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Zurzeit sind viele unseriöse Jobangebote im Umlauf, die sich gezielt an Hartz IV-Empfänger richten. Die Verbraucherschützer warnen, auf diese Angebote einzugehen, denn der vermeintliche Traumjob mit hohen Verdiensten kann den Hartz IV-Beziehern teuer zu stehen kommen. Durch üble Abzocke sind dabei nicht nur die letzten Ersparnisse in Gefahr. In einigen besonders dreisten Fällen können sich die hoffnungsvollen Arbeitssuchenden sogar der Geldwäsche schuldig machen.

Jobangebot per E-Mail

Oft beginnt die Abzocke mit einer E-Mail. Die Betrüger geben sich als Unternehmen aus, das die Mailadresse des Empfänger vom Jobcenter oder der Arbeitsagentur erhalten habe. Das lukrative Jobangebot wird zugleich mit der Drohung möglicher Sanktionen durch das Jobcenter verbunden, wenn sich der Empfänger nicht zur Mitarbeit bereit wäre.

Schon diese erste Kontaktaufnahme sollte stutzig machen, denn das Jobcenter gibt keine Mailadresse an Unternehmen – schon gar nicht mit der Aufforderung, Jobangebote zu verbreiten. Empfänger dieser E-Mails tun also gut daran, die E-Mails zu ignorieren und zu löschen. Sanktionen sind nicht zu befürchten. Im Zweifelsfall lohnt es sich, beim Jobcenter nachzufragen.

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Vorstellungsgespräche im Hotel

Wer trotz aller Hinweise auf betrügerische Absichten noch immer keinen Verdacht geschöpft hat und auf die E-Mail mit dem lukrativen Jobangebot reagiert, wird oft in ein Hotel oder eine Gaststätte zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Auch das könnte stutzig machen, weil es recht unüblich ist, Bewerbungsgespräche nicht in den Geschäftsräumen durchzuführen. Das wissen auch die Betrüger, weshalb sie sich in der Regel sehr überzeugende Argumente zurechtgelegt, haben das Vorstellungsgespräch in einem Hotel stattfinden soll.

Um einen Job geht es fast nie!

Tatsächlich geht es nur in den seltenen Fällen bei den Vorstellungsgesprächen um einen Job mit fester sozialversicherungspflichtiger Anstellung. In der Regel sollen die Hartz IV-Empfänger selbstständig im Vertrieb von fragwürdigen Kosmetika oder anderen verhältnismäßig teuren, aber nutzlosen Produkten arbeiten. Der Haken dabei: Der Bewerber muss zum Ankauf der Ware mit großen Summen in Vorleistung gehen – in der Regel erweist sich der erfolgreiche und gewinnbringende Verkauf als unmöglich, sodass der Hartz IV-Bezieher seine letzten Ersparnisse verloren hat.

Achtung Geldwäsche!

Das ist noch die glimpfliche Variante. Bei anderen Jobangeboten macht man sich sogar strafbar, wenn man sich allzu blauäugig auf die Masche einlässt, für die die Betrüger mit der Bezeichnung „Optimierung von Geldflüssen“ werben. Wer hier mitmacht, bekommt große Summen Geld auf das eigene Konto überwiesen und leitet dieses Geld per Überweisung an ausländische Konten weiter. 20 Prozent der überweisenden Beträge winken als Belohnung. Hier ist Geldwäsche im Spiel. Schon bald dürfte die Polizei dem Vergehen auf die Schliche kommen. Herausreden kann sich dann niemand, denn bei 20 Prozent Beteiligung für eine einfache Überweisung muss jedem klar sein, dass das kein seriöses Geschäftsmodell sein kann.

Trojaner und Viren

Die E-Mails, mit denen die Betrüger den ersten Kontakt suchen, sollten daher nicht beachtet und gelöscht werden. Verdächtige Anhänge sollten auf keinen Fall geöffnet werden, auch wenn sie noch so verlockende Jobangebote versprechen. Denn dadurch können Viren und Trojaner auf den eigenen Computer gelangen. Sie machen es möglich. Das Kriminelle beispielsweise das Onlinebanking ausspionieren, um später das Konto zu plündern.

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