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Mutter sein in Deutschland , ein frustrierender Job – so könnte man es etwas salopp formulieren. Während in den meisten anderen europäischen Ländern das Muttersein sozusagen unsichtbar, ohne Probleme und durchaus erfreulich vonstatten geht, ist es für viele Frauen in Deutschland mit vielen Unsicherheiten, mit Zögern bis hin zur Verweigerung der Mutterschaft und Frust verbunden.

In diesem Artikel sollen einige der Gründe aufgeführt werden, die dieses negative Bild des Mutterseins in Deutschland verursachen. Es werden die folgenden Aspekte beleuchtet: fehlende Kita- und Krippenplätze, ein antiquiertes Mutterbild und die „gläserne Decke“, an die gerade Mütter im Job stoßen.

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Bei Geburt – Buchung des Kitaplatzes

Nicht selten hört man Geschichten von Müttern bzw. Eltern, die ihr Kind direkt nach der Geburt an einer Kita anmelden, in die es erst zwei Jahre später gehen wird. Solche Blüten haben mit der fehlenden Deckung des Bedarfs an guten Kitas zu tun. Wenn eine Kita als „gut“ bekannt ist, setzt ein Run auf sie ein, und viele Mütter gehen leer aus. Man kann es kurz zusammen fassen: Es ist nicht für jedes Kleinkind ein gut erreichbarer Platz in einer kleinen, die Kinder gut fördernden Kita vorhanden.

Selbsthilfe ist manchmal die einzige Lösung

Mütter, die schnell wieder in ihren Beruf zurück wollen, nehmen dann auch oft das Zepter selbst in die Hand und gründen mit anderen Eltern zusammen eine Kita oder sie engagieren eine teure Nanny – je nach finanzieller Ausstattung. Dies sind Lösungen, die häufig sehr kostspielig sind, so dass ein großer Teil des Gehalts schon in die Kinderbetreuung fließt. Man arbeitet, um sich die Kita leisten zu können – etwas überspitzt formuliert. Und dass dennoch ein ungutes Gefühl beim „Abgeben“ des Kindes entsteht, hat mit dem im folgenden präsentierten Grund zu tun.

Rabenmutter – das Bild ist unausrottbar

Eine gut ausgebildete Frau kann so lange Karriere machen, wie sie noch kein Kind hat. Wenn sie aber „wagt“, nach der Geburt recht schnell wieder an ihren alten, interessanten Arbeitsplatz zurück zu kehren, erhebt sich ein Chor aus vielen Mündern. Vor allen Dingen die Frauen, die sich für das tradierte Frauenbild – Kinder da, Mutter zu Hause – entscheiden, lassen kein gutes Haar an der vermeintlichen Rabenmutter, die „nur den Job im Kopf hat“. Solchen Fremdbildern zu begegnen und sie nicht doch heimlich ins Denken Einzug halten zu lassen, erfordert viel Kraft und Selbstbewusstsein. Frust und ein ständiges sich Verteidigen gehören zum Alltag.

Mütter – die unzuverlässigen Kandidatinnen

Selbst wenn eine Frau gerne und mit voller Kraft wieder in ihren Beruf zurück kehrt, weht ihr plötzlich als Mutter ein anderer Wind entgegen. Aus der „high potential“ Dame wird eine unsichere Kandidatin, deren Kind vermutlich ständig Ohrenschmerzen hat. Diese Frau wird also weniger gefördert und generell mit einem gewissen Misstrauen beäugt. Was macht die hier, steht latent als Frage im Raum. Und wer mit solchen Vorbehalten zu kämpfen hat und womöglich noch allein erziehend ist, macht oft wirklich Fehler im Job, weil der Druck so groß ist. Ein Teufelskreis nimmt seinen Lauf: Mutter und Karrierefrau, das scheint heute immer noch in einem eigentlich modernen Land nicht zusammen zu gehen.

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