MinijobNews am

Viele Vereine und Organisationen fragen sich spätestens seit der Einführung des Mindestlohns, was den Unterschied zwischen Ehrenamt und Beschäftigung ausmacht.

Übersicht

  • Ehrenamtliche Tätigkeit
  • Ehrenamt und Minijob
  • Ehrenamtspauschale
  • Übungsleiterpauschale Besonderheiten
  • Nutzung der Übungsleiterpauschale
  • Kombination Minijob und Ehrenamt

Möchten Sie von Zuhause aus Geld verdienen?

Was versteht man unter ehrenamtlicher Tätigkeit?

Von einer echten ehrenamtlichen Tätigkeit ist die Rede, wenn diese keine Beschäftigung im sozialversicherungsrechtlichen Sinne darstellt. Die ehrenamtliche Tätigkeit dient einzig und allein dem Gemeinwohl, ohne das eine bestimmte finanzielle Gegenleistung dafür erwartet wird. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, kann aber eine Aufwandsentschädigung gezahlt werden.

Ehrenamt und Minijob

Für ehrenamtliche Tätigkeiten wird häufig eine Aufwandsentschädigung gezahlt. Personen, die beispielsweise in ihrer Freizeit als Übungsleiter von Sportvereinen tätig sind oder Jugendliche betreuen, bekommen häufig eine Monatspauschale gezahlt. Wenn die Minijob-Grenze von 400 Euro überschritten wird, handelt es sich laut Gesetz um eine abhängige Nebenbeschäftigung, die sozialversicherungspflichtig ist.

Es ist deshalb genau zu prüfen, ob bei der Tätigkeit die Voraussetzungen einer abhängigen Beschäftigung erfüllt werden. Wenn eine Person mehrere Ehrenämter ausübt und dafür Aufwandsentschädigungen erhält, wird geprüft, ob er die Geringfügigkeitsgrenze von 400 Euro überschreitet. Ist dies der Fall, liegt dennoch nicht direkt eine Sozialversicherungspflicht vor. Das Sozialgesetzbuch und das Einkommenssteuergesetz berücksichtigen steuerfreie Einnahmen und Aufwandsentschädigungen, die nicht zu den Arbeitseinkünften gerechnet werden dürfen. Dafür sind keine Sozialversicherungsbeiträge zu erheben.

Ehrenamtspauschale

Aufwandsentschädigungen bleiben in der Sozialversicherung steuerfrei und gelten nicht als Arbeitsentgelt. Die Ehrenamtspauschale beträgt im Jahr 720 Euro (60 Euro im Monat).

Übungsleiterpauschale – Besonderheiten

Die ehrenamtliche Tätigkeit wird im Regelfall mit einer Pauschale, häufig als jährliche Einmalzahlung, vergütet. Eine monatliche Auszahlung ist ebenfalls möglich. Die Übungsleiterpauschale beträgt monatlich 200 Euro und darf 2.400 Euro im Jahr nicht überschreiten. Die Vergütung erfolgt unabhängig von der geleisteten Arbeitszeit und spielt für die steuerliche Bewertung keine Rolle. Auch mehrere Ehrenämter können ausgeübt werden. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass die Vergütungsgrenzen nicht überschritten werden.

Nutzung der Übungsleiterpauschale

Nicht jedem steht die Übungsleiterpauschale zu. Dies dient der Vermeidung von Interessenkonflikten. Personen, die eine herausragende Vereinsfunktion ausüben, haben diesen Anspruch nicht. Ein Angestellter eines Vereins kann aber zusätzlich ein Ehrenamt ausüben, welches dann jedoch steuerpflichtig ist. Dafür wird vom Gesetzgeber lediglich die klare Abgrenzung der Tätigkeiten verlangt. Wer nicht zum privilegierten Personenkreis zählt, darf mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit jährlich 500 Euro dazuverdienen, ohne dafür Steuern und Abgaben zahlen zu müssen.

Kombination Ehrenamt und Minijob

Bei geringfügig entlohnten Beschäftigungen für gemeinnützige Organisationen ist es möglich die Zahlung der Ehrenamtspauschale und der Übungsleiterpauschale zu kombinieren. Wenn die Voraussetzungen für die Ehrenamtspauschale erfüllt sind, ist eine Zahlung von 400 Euro plus 1/12 x 500 Euro möglich. Davon unterliegen nur 400 Euro der Lohnsteuer und Sozialversicherungspflicht. Sollte zusätzlich auch die Übungsleiterpauschale in Anspruch genommen werden, ist eine Zahlung bis 616,67 Euro ohne Abzüge möglich. Dies errechnet sich wie folgt: 1/12 x 500 Euro + 1/12 x 2.100 Euro + 400 Euro.

19 Bewertungen
4.17 / 55 19