News am

Willkommen in der vernetzten Arbeitswelt. Wer seine Dienstpflichten vor allen Dingen am PC und im Internet erledigt, könnte sich für seinen Arbeitgeber von zu Hause aus genauso nützlich machen wie am stationären Arbeitsplatz. Home Office ist das Stichwort. In den Niederlanden gibt es bereits Firmen, deren Angestellte ein Recht auf den häuslichen Arbeitsplatz geltend machen können. Die Haltung deutscher Arbeitgeber zu diesem Thema ist von Skepsis geprägt. Warum machen es sich die Deutschen so schwer mit dem Arbeiten von zu Hause?

Übersicht:

  • – Studien zum Home Office: Produktivität steigt
  • – Je größer, desto aufgeschlossener: Home Office bei den größten Unternehmen auf dem Vormarsch
  • – Sachliche Einwände: Arbeitgeber müssen Home Office gut vorbereiten
  • – Sorgen der Arbeitnehmer: Bedenken ernst nehmen

Möchten Sie von Zuhause aus Geld verdienen?

Studien zum Home Office

Die renommierte Stanford Universität hat die Arbeitsergebnisse von 250 Home-Office-Angestellten analysiert und klar herausgestellt, dass es zu weniger Krankheitstagen kam und die Arbeitsproduktivität sowie die Arbeitszufriedenheit höher lagen als bei vor Ort arbeitenden Angestellten.

Eine Studie der Jobvermittlung Monster in Zusammenarbeit mit der Universität Bamberg belegt, dass Arbeitnehmer sich mehr Home Office Arbeitsplätze wünschen; andererseits wird eine große Zurückhaltung der Arbeitgeber gegenüber dem Thema festgestellt.

Je größer, desto aufgeschlossener

Als Faustregel kann gelten: Je größer das Unternehmen, desto aufgeschlossener ist es dem Home Office gegenüber. Die Top-1000-Firmen bieten in jedem zweiten Fall eine Home-Office-Lösung an. Bei Großunternehmen darf jeder dritte, im Mittelstand jeder fünfte Mitarbeiter von zu Hause arbeiten. Heimarbeit wird gerade in Mittelstandsfirmen mit einer Lizenz zum Faulenzen gleichgesetzt.

Es scheint der Führungsebene nicht vorstellbar zu sein, dass ein Angestellter außerhalb der Firmenmauern die Disziplin oder Loyalität aufbringt, sich fürs Unternehmen zu engagieren. Interessant ist im diesem Zusammenhang, dass auch manche Angestellte selbst die Einführung des Home Office ablehnen – sie seien nicht bereit, die Arbeit der zu Hause weniger produktiven Kollegen in der Firma mit zu tragen.

Sachliche Einwände

Es gibt auch sachlichere Argumente, die gegen das Home Office vorgebracht werden. Unternehmen befürchten den Kontrollverlust über empfindliche Daten. Sie weisen auf die drohende Vereinsamung und die Zersplitterung der Teamarbeit hin. Letzteres ist sicherlich ein wichtiger Einwand, dem durch Teambuilding-Maßnahmen und dem Aufbau einer Kommunikationskultur entgegen gesteuert werden muss.

Sorgen der Arbeitnehmer

Auch die Arbeitnehmer führen Argumente gegen das Home Office an, die es zu erwägen gilt. Der Vorteil, mehr fürs häusliche Umfeld da sein zu können oder auf Neudeutsch: eine bessere Work-Life-Balance zu erzielen, hat für manche auch eine Kehrseite – sie befürchten, dass die Grenze zwischen Arbeit und Familie verschwimmt.

Der Verlust sozialer Büro-Kontakte kann ebenfalls als Manko empfunden werden. Der Einwand, mit Home Office seine Karrierechancen zu gefährden, resultiert allein aus der ablehnenden Haltung der Arbeitgeber. Hier ist noch viel Umdenken nötig, wenn Deutschland nicht den Anschluss an eine sehr produktive Arbeitsform verlieren will.

Bildquelle: © marog-pixcells – Fotolia.com

2 Bewertungen
5.00 / 55 2