DATENSCHUTZANFORDERUNGEN

Datenschutzanforderungen im Home Office

Heimarbeit bietet heutzutage viele Möglichkeiten, bürgt aber auch das ein oder andere Risiko für die Auftraggeber. Denn die meisten Personen, die vom Home Office aus tätig werden, bleiben bei ihrer Arbeit absolut anonym. Das ist besonders problematisch, wenn es sich um die Bearbeitung sensibler Daten handelt, bei denen es schnell zu einem Missbrauch seitens des Auftragnehmers kommen kann. Deshalb werden an die Heimarbeit vom Gesetz her gesonderte Datenschutzanforderungen gestellt. So gibt es Ansprüche an die Räumlichkeiten, Regelungen zu technischen Maßnahmen sowie organisatorische Vorgaben.

Trotz aller Bestimmungen kann es auch hier zu einem Missbrauch kommen, für welchen dann der Arbeitgeber zur Rechenschaft gezogen werden würde und nicht der Heimarbeiter, da dessen Identität meist nicht verifiziert werden kann. Doch Tätigkeiten, die in Heimarbeit verrichtet werden können basieren meistens auf einer Vertrauensbasis und beschränken die Möglichkeiten zur Kontrolle, weswegen gerade hier Bestimmungen festgelegt werden müssen! Zu den räumlichen Anforderungen zählen das Vorhandensein eines separaten sowie abschließbaren Arbeitszimmers und der Gebrauch verschiedener Internetanschlüsse für den privaten sowie geschäftlichen Bereich. Der Zugang zu sensiblen Daten, die zum Beispiel den ethnischen Hintergrund oder die politische Gesinnung eines Menschen beinhalten, darf nur mit einer gesonderten BenutzerID sowie einer PIN-Abfrage oder einer speziellen Karte zur Verifizierung in einem Lesegerät erfolgen.

Hinzu kommt die Anforderung die Daten in einer Ende-zu-Ende Sicherung zu verschlüsseln und USB-Zugänge sowie alle anderen Anschlüsse zu sperren, um den Zugriff durch Dritte zu verhindern. Falls es darüber hinaus auch erforderlich sein sollte einen Drucker einzurichten, um die Heimarbeit durchführen zu können, sollte das Gerät an eine sichere Verbindung angeschlossen werden und sich in Sichtnähe befinden. Hilfreich kann auch eine Protokollierung aller häuslichen Druckvorgänge sein, um mögliche Unstimmigkeiten aufzudecken. In der Organisation einer solchen Heimarbeit sollte außerdem darauf geachtet werden, dass man die seitens des Arbeitgebers bereitgestellte IT-Ausstattung nicht für den privaten Gebrauch zweckentfremdet oder sich dazu verleiten lässt, berufliche Nachrichten oder Telefongespräche auf die eigenen Postfächer und Anschlüsse umzuleiten. Papiere, die sensible Daten enthalten, dürfen zusätzlich nur in verschlossenen Behältnissen transportiert werden und der Heimarbeiter hat eine ständige Aufsichtspflicht über Datenträger und sonstige Unterlagen zu halten.

Da der Umgang mit Daten schnell Probleme und schlimmstenfalls rechtlichen Ärger verursachen kann, ist es hier im Speziellen erforderlich, sich zunächst über den Arbeitgeber und dessen Referenzen zu informieren. Denn mit den privaten Daten vieler Menschen wird oftmals ein illegales Geschäft betrieben, weswegen sich unseriöse Angebote häufen. Schließt man einen Vertrag zur Bearbeitung sensibler Daten im Home-Office, müssen die Verantwortlichkeiten klar geregelt und vertraglich festgelegt werden, sodass beide Parteien wissen worauf sie sich einlassen. Zudem sollte man bei einem seriösen Arbeitgeber einen Beauftragten für den Datenschutz zur Seite gestellt bekommen, der alles Nähere erklärt und über die rechtliche Grundlage informiert. Achtet man auf diese kleinen, aber entscheidenden Kriterien, kann man davon ausgehen, dass man hier einen Arbeitsplatz gefunden hat, der einem jeden Komfort des Home-Office gibt ohne Schwierigkeiten hervorzurufen!

5 Bewertungen
3.80 / 55 5