Hartz 4News am

Der anhaltende Flüchtlingsstrom eröffnet langfristig dem deutschen Arbeitsmarkt eine große Chance. Darin sind sich die Experten nahezu einig. Aber in naher Zukunft wird dieser Effekt noch nicht spürbar werden. Ganz im Gegenteil, wie Raimund Becker in seiner Funktion als Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit prophezeit. Er geht davon aus, dass schätzungsweise 90 Prozent der in Deutschland anerkannten Flüchtlinge zunächst einmal auf Hartz IV angewiesen sein werden.

✅ In diesem Artikel werden alle Fragen zu Hartz 4 beantwortet

Übersicht:

  • – Bundesagentur für Arbeit rüstet personell auf
  • – Junge Flüchtlinge im Fokus
  • – Die nötigen Qualifizierungsmaßnahmen

Möchten Sie von Zuhause aus Geld verdienen?

Bundesagentur für Arbeit rüstet personell auf

Aufgrund des zu erwartenden Ansturms von Flüchtlingen auf die Jobcenter soll daher das Personal sowohl von Jobcentern als auch Arbeitsagenturen kurzfristig massiv aufgestockt werden. Raimund Becker kündigte diesbezüglich an, dass alleine rund 2.000 neue Mitarbeiter die Teams in den Jobcentern verstärken werden, um für die Betreuung der Flüchtlinge gewappnet zu sein. Diese Maßnahme ist dabei zwingend notwendig, da gerade die Jobcenter die Hauptlast des Ansturms tragen werden.

Innerhalb des kommenden Jahres soll das neue Personal dann in den Jobcentern komplett zur Verfügung stehen. Zudem erhalten die Arbeitsagenturen weitere 700 neue Kräfte. Mit den bereits genehmigten 200 neuen Mitarbeitern wird die Mitarbeiterzahl somit um insgesamt 900 Jobvermittler erhöht. Zusätzlich wird das Personal von Jobcentern und Arbeitsagenturen gezielt für eine effektive Betreuung der Flüchtlinge geschult.

Junge Flüchtlinge im Fokus

Gerade auf die intensive Betreuung von jungen Flüchtlingen legt Becker dabei Wert. Mit einem Anteil von rund 70 Prozent stellen nämlich die Flüchtlinge unter 30 Jahren nicht nur das größte Kontingent dar, sondern bringen auch eine enorme Arbeitsbereitschaft bzw. -motivation mit. Da 55 Prozent davon sogar noch nicht einmal das 25-jährige Lebensjahr erreicht haben, schlummert hier laut Becker ein riesiges Potenzial für den deutschen Arbeitsmarkt.

Um dieses nachhaltig zu nutzen, sind allerdings – langfristig angelegte – Investitionen nötig. So müsse in die Ausbildung, Qualifizierung und auch Sprache investiert werden. Allerdings ist dies ein langwieriger Prozess. Erfahrungsgemäß benötigen Flüchtlinge im Vergleich zu den anderen nach Deutschland ausgewanderten bzw. kommenden Ausländern weitaus mehr Zeit, bis eine Integration in den Arbeitsmarkt vollzogen ist. Die Früchte für dieses Engagement sollen daher erst später geerntet werden. Becker bezeichnet diese jungen Flüchtlinge dann auch in diesem Zusammenhang als Fachkräfte von übermorgen.

Maßnahmen zur besseren Integration in den Arbeitsmarkt

Als Hürde für eine schnelle und erfolgreiche Integration erweist sich dabei vornehmlich das Fehlen von formalen Qualifikationen gemäß der hiesigen Anforderungen. Wer aber keine Kompetenzen in Form von Zeugnissen oder Zertifikaten vorweisen kann, ist als Mitarbeiter für einen Arbeitgeber nicht sonderlich attraktiv. Rund 80 Prozent aller Flüchtlinge können Nachweise dieser Art nicht vorlegen.

Gerade an diesem Punkt sollen die Arbeitsagenturen künftig ansetzen. Die jeweiligen Kompetenzen der Flüchtlinge müssen grundlegend erfasst werden und anschließend die Qualifikationen in Zertifikaten formuliert. Diese Maßnahme soll potentielle Arbeitgeber und qualifizierte Flüchtlinge einander näher bringen.

Bildquelle: © francovolpato – Fotolia.com

4 Bewertungen
3.00 / 55 4