Hartz 4News am

Verbände, die sich für die Erwerbslosen einsetzen, kritisieren den Umgang mit Arbeitslosen, die zu Leiharbeiterfirmen entsandt werden, mit dem angeblichen Ziel: eine Vollbeschäftigung zu erhalten. Fakt ist, dass die neuen Arbeitnehmer ausschließlich geförderte befristete Arbeitsverträge erhalten, die wieder in der Arbeitslosigkeit enden. Statt Reformen vonseiten der Regierung wird dieser Vorgang noch durch finanzielle Leistungen unterstützt. Ein Umdenken ist derzeit nicht in Sicht.

✅ In diesem Artikel werden alle Fragen zu Hartz 4 beantwortet

Übersicht

Wenn Arbeitslose „vermittelt“ werden

Ein/e Arbeitslose/r hat keine Chance. Wer eine zumutbare Tätigkeit ablehnt, muss mit drastischen Sanktionen rechnen. Es ist fast eine Erziehungsmaßnahme von Arbeitslosen, die dazu angehalten werden, keinen Fehler zu begehen. Selbst wenn die Tätigkeit nicht der eigentlichen Qualifikation entspricht, muss der Job angetreten werden. Ob und wann eine Tätigkeit als zumutbar gilt, hängt von der Rahmenentscheidung eines Arbeitsvermittlers ab, welcher beim Jobcenter für den betroffenen Hartz IV-Bezieher zuständig ist.

Dieser hat den Auftrag, einen arbeitslose/n Bürger/in in ein angemessenes Beschäftigungsverhältnis zu vermitteln. So jedenfalls lautet die Vorstellung der Regierung. In der Praxis ist das Augenwischerei und die kurzfristig vermittelten Leistungsbezieher, dienen einer verschönten Statistik.

Im Regierungskreis wird sich dafür dann gleich selbst auf die Schulter geklopft, wenn beispielsweise zu Hochzeiten, wie dem Sommer, viele Arbeitslose aus der Statistik fallen, weil sie beispielsweise im Hotel eine Saisonarbeit über ein Leihunternehmen absolvieren. Profiteure sind die Leihunternehmer und die Regierung.

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Worauf muss ein Arbeitsloser achten?

Natürlich darf ein/e Arbeitslose/r eine Tätigkeit ablehnen, wenn er oder sie der Auffassung ist, dass diese nicht den Qualifikationen entspricht oder eine besondere Härte für eben diesen darstellt. So einfach ist das in der Praxis nicht, denn nicht der/die Leistungsbezieher/in entscheidet, sondern der Vermittler.

Bei einer Ablehnung folgen umgehend Sanktionen: angefangen bei der Kürzung der gezahlten Leistung mit mindestens 10% bis hin zur völligen Leistungsverweigerung. Abhängig davon, ob es bereits in der Vergangenheit Ablehnungen von Arbeitsangeboten gab. Tipp: Tätigkeiten, die mit sich selbst vereinbar sind, sollten angenommen werden. Zum einen kommen Betroffene so einmal „heraus“, zum anderen bleibt die Leistung erhalten, die für Familien meist existenziell ist.

So profitieren Leihunternehmer

Leihunternehmer, die Arbeitslose beschäftigen, erhalten eine Förderung durch den Staat, welche bis zu 50% des Lohns ausmachen kann. Da die Zahlungen zeitlich befristet sind, ist es für ein Leihunternehmen lohnenswert, viele Personen einzustellen und schnellstmöglich, jedoch spätestens, wenn die Förderung entfällt, wieder abzustoßen. Statt die Qualifikation der Angestellten zu erhöhen, wofür die Förderung unter anderem vorgesehen ist, werden damit nur die Grundkosten der kurzfristigen Arbeitnehmer abgedeckt, der Rest „verschwindet“ im Unternehmen.

Viel Arbeit für wenig Geld

Nein, die befristeten Arbeitsverträge sehen keine Angleichung der Löhne gegenüber Festangestellten vor, was bedeutet, dass Leiharbeiter selbst bei gleicher Qualifikation wie Festangestellte, für deutlich weniger Lohn dieselbe Leistung erbringen müssen. Hier liegt ein besonderer Reiz, mehr Leiharbeiter einzustellen als Festangestellte. Besonders dann, wenn sogenannte Jobhunter für regelmäßigen „Nachschub“ sorgen.

Trotz Beschäftigung bleibt nur Hartz IV

Nach Ende eines Arbeitsvertrages landen fast alle Kurzarbeiter wieder bei Hartz IV, nur wenige haben, wenn alle Bedingungen erfüllt sind, einen Anspruch auf die höhere Arbeitslosengeld I-Leistung.

Bildquelle: © momius – Fotolia.com

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