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Wenn Sie alleinerziehend sind und zudem das Arbeitslosengeld II beziehen, können Sie eine besondere finanzielle Zuwendung vom Staat in Anspruch nehmen:  den sogenannten „Mehrbedarf für Alleinerziehende“. Dieser wird im Volksmund auch als Alleinerziehendenzuschlag bezeichnet. Wie hoch dieser Zuschlag ist und welche Voraussetzungen Sie dafür erfüllen müssen, erfahren Sie in den nachfolgenden Abschnitten. heimarbeit.de wünscht Ihnen viel Spaß beim Lesen!

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Alleinerziehendenzuschlag

Übersicht:

  • Was ist der Alleinerziehendenzuschlag?
  • Genaueres zum Alleinerziehendenzuschlag
  • Voraussetzungen für den Alleinerziehendenzuschlag
  • Alleinerziehendenzuschlag bei Pflegekindern
  • Höhe des Alleinerziehendenzuschlags in der Tabelle
  • Halber Alleinerziehendenzuschlag bei geschiedenen oder getrennt lebenden Eltern

Was ist der Alleinerziehendenzuschlag?

Für die Empfänger von Arbeitslosengeld II gibt es eine besondere Unterstützung vom Staat, wenn sich der Empfänger ausschließlich selbst oder größtenteils um die eigenen Kinder kümmert und auch sonst keine weitere erwachsene Person im Haushalt lebt. Für diesen Fall gibt es den Alleinerziehendenzuschlag zum Arbeitslosengeld II.

Achtung: Unter dem Alleinerziehendenzuschlag versteht man eigentlich den sogenannten „Mehrbedarf für Alleinerziehende“. Der „Alleinerziehendenzuschlag“ ist lediglich ein Begriff, der sich hierfür im Volksmund etabliert hat.

Wie hoch ist der Alleinerziehendenzuschlag?

Die Höhe des Zuschlags richtet sich nach dem Alter und nach der Anzahl der Kinder. Das bedeutet, je mehr Kinder Sie haben, desto höher wird auch der Zuschlag. Beim Alter ist es umgekehrt – je älter das Kind ist, desto niedriger wird der Zuschlag. Das liegt daran, dass die Kinder mit zunehmendem Alter weniger Betreuung benötigen.

Kinderanzahl: Alleinerziehende mit einem Kind im Alter von unter sieben Jahren erhalten einen Zuschlag in Höhe von 36 Prozent auf den Regelsatz. Aber dem vierten Kind bekommt man dann sogar einen Zuschlag in Höhe von 48 Prozent. Wer fünf oder mehr Kinder hat und sich allein um diese kümmern muss, erhält einen Zuschlag von 60 Prozent.

Nun entscheidet aber nicht nur die Anzahl der Kinder, sondern auch das Alter…

Alter der Kinder: Wenn das jüngste Kind unter sieben Jahre alt ist, erhält man als Alleinerziehender oder Alleinerziehende einen Zuschlag von 36 Prozent auf den Regelsatz. Wenn das jüngste Kind allerdings älter als 7 Jahre ist, sinkt der Zuschlag auf 12 Prozent vom Grundbedarf. Hat man zwei Kinder im Haushalt, die über 16 Jahre, gleichzeitig aber auch unter 18 Jahre alt sind, sinkt der Zuschlag auf 24 Prozent vom Grundbedarf.

Wichtig: Der Mehrbedarf für Alleinerziehende darf nicht höher sein, als die Regelleistung, die dem Haushaltsvorstand insgesamt zur Verfügung steht. Wenn das Kind von Großeltern oder von dem anderen Elternteil mit betreut wird, entfällt der Alleinerziehendenzuschlag komplett.

Genaueres zum Alleinerziehendenzuschlag

Die Leistungen des Alleinerziehendenzuschlags werden zusätzlich zur Regelleitung erbracht. Logisch – immerhin handelt es sich um einen Mehrbedarf, der gedeckt werden muss.

Interessant: Der Deutsche Gewerkschaftsbund teilte mit, dass rund 41 Prozent der Alleinerziehenden Hartz-IV-Leistungen Mehrbedarfsleistungen erhalten. Damit ist der Alleinerziehendenzuschlag erwiesenermaßen eine enorm große finanzielle Unterstützung für alleinerziehende Eltern.

Die Höhe der Mehrbedarfe beträgt dabei mindestens 12 Prozent und höchstens 60 Prozent. Wie dieser Alleinerziehendenzuschlag berechnet wird, haben wir Ihnen nun eingangs bereits geschildert. In den nächsten Absätzen haben wir Ihnen auch noch eine Tabelle aufgeführt, in der Sie ganz einfach ablesen können, wie hoch der Mehrbedarfssatz ist, der Ihnen möglicherweise zusteht.

Voraussetzungen für den Alleinerziehendenzuschlag

Damit Sie den Alleinerziehendenzuschlag erhalten können, müssen Sie einige wichtige Voraussetzungen erfüllen. Welche Voraussetzungen das sind, haben wir in diesem Abschnitt nochmals für Sie übersichtlich aufgearbeitet.

Diese Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, um den Alleinerziehendenzuschlag zu bekommen:

  • 1. Räumliche Bedingung: Sie müssen mit dem minderjährigen Kind zusammenleben.
  • 2. Materielle Bedingung: Sie müssen der alleinige Versorger des minderjährigen Kindes sein.
  • 3. Immaterielle Bedingung: Sie müssen allein dafür verantwortlich sein, dass das Kind gepflegt und erzogen wird.

Das bedeutet im Klartext, dass Sie als allein erziehender Elternteil mit einem oder sogar mehreren Kindern zusammen in einem Haushalt leben müssen. Neben Ihnen darf sich aber niemand anderes permanent um die Kinder kümmern – also weder der andere Elternteil, noch die Großeltern. Der Alleinerziehendenzuschlag ist dafür gedacht, Elternteile zu unterstützen, die wirklich selbst und alleine die Erziehung der Kinder in die Hand nehmen.

Man muss nicht der leibliche Elternteil sein

Interessant ist auch zu wissen, dass man nicht zwingend der leibliche Elternteil des Kindes sein muss. Der Mehrbedarf beziehungsweise der Alleinerziehendenzuschlag kann nämlich selbst dann geltend gemacht werden, wenn man als Anspruchsberechtigter Pflegekinder versorgt und für diese auch schon Pflegegeld bekommt.

Man darf auch Hilfe in Anspruch nehmen

Wichtig ist auch zu wissen, dass alleine pflegen und erziehen nicht bedeutet, dass man keine Hilfe in Anspruch nehmen darf – natürlich darf man hin und wieder Hilfe in Anspruch nehmen! In Anspruch genommene Hilfe ist für den Zuschlag unschädlich, wenn die Hilfe nur geringfügig ausfällt oder sogar bezahlt wird. Ein gutes Beispiel wäre ein Babysitter, den man gelegentlich einstellt.

Anspruch auch unter folgenden Bedingungen

Einen Anspruch auf den Zuschlag hat man als Alleinerziehender auch dann, wenn man noch mit den Eltern oder den Geschwistern in einem Haushalt lebt. Nach der Meinung des Bundessozialgerichts genügt allein die Tatsache nicht, dass die Eltern oder andere Familienmitglieder im selben Haushalt leben, sodass ein Alleinerziehendenzuschlag verweigert wird. Theoretisch könnten sich diese zwar auch um die Kinder kümmern, doch allein die Theorie reiche nicht aus. 

Alleinerziehendenzuschlag bei Pflegekindern

Eigentlich gehören Pflegekinder nicht zur Bedarfsgemeinschaft. Sie können auch keine Leistungen nach dem SGB II erhalten, da für sie bereits andere Leistungen bezogen werden. Allerdings können Alleinerziehende, die ein Pflegekind im Haushalt aufgenommen haben und dieses erziehen und versorgen, den Mehrbedarf beziehungsweise den Alleinerziehendenzuschlag für die Pflegekinder erhalten.

Höhe des Alleinerziehendenzuschlags in der Tabelle

In diesem Abschnitt möchten wir Ihnen in einer Tabelle etwas näher veranschaulichen, unter welchen Umständen und Bedingungen ein entsprechender Alleinerziehendenzuschlag fällig wird und wie hoch dieser ist.

Die Kriterien und Bedingungen für den Alleinerziehendenzuschlag kennen Sie ja nun bereits…

Unter der Berücksichtigung von Anzahl und Alter der Kinder ergibt sich folgende Tabelle:

  • 1 Kind bis 7 Jahre: 36 Prozent des Regelsatzes
  • 1 Kind über 7 Jahre: 12 Prozent des Regelsatzes
  • 2 Kinder unter 16 Jahren: 36 Prozent des Regelsatzes
  • 2 Kinder über 16 Jahren: 24 Prozent des Regelsatzes
  • 1 Kind über 16 und 1 Kind unter 16 Jahren: 24 Prozent des Regelsatzes
  • 3 Kinder: 36 Prozent des Regelsatzes
  • 4 Kinder: 48 Prozent des Regelsatzes
  • 5 Kinder und mehr: 60 Prozent des Regelsatzes

Wichtig: Den Alleinerziehendenzuschlag erhält ein Alleinerziehender zusätzlich zur Regelleistung. Die Prozentangabe orientiert sich dabei an dem Geldbetrag, den der Alleinerziehende als Regelsatz bereits erhält.

Bei einem Kind unter 7 Jahren und einem Regelsatz von 404 Euro beläuft sich der Zuschlag auf 145,44 Euro. Maximal kann der Höchstbetrag des Alleinerziehendenzuschlags allerdings nur 60 Prozent des Regelsatzes betragen, was 242,40 Euro entspricht.

Halber Alleinerziehendenzuschlag bei geschiedenen oder getrennt lebenden Eltern

Wenn die Eltern getrennt oder geschieden leben, muss der Zuschlag gegebenenfalls unter beiden aufgeteilt werden. Wenn die Kinder zum Beispiel von Woche zu Woche bei einem der Elternteile leben oder abwechselnd von den Elternteilen erzogen werden, wird der Alleinerziehendenzuschlag zum Beispiel halbiert. So erhält jeder der beiden Elternteile den Mehrbedarf zur Hälfte. Der Status als Alleinerziehender bleibt vorhanden, wenn beide Eltern zu gleichen Teilen die Erziehung und die Fürsorge für das Kind übernehmen.

Wichtig: Wenn allerdings ein Elternteil den größeren Anteil der Fürsorge und Erziehung übernimmt, steht diesem Elternteil der Mehrbedarf für Alleinerziehende zu.

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