Person. Konkret heißt dass, dass alle Aktionen, die in Richtung der Kinder gelenkt werden, als Show für die Umwelt inszeniert werden. Das Kind trägt super modische Kleidung, das Kind lernt mit 4 schon Cello spielen, es hat eine Nanny aus Spanien. Die Botschaft lautet: Schaut her, was ich alles für mein Kind tue. Nur will das Kind genau diese Dinge haben, oder dienen sie eher der Selbstinszenierung der Mutter?

Wehe, du bist nicht, wie ich dich haben will

Eine narzisstische Mutter kann sehr charmant sein, eine tolle Unterhalterin, voller Witz und Esprit. Wehe allerdings, wenn ihr Kind, vor allen dingen ihre Tochter, es ihr gleich tun will! Dann droht Gefahr, der Sockel, auf dem die Supermutter steht, könnte stürzen. Das soll und darf nicht sein, also wird jedes Konkurrenzgebaren des Kindes sofort geahndet. Ihm wird unterstellt,es wolle sich produzieren. Das Kind wird der Lächerlichkeit Preis gegeben oder ganz schlicht ignoriert, denn es war „böse“. In diesem Wust an Botschaften, die Mutter als vorgeblich fürsorgliche Frau und als üble Konkurrentin, wird manches Kind scheitern, denn es ist lange Zeit auf die Mutter und ihr Wohlwollen angewiesen.

Doppelbotschaften, Tränen, ganz großes Kino

Wer eine narzisstische Mutter hat, muss davon ausgehen, dass sie nie wirklich erwachsen geworden ist. Die Rolle des Kindes kann logischerweise auch nur so aussehen, sich wie ein Erwachsener zu verhalten, die Mutter ebenfalls anzuhimmeln, sie nie in Frage zu stellen. Dass Kinder, die in solchen Verhältnissen aufwachsen, nicht wirklich Kind sein dürfen, ist klar. Sie sind Trabanten des gigantischen Egos der Mutter, Sklaven ihrer Launen und ihres Drangs, permanent an erster Stelle zu stehen. Dies ist nicht amüsant, aber es passiert leider oft, dass solche Kinder sich später wieder einen Narziss als Partner suchen – die Rolle des Bewunderers kennen sie schließlich genau.

Bildquelle: © contrastwerkstatt – Fotolia.com

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