Behinderte in einen Beruf begleiten

Schwerbehindertengesetz
Freitag November 6.11.2015 - 5:31 pm

Nicht nur im öffentlichen Leben sehen sich behinderte Menschen wiederholt mangelnder Barrierefreiheit ausgesetzt. Auch der Berufseinstieg verläuft für sie nicht ohne Barrieren. So sind 14% der behinderten Erwerbstätigen arbeitslos, etwa doppelt so viele wie bei den Nichtbehinderten. Bei den Betrieben prägt immer noch eine gewisse Hemmschwelle das berufliche Landschaftsbild. Gezielte staatliche Programme können sich hier positiv auswirken.

Das Recht auf Arbeit 

Laut Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention steht jedem behinderten Menschen das Recht auf Arbeit zu, basierend auf dem Grundsatz der Gleichberechtigung mit anderen. Weiters muss behinderten Menschen die Möglichkeit zugestanden werden, ihren Lebensunterhalt durch eine frei gewählte Arbeit verdienen zu können. Jegliche Diskriminierung aufgrund einer vorhandenen Behinderung ist nach der UN-Behindertenkonvention verboten. Dies bedeutet unter anderem den gleichberechtigten Zugang zu Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechten ebenso wie das Recht auf Beratungsprogramme, Stellenvermittlung, Fortbildung und nicht zuletzt gleichen Entgelt für gleichwertige Arbeit.

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Betriebe mit Barrieren

In Betrieben mit 20 oder mehr Beschäftigten wären die Arbeitgeber verpflichtet, mindestens 5% Behinderte zu beschäftigen. Meist werden Nichtbehinderte jedoch bevorzugt, etwa 60% der Unternehmen bleiben unter der geforderten Beschäftigungsquote und das, obwohl den Betrieben zahlreiche unterstützende Maßnahmen seitens des Staates angeboten werden. Es mangelt oftmals an Information über mögliche Subventionen.

Gezielte Unterstützung für behinderte Menschen

Behinderte und schwerbehinderte Menschen erhalten verschiedene gesetzlich geregelte Nachteilsausgleiche, die vor allem Zuschüsse zu Probebeschäftigungen und Praktika sowie Eingliederungszuschüsse beinhalten. Über die Integrationsämter der Länder können zusätzlich Förderungen zur behindertengerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen beantragt werden. Das Ziel all dieser Maßnahmen ist eine reale gesellschaftliche und soziale Teilhabe behinderter Menschen, indem ihnen eine dauerhafte Beschäftigung am Arbeitsmarkt angeboten wird.

Bereits in den letzten Klassen der Förderschule erfolgt eine gezielte Vorbereitung auf die Berufs- und Arbeitswelt. Das Berufsinformationszentrum (BIZ) stellt Ton-Bild-Shows und Unterlagen zur Orientierung über mögliche Berufe zur Verfügung. In speziellen Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation können noch Unentschlossene zusätzlich Angebote zur Arbeitserprobung und Berufsfindung nutzen. Besteht bereits Klarheit über die gewünschte Berufsrichtung, können in dieser Einrichtung auch berufsspezifische Vorbereitungen besucht werden.

Der entscheidende Schritt

Zahlreiche Organisationen und Beratungsstellen unterstützen mit konkreten Tipps bei der Bewerbung und im Berufsalltag. Behinderte Menschen sind nicht verpflichtet, ihre Behinderung im Bewerbungsschreiben zu erwähnen, solange sie sich nicht einschränkend auf die Ausübung der ausgeschriebenen Stelle auswirkt. Im öffentlichen Dienst kann jedoch die Angabe einer vorhandenen Behinderung sogar hilfreich sein, da die Chancen einer Anstellung dadurch deutlich steigen.

Auch sollte eine offensichtliche Behinderung, die z.B. die Verwendung eines Rollstuhls notwendig macht, erwähnt werden, um dem Arbeitgeber die Möglichkeit zu geben, sich darauf vorzubereiten. In größeren Unternehmen können Sie sich bei Fragen und Unklarheiten auch an den Gleichstellungsbeauftragten wenden. Der behinderte Mensch selbst ist der Experte seiner Krankheit. Es gibt keinen Grund, die Behinderung zum Hauptthema zu machen, vielmehr sollten Qualifikationen und Fähigkeiten bei der Bewerbung im Vordergrund stehen.



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