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Immer häufiger verschulden sich hierzulande Haushalte bis zu einem Maße, dass eine Begleichung der Schulden oder eine einfache, geregelte Lebensführung nicht mehr möglich sind. Wie mit einer solchen Privatinsolvenz hierzulande umgegangen wird und welche Möglichkeiten es gibt, ein neues und schuldenfreies Leben zu beginnen, soll Ihnen im Folgenden ausführlich aufgezeigt werden.

✅ In diesem Artikel werden alle Fragen zu Hartz 4 beantwortet

ÜBERSICHT

ALLGEMEINES ZUM THEMA PRIVATINSOLVENZ

  • – Was wird überhaupt unter Privatinsolvenz verstanden?
  • – Wer ist von der Insolvenz betroffen?
  • – Welche Umstände führen in die Insolvenz?

FOLGEN EINER PRIVATINSOLVENZ

  • – Auswirkungen im Bank- und Kreditwesen
  • – Auswirkungen auf Lohn und Gehalt
  • – Auswirkungen auf Besitz und Eigentum

DAS VERBRAUCHERINSOLVENZVERFAHREN

  • – Der erste Schritt aus der Privatinsolvenz heraus
  • – Konkreter Ablauf des Verfahrens
  • – Restschuldbefreiung und Wohlverhaltensphase

ABSCHLIESSENDE TIPPS

  • – Einsicht als erster Schritt zur Besserung
  • – Rechtzeitig über Hilfe nachdenken

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Allgemeines zum Thema Privatinsolvenz

Privat Insolvenz

– Was wird überhaupt unter Privatinsolvenz verstanden?

Eine private Insolvenz liegt vor, wenn ein Bundesbürger als natürliche Person nicht mehr in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Bei diesen Verpflichtungen kann es sich um die Tilgung eines abgeschlossenen Kredits oder feste, alltägliche Ausgaben wie die Zahlung von Miete und Nebenkosten handeln. Im engeren Sinne wird erst von einer Privatinsolvenz gesprochen, wenn der Betroffene diese offiziell angezeigt hat und an einer Restschuldbefreiung interessiert ist, die in Deutschland über das Verbraucherinsolvenzverfahren abgewickelt wird.

– Wer ist von der Insolvenz betroffen?

Der Begriff Privatinsolvenz grenzt sich von der klassischen Firmeninsolvenz ab, der betroffene Bundesbürger ist somit nicht durch eine selbstständige Tätigkeit im Wirtschaftsbereich zahlungsunfähig geworden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind über die letzten Jahre ca. 100.000 deutsche Haushalte jährlich von einer Privatinsolvenz mit Einleiten des Verbraucherinsolvenzverfahrens betroffen gewesen. Noch zur Jahrtausendwende vermeldete das Bundesamt eine Anzahl von knapp 7.000 privaten Insolvenzen, die finanziellen Probleme mit privaten Bereich sind in Deutschland somit signifikant angestiegen.

– Welche Umstände führen in die Insolvenz?

Es gibt zahlreiche Gründe, als Privatperson eine Insolvenz zu erleiden. Immer häufiger tritt dies aufgrund einer prekäre Lebenssituation ohne größere Ausgaben und Vorkommnisse ein, bei solchen Haushalten sind die alltäglichen Lebenskosten im Laufe der Jahre größer als das zur Verfügung stehende Einkommen geworden. Auch der Abschluss eines Kredits mit anschließender Zahlungsunfähigkeit in der Tilgungsphase sind ein häufiger Grund der privaten Insolvenz. Ansonsten reicht das Spektrum von hohen Schadenszahlungen an Dritten ohne Absicherung über eine Versicherung bis zu persönlichen Defiziten, beispielsweise durch suchthaftes Verspielen des Vermögens.

Folgen einer Privatinsolvenz

– Auswirkungen im Bank- und Kreditwesen

Tritt die private Insolvenz durch das Ausbleiben bestimmter Zahlungen nach außen, werden diese seitens des Kreditgebers, Vermieters oder anderer Gläubiger angemahnt. Dem Betroffenen wird eine Frist bis zur Begleichung der Zahlungen gestellt, nach der Anmahnung droht die Zustellung eines Vollstreckungsbescheides. Durch diesen ist beispielsweise ein Kreditgeber rechtlich befähigt, die ausstehende Schuld auf anderem Wege einzutreiben. Dies kann bis zur Sperrung sämtlicher Konten des Betroffenen führen, wodurch die freie Verfügung über vorhandene, finanzielle Mittel rigoros eingeschränkt wird.

– Auswirkungen auf Lohn und Gehalt

Verfügt der von einer Privatinsolvenz Betroffene auf seinen Konten nicht über die benötigten finanziellen Mittel, droht ihm eine Lohn- bzw. Gehaltspfändung. Hierbei wird ihm weiterhin ein pauschaler Anteil seines Einkommens zur Lebensführung zugestanden, der Rest wird unmittelbar den Gläubigern zugeführt. Da die pauschale Bemessung sich kaum an den eigenen Lebensverhältnissen orientiert, sind erhebliche Einschnitte in der Lebensführung die Folge. Ohnehin ist eine Lohn- und Gehaltspfändung in der Praxis selten erfolgreich, da der Betroffene arbeitslos ist oder lediglich einem Mini-Job nachgeht.

– Auswirkungen auf Besitz und Eigentum

Reichen Lohn und Gehalt nicht zur Pfändung aus, können dingliche Objekte zur Begleichung finanzieller Verpflichtungen herangezogen werden. In diesem Fall pfändet der Gerichtsvollzieher Möbel, Schmuck oder andere Besitztümer des Betroffenen. Stehen mehrere Mieten hintereinander aus, kann der Vermieter zudem eine fristlose Kündigung aussprechen, im Extremfall steht der Betroffene ohne Wohnung, ohne freien Zugriff auf sein Konto und mit einer weiterhin bestehenden Schuldenlast dar. Allerspätestens hier ist klar, dass die Aufnahme eines Privatinsolvenzverfahrens unausweichlich ist.

Das Verbraucherinsolvenzverfahren

– Der erste Schritt aus der Privatinsolvenz heraus

Wer das Eintreten seiner Privatinsolvenz akzeptiert hat, sollte Kontakt zu einem Rechtsanwalt oder einer anderen, geeigneten Stelle aufnehmen. Oftmals helfen auch die Verbraucherzentralen vor Ort weiter, die eigene Situation realistisch einzuschätzen und hiernach Adressen kompetenter Anwälte und Helfer zu nennen, die aus der Schuldenkrise heraushelfen. In einem ersten Gespräch sollte hier offen und ehrlich über die vorliegende Situation gesprochen werden, wobei es auch Scham und persönliche Schwächen zu überwinden gilt.

– Konkreter Ablauf des Verfahrens

Das Verbraucherinsolvenzverfahren wird in mehreren Schritten abgewickelt. In der ersten Phase werden sämtliche Forderungen des privat Insolventen zusammengefasst, wofür die Kontaktaufnahme mit allen Gläubigern und dem Einholen der konkreten Forderungen notwendig ist. Zusammen mit einer Schuldnerberatungsstelle wird anhand dieser Aufstellung ein Entschuldungsplan als außergerichtlicher Einigungsversuch erstellt. Ein Plan dieser Art gilt als gescheitert, wenn nur ein Gläubiger ihn ablehnt. Für weitere Schritte ist dieses Scheitern offiziell durch einen Notar, Rechtsanwalt oder vergleichbare Stellen zu bescheinigen.

Im zweiten Schritt wird ein gerichtliches Insolvenzverfahren einberufen, womit es offiziell als eröffnet gilt. Unter professioneller Hilfe stellt der Betroffene vor Gericht einen Antrag auf Rechtschuldbefreiung und legt zugleich einen erarbeiteten Entschuldungsplan vor. Der Plan ist bereits vor der offiziellen Verfahrenseröffnung auf seine Erfolgsaussichten zu überprüfen. Im positiven Fall wird er an die Gläubiger weitergeleitet. Der Plan ist gerichtlich umsetzbar, sofern ihm wenigstens 50 % der Gläubiger zustimmen.

Der dritte Schritt tritt ein, falls nicht mehr als 50 % der Gläubiger dem Entschuldungsplan zustimmen. In diesem Fall kommt es zu einer kompletten Vermögensverpfändung der privatinsolventen Person. Nach Abzug der Gerichtskosten wird dieses Vermögen entsprechend der bestehenden Ansprüche an die Gläubiger ausgeschüttet, wobei eine Restschuld verbleiben kann. Es wird von einem vereinfachten Insolvenzverfahren gesprochen, der für den Schuldner einen existenziellen Schnitt in seiner bisherigen Lebensweise darstellt.

– Restschuldbefreiung und Wohlverhaltensphase

Die letzte Phase der Verfahrensabwicklung sei gesondert erwähnt, da sie einen wesentlichen Einfluss auf die zukünftigen Lebensgestaltung des Schuldners hat. Konkret handelt es sich um das Restschulbefreiungsverfahren, sofern das verpfändete Vermögen nicht sämtliche Ansprüche der Gläubiger abdeckte. Der Betroffene verpflichtet sich vor dem Insolvenzgericht zu einer sogenannten Wohlverhaltensphase, in der er keine weiteren Schulden macht und die bestehenden Ansprüche seiner Gläubiger in adäquater Weise tilgt.

Die Wohlverhaltensphase beläuft sich im Regelfall auf sechs Jahre und kann kürzer ausfallen, falls zwischenzeitlich jede Restschuld getilgt wurde. Ansonsten wird über die Jahre hinweg der pfändbare Anteil des Einkommens fortwährend eingezogen und über einen zuständigen Treuhänder an die Gläubiger ausgezahlt. In der Wohlverhaltensphase muss der Betroffene außerdem um Ausübung einer angemessenen Erwerbstätigkeit bemüht sein, gesonderte Vermögenseingänge wie Erbschaften sind zur Hälfte dem Treuhänder zu übergeben.

Abschließende Tipps

– Einsicht als erster Schritt zur Besserung

Häufig setzen sich viele Betroffene erst während eines Verbraucherinsolvenzverfahrens mit dem eigenen Konsumverhalten auseinander und erkennen hierbei eklatante Defizite. Eine auf Konsum ausgelegte Gesellschaft mit einer Vielzahl an attraktiven Produkten vom Neuwagen bis zur Urlaubsreise bieten unzählige Anreize, das eigene Vermögen und realisierbare Formen der Finanzierung aus den Augen zu verlieren. Sich rechtzeitig mit dem eigenen Konsumverhalten und der vorliegenden Lebenssituation zu befassen, hilft vielfach weiter, die drohende Gefahr einer Überschuldung zu erkennen.

– Rechtzeitig über Hilfe nachdenken

Auch wenn bereits Schulden gemacht wurden, eine Kredit zu tilgen ist und weitere Verpflichtungen drohen, muss dies nicht zwangsläufig in die Privatinsolvenz führen. Mit einer rechtzeitigen Hilfe, beispielsweise durch die Verbraucherzentrale oder eine Schuldenberatung, lassen sich wertvolle Tipps zur eigenen Lebensführung einholen. Von der Umschuldung bestehender Kredite bis zur Überprüfung und Anpassung monatlicher Kosten existieren zahlreiche Möglichkeiten, die finanzielle Belastung des eigenen Haushalten fortwährend zu erleichtern.

Bildquelle:  © Marco2811 – Fotolia.com

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