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In Vollzeit beschäftigte Eltern studierender Kinder haben oft wenig Geld zur Verfügung, da sie diese meist finanziell unterstützen müssen. Die Bafög-Einnahmen oder der Nebenverdienst des Nachwuchses in einem 400-Euro-Job reichen nämlich meist nicht für dessen Lebensunterhalt. Somit sind Eltern dankbar über jede geldliche Unterstützung, die sie vom Staat erhalten. Kindergeld wird demnach liebend gern entgegengenommen. Bis vor kurzem verweigerte die Familienkasse teilweise jedoch die Zahlung von Kindergeld an Eltern, deren Kinder sich im Masterstudium befinden. Aufgrund eines Gerichtsurteils hat sich jetzt jedoch einiges geändert.

Übersicht:

  • Voraussetzungen und Bemessung
  • – Bis wann wird Kindergeld gezahlt?
    – Wie viel wird gezahlt?
  • Veränderungen
  • – Erststudium oder mehr?
    – Auswirkungen des Gerichtsurteils

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Voraussetzungen und Bemessung:

Kindergeld Auszahlung

– Bis wann wird Kindergeld gezahlt?

Kindergeld wird mindestens bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs gezahlt. Es ist dabei unerheblich, ob ein minderjähriges Kind bereits über eigenes Einkommen verfügt. Die Eltern erhalten trotzdem Kindergeld vom Staat. Weitere Altersgrenzen regeln den Bezug dieser finanziellen Unterstützung über die Volljährigkeit des Kindes hinaus – natürlich nur, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. So erhalten Eltern bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs des Kindes Kindergeld, wenn dieses sich weder in einer schulischen oder universitären Ausbildung befindet noch einer beruflichen Tätigkeit nachgeht, sondern bei der Agentur für Arbeit oder einem anderen Leistungsträger für Hartz IV als arbeitslos gemeldet ist und nach den gesetzlichen Bestimmungen Arbeitslosengeld II bezieht.

Ist das Kind hingegen bereits volljährig und absolviert noch eine berufliche, schulische oder universitäre Ausbildung besteht ein Anspruch auf Kindergeld, bis dieses das 25. Lebensjahr vollendet hat. Die drei relevanten Altersgrenzen sind also 18, 21 und 25, bis zu denen je nach beruflicher Situation bzw. Perspektive Eltern für ihre Kinder Kindergeld erhalten. Zusätzlich gibt es Sonderregelungen für Kinder mit Behinderung. Wie lange in derartigen Fällen die Zahlung von Kindergeld fortbesteht, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

– Wie viel wird gezahlt?

Die Höhe des Kindergelds für das erste Kind beläuft sich seit Januar 2015 auf 188 Euro. Es fand eine Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr um 4 Euro statt. Für das zweite Kind erhalten die Eltern monatlich zusätzliche 188 Euro, sodass die Kindergeldeinnahmen dann bei insgesamt 376 Euro liegen. Hat man als Elternpaar noch ein drittes Kind, liegen die Zusatzeinnahmen bei über 188 Euro, nämlich bei 194 Euro. Wer vier und mehr Kinder hat der bekommt sogar für dieses und jedes weitere Kind zusätzliche 219 Euro vom Staat gezahlt.

Veränderungen:

– Erststudium oder mehr?

Auch für Kinder, die sich noch im Studium befinden, haben Eltern Anspruch auf Kindergeld. Allerdings muss es sich dabei um die Erstausbildung – zwecks beruflicher Perspektivierung – handeln. Das Studium muss in dem Zusammenhang auch unmittelbar auf die schulische Ausbildung folgen. Ebenso muss jedes weitere Studium – im Rahmen der Erstausbildung – direkt auf das vorherige folgen.

– Auswirkungen des Gerichtsurteils

Kindergeld antrag

Schließlich kam es zu einem Präzedenzfall, in dem ein Grundsatzurteil zum Thema Kindergeld gefällt worden ist. Eine Mutter hat geklagt, weil die Familienkasse ihr die Zahlung von Kindergeld verweigerte, obwohl sich ihr Sohn, ein Student der Wirtschaftsmathematik, noch in der universitären Erstausbildung befand und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Der junge Student schloss erfolgreich ein Bachelorstudium ab und nahm direkt im Anschluss ein „konsekutives Masterstudium“ auf.

Die Familienkasse wollte der Mutter nun aber für das weitere Studium ihres Kindes kein Kindergeld mehr zahlen. Bei der Frage, ob das unrechtmäßig sei, ging es um die Einheitlichkeit der Ausbildung des studierenden Sohnes. Die Bundesrichter befanden nun, dass die Einheitlichkeit insgesamt gegeben sei und gaben der Mutter recht.

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