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Unter dem Schlagwort „Heimarbeit“ waren früher nur sehr einfache Arbeiten zusammen gefasst. Kugelschreiber montieren, Spielzeug bemalen und andere leichte Arbeiten, die man vom heimischen Küchentisch aus machen konnte, waren als „Heimarbeit“ bekannt. Heute kann aber jeder, der über einen PC und einen Internetanschluss verfügt, sofort loslegen. Bezahlt wird aber nicht pro Stunde – sondern pro Projekt.

Konkurrenz von unerwarteter Seite

Die projektweise Bezahlung hat viele Chancen aber auch erhebliche Risiken. Es ist ein Unterschied, ob ein Werbetext formuliert oder ein Angebot ausgearbeitet werden soll. Was man dem freien Freelancer-Markt überlassen kann ist das Eine, sensible Bereiche müssen aber – vorerst – noch im Unternehmen bleiben. Der Trend zur Auslagerung und Aufweichung der etablierten Arbeitnehmer-Arbeitgeberstrukturen ist jedoch deutlich ersichtlich: In vielen Bereichen wird es bei der Heimarbeit – also dem Bearbeiten von Aufgaben durch eigene Mitarbeiter im Home-Office – nicht bleiben.

Der freie Markt wird zunehmend zum Konkurrent für die eigenen Mitarbeiter. Das gilt jedoch dann auch schnell für beide Seiten: Vom eigenen Zuhause aus arbeitend, ist für den Arbeitgeber nicht festzustellen, ob der Mitarbeiter seine Talente auch anderen Unternehmen anbietet. Nimmt sich ein Arbeitgeber das Recht heraus, Dienstleistungen extern zu vergeben, wäre es nur recht und billig, wenn man ähnliche Rechte auch den Mitarbeitern zugestehen möchte. In diesem Punkt reagieren die meisten Unternehmen jedoch gegenwärtig noch mehr als allergisch.

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Flexible Verdienstmöglichkeiten

Leistung ist Arbeit pro Zeit. Insbesondere bei der projektweisen Bezahlung wirkt sich das direkt auf die Produktivität der Mitarbeiter aus. Die Heimarbeit führt den Mitarbeiter – konsequent durchgesetzt – in frei gestaltbare Gehaltsmöglichkeiten.

Mehrleistung kann sich so direkt in ein gesteigertes Einkommen auswirken. Bei echten Freelancern, die nur noch von zu Hause aus arbeiten, ist dies Teil des Geschäftsmodells. Für Mitarbeiter bietet sich aber eher eine gestufte Version an: Ein Fixum plus Leistungszulage kann für Arbeitnehmer und Arbeitgeber für die notwendigen Sicherheiten sorgen.

Neue Arbeitswelten

Die Heimarbeit setzt vor allem das etablierte Arbeitnehmer-Arbeitgeber Verhältnis auf einen harten Prüfstand. Ist es wirklich noch notwendig, sich an ein Unternehmen zu binden, wenn man eine Fähigkeit hat, für die es einen Markt gibt? Ist es ebenso wirklich noch sinnvoll, sich an einen Mitarbeiter zu binden, wenn ein Freelancer die gleiche Arbeit ebenso gut verrichten kann?

Diese Frage wird von immer mehr Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu Recht gestellt. Der Trend ist entsprechend eindeutig: Was diversifizierbar ist, wird auch verteilt werden.

Die Kernaufgaben bleiben zwar vorerst noch einer Stammmannschaft vorbehalten. Doch als je vertrauenswürdiger sich ein Dienstleister erweist, desto tiefer kann er in die sensiblen Bereiche eines Unternehmens vordringen und Aufgaben übernehmen, für die bislang nur ein exklusiver Kreis von Mitarbeitern vorgesehen war. So landet die Arbeitswelt wieder bei den ganz basalen Grundprinzipien jeder Geschäftsbeziehung: Respekt und Vertrauen.

Bildquelle: © bramgino – Fotolia.com

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