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Ein Tierheilpraktiker behandelt Haus- und, je nach Nachfrage, auch Nutztiere mit Hilfe von alternativen Heilmethoden wie der Pflanzenheilkunde oder Homöopathie.

Er bietet somit alternative Behandlungsmöglichkeiten zur klassischen Veterinär-Schulmedizin an und arbeitet entweder in einer eigenen Praxis oder besucht seine Patienten direkt in ihrem Umfeld.

Da es keine gesetzlich geregelte Ausbildung zum Tierheilpraktiker gibt, existieren verschiedene Studienabläufe und -inhalte.
Grundsätzlich relevante und bei einem seriösen Angebot immer vorhandene Elemente sind jedoch die Veterinärmedizin, die Naturheilkunde, Erste-Hilfe-Maßnahmen, die gesetzlichen Bestimmungen, die Praxisführung und ein praktischer Ausbildungsanteil.

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Übersicht:

  • Das Berufsbild des Tierheilpraktikers
  • Aufgaben und Tätigkeitsfeld
  • So wird man Tierheilpraktiker
  • Fernstudium
  • Präsenzkurse in der Akademie
  • Studienvoraussetzungen, -inhalte und -abschlüsse
  • Karrieremöglichkeiten
  • Chancen und Perspektiven
  • Lohn und Verdienst
  • Einstiegsgehalt
  • Gehaltsentwicklung

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Das Berufsbild des Tierheilpraktikers

Aufgaben und Tätigkeitsfeld

Zu den beruflichen Aufgaben gehört vor allem die Überprüfung des Gesundheitszustands des Tieres durch schulmedizinische und alternative Diagnoseverfahren. Damit der Tierheilpraktiker eine Krankheitsdiagnose stellen kann, muss er zudem die Haltungsbedingungen in seine Überlegungen mit einbeziehen.

Sobald er das Problem erkannt hat, versucht er, es mit den ihm zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden, unter anderem Homöopathie, Akupunktur, Physiotherapie oder einer Futterumstellung, zu therapieren.

Sollte er dabei feststellen, dass es sich um so ernsthafte gesundheitliche Erkrankungen handelt, dass ein Tierarzt konsultiert werden muss, empfiehlt er einen geeigneten Experten.

So wird man Tierheilpraktiker

Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker ist nicht gesetzlich geregelt. Daher besteht sowohl die Möglichkeit, ein Fernstudium zu absolvieren als auch die Präsenz-Variante an einer anerkannten Akademie zu wählen.

Fernstudium

Das Fernstudium dauert im Schnitt 20 Monate und ist, je nach Studienverlauf, verkürz- oder verlängerbar und kostet meist um die 2.500 €.
Dabei werden die Studiengebühren an die Fernschulen in der Regel monatlich gezahlt.

Für alle Teilnehmer, die diesen Betrag (circa 125 €) nicht aufbringen können, übernimmt das Amt die Kosten. Grundlage dafür ist ein AZAV-Zertifikat des besuchten Instituts.

Neben der Bearbeitung der versandten Materialien (Texte und Übungsaufgaben als theoretischer Input) leisten praktische Seminare (beispielsweise als Blockkurs am Wochenende) einen wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Studienabschluss.

Präsenzkurse in der Akademie

Sollte das Fernstudium nicht der bevorzugte Weg zum Tierheilpraktiker-Abschluss sein, kein Problem: Diverse Institute bieten regelmäßige Aus-und Weiterbildungen an. Je nach Akademie kann dies in Voll- oder Teilzeit möglich sein.

Studienvoraussetzungen, -inhalte und -abschlüsse

Als Studienvoraussetzung gilt ein Mindestalter von 21 Jahren, manche Anbieter bestehen allerdings auch auf 25 Jahre. Zudem sind ein guter Realschulabschluss und der Wille zur Weiterbildung relevant. (Tier-) Medizinische Vorkenntnisse sind nicht zwingend vonnöten.

Zu den wichtigsten Themenbereichen gehören die Veterinärmedizin, die Naturheilkunde, Erste-Hilfe-Maßnahmen, gesetzliche Bestimmungen und die Praxisführung.

Kurz gesagt: Alle Aspekte, die es einem Tierheilpraktiker ermöglichen, das Tier fachgerecht zu untersuchen, zu behandeln und seine Praxis nachweisbar legal zu führen.

Um dies zu gewährleisten, spielt der Praxisanteil eine nicht unerhebliche Rolle. Da im Fernstudium aber nicht genug Tiere für permanente praktische Übungen zur Verfügung stehen, werden häufig Blockseminare und studienbegleitende Praktika in Tierarztpraxen oder vergleichbaren Einrichtungen angeboten.

An Fachakademien mit Präsenzunterricht ist dies in vielen Fällen einfacher; nichtsdestotrotz gilt auch hier die Praktikumspflicht.
Wichtiger Randpunkt: Das Praktikum ist nicht in jedem Fall kostenfrei, eine rechtzeitige Informationsbeschaffung und Finanzplanung ist daher unumgänglich!

Am Ende des Studiums steht die Tierheilpraktiker Prüfung bei einem der Verbände innerhalb der Kooperation deutscher Tierheilpraktiker Verbände e.V. .

Sie besteht aus einem schriftlichem, einem mündlichem, einem praktischen Teil und einer Facharbeit, kostet zwischen 100 und 200 € und kann halbjährlich abgelegt werden.

Anschließend darf man sich geprüfter Tierheilpraktiker nennen, wobei die Berufsbezeichnung nicht rechtlich geschützt ist.

Karrieremöglichkeiten

Für Tierheilpraktiker bestehen im Prinzip zwei Möglichkeiten, die Karriereleiter weiter zu erklimmen:

Sie eröffnen eine eigene Praxis. Dabei helfen betriebswirtschaftliche Schulungen. Auch eine inhaltliche Fortbildung oder Spezialisierung hilft beim Gewinnen und Halten der Kunden.

Dazu gehören Akupunktur nach der traditionellen chinesischen Medizin, klassische Tier-Homöpathie oder Praxis-Seminare für Pferdetherapeuten.

Ein Studium als Tierarzt: Hier erweist sich die Ausbildung zum Tierheilpraktiker insofern als vorteilhaft, als dass die Studien-Voraussetzungen bereits erfüllt sind und bereits ein fundiertes Vorwissen in diversen Bereichen wie Pathologie und Anatomie vorhanden ist.

Chancen und Perspektiven

Wer als Tierheilpraktiker arbeiten will, sollte sich um eine möglichst umfassende Ausbildung und einen großen Interessentenkreis achten. Je mehr zufriedene Kunden er hat, desto schneller wird er weiter empfohlen und desto eher rentiert sich eine eigene Praxis.

Insgesamt handelt es sich beim Tierheilpraktiker in den selteneren Fällen um einen Job, der auf Anhieb existenzsichernd wirkt. Dennoch sind die Perspektiven auf lange Sicht recht gut, da präventive und ganzheitliche Heilverfahren immer beliebter und für viele Tierbesitzer immer interessanter werden.

Lohn und Verdienst

Einstiegsgehalt

Das Einstiegsgehalt konkret zu bemessen ist insofern schwierig, als dass die meisten Tierheilpraktiker freiberuflich arbeiten und die Gehälter daher schwanken. Im ersten Jahr sollte man jedoch mit etwa 1.300 € brutto rechnen; im Laufe der Zeit kann dieses Gehalt in etwa verdoppelt werden.

Gehaltsentwicklung

Wie bei den meisten anderen Berufen auch gilt beim Tierheilpraktiker die Devise: Je mehr Berufserfahrung, desto besser.
Während man mit circa 1.300 € einsteigt, liegt der Verdienst nach zwei bis fünf Jahren bereits bei 1.900 € und kann nach sechs bis zehn Jahren sogar bis zu 2.750 € betragen.

Das Durchschnittsgehalt beträgt meist 2.100 €, wobei Frauen mit 2.300 € im Schnitt besser als Männer (1.800 €) bezahlt werden.

Wie hoch das Gehalt im Endeffekt ausfällt, hängt zusätzlich von weiteren Faktoren ab. Dazu gehört die eigene Spezialisierung (arbeitet man in einer Gegend, in der eher Haus- und Kleintiere oder größere Nutztiere zu den Patienten zählen?), die Konkurrentenzahl und die eigene Bekanntheit.

Eine seriöse Eigenwerbung durch kompetente Arbeit trägt also maßgeblich zur Höhe des Gehalts bei.

Bildquelle: © Roland Gruenewald – Fotolia.com

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