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Fachübersetzer sind idealerweise Spezialisten für mehrere Sprachen und Themengebiete. Wird man für dieses Know-How auch entsprechend bezahlt? Hier erfahren Sie, was Sie als Fachübersetzer verdienen und welche Ausbildung Sie brauchen, um Fachübersetzer zu werden.

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Überblick:

  • Übersetzer oder Fachübersetzer?
  • Beruf
  • Ausbildung
  • Studium
  • Quereinsteiger
  • Berufsfachschule und Fachakademie
  • Voraussetzungen
  • Wie kommt man an Aufträge?
  • Beeidigter Übersetzer
  • Prüfung zum Übersetzer und Dolmetscher
  • Verdienst
  • Weitere Übersetzungen
  • Berufsaussichten

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Übersetzer oder Fachübersetzer?

Übersetzer ist im Gegensatz zu Arzt oder Anwalt kein geschützter Begriff in Deutschland. Es kann also jeder ohne eine bestimmte Ausbildung zu haben, seine Dienste als Fachübersetzer anbieten. Es gibt jedoch eine lange Tradition für Übersetzungen und die Ausbildung als Übersetzer. Deswegen können Sie den Beruf mit einer staatlichen Prüfung abschließen.

Die Bezeichnung Fachübersetzer kann dazu dienen sich von einem Übersetzer ohne staatlich anerkannte Prüfung abzugrenzen. Sie können sich aber auch Fachübersetzer nennen, weil Sie eine besondere Expertise in einem bestimmten Themengebiet haben.

Beruf

Als Fachübersetzer spezialisieren Sie sich auf bestimmte Textsorten, Sprachen oder Themengebiete. So können Sie sich zum Beispiel als „Fachübersetzer für Pharmakologie EN / DE“ bezeichnen. Es bleibt Ihnen selbst überlassen, welche Bezeichnung Sie für Ihre Visitenkarte wählen. Besondere Bereiche werden gern mit eigenen Namen versehen. Dazu zählen Urkundenübersetzer, Literaturübersetzer oder Software-Lokalisierer.

Bei Fachübersetzern ist es üblich, dass sie mit einer maschinellen Vorübersetzung arbeiten, die danach manuell angepasst wird. Für diese Tätigkeit findet sich auch die Bezeichnung Post-Editor.

Ausbildung

Wer Fachübersetzer werden möchte, muss dafür keine geregelte Ausbildung durchlaufen. Es ist auch für Quereinsteiger möglich, Geld als Fachübersetzer zu verdienen. Üblicherweise befähigen eine mehrsprachige Erziehung oder das Studium einer Fremdsprache dazu, als Übersetzer tätig zu werden.

Ein Aufbaustudium oder eine staatliche anerkannte Ausbildung vermittelt aber viel wertvolles Praxiswissen, das man für seine Karriere als Fachübersetzer braucht.

Studium

Einige Universitäten und Fachhochschulen bieten Studiengänge für Übersetzer und Fachübersetzer an. Das Angebot ist breit gestreut und Sie können sich zwischen Diplom-, Bachelor- und Masterstudiengängen entscheiden.

Mit dem Studium einer Sprache ist es möglich, dass Sie einen Aufbaustudiengang belegen und in 2 bis 4 Semestern das Handwerkszeug eines Fachübersetzers erlernen.

Quereinsteiger

Wenn Sie mehrere Jahre Berufspraxis als Übersetzer oder ein abgeschlossenes Fremdsprachenstudium vorweisen können, dann haben Sie die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Prüfung zum staatlich geprüften Übersetzer.

Berufsfachschule und Fachakademie

In Bayern gibt es keine grundständige akademische Ausbildung zum Übersetzer. Hier sind dafür Fachakademien zuständig. Wenn Sie hier Ihre Ausbildung machen, können Sie die Prüfung zum Staatlich geprüften Übersetzer und Dolmetscher machen.

Voraussetzungen

Als Fachübersetzer brauchen Sie umfassendes fachliches und sprachliches Wissen. Außerdem ist eine gute Kommunikationsfähigkeit sehr wichtig. Häufig treten bei Übersetzungen Konflikte auf, weil nicht klar ist, wie man die Qualität eines Textes beurteilen kann und was rein stilistische Merkmale sind.

Als Fachübersetzer haben Sie die Möglichkeit fest bei einem Unternehmen angestellt zu werden, das viele Texte übersetzen lassen muss. Die meisten Fachübersetzer arbeiten jedoch auf freiberuflicher Basis. Sie müssen sich also selbst um die Kundenakquise und um die finanzielle Absicherung kümmern.

Wie kommt man an Aufträge?

Stellen für Fachübersetzer findet man auf einschlägigen Foren im Internet und per Annonce. Außerdem bieten eine ganze Reihe von Übersetzungsbüros ihre Dienste an, bei denen man sich als Übersetzer bewerben kann.

Ausschlaggebender Faktor sind neben der Bezahlung die Sprachkenntnis und das Fachgebiet.

Beeidigter Übersetzer

Speziell für die Anforderungen von Gerichten gibt es das Berufsbild des beeidigten Übersetzers. Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit der Übersetzung von Urkunden, Zeugenaussagen und Verträgen und bescheinigen, dass sie korrekt übersetzt wurden.

Wenn Sie mit Rechtstexten und unter Zeitdruck arbeiten können, lohnt es sich, bei den Gerichten vor Ort nachzufragen, ob Übersetzer gesucht werden. Da das Pensum an zu übersetzenden Texten schwanken kann, haben Sie bestimmt irgendwann Glück, wenn Sie hartnäckig bei der Sache bleiben.

Die Voraussetzungen und Regelungen für beeidigte Übersetzer unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

Prüfung zum Übersetzer und Dolmetscher

An den bayerischen Fachakademien finden jedes Jahr Prüfungen für die folgenden Sprachen statt: Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch und Spanisch. Drei Jahre muss warten, wer sich in folgenden Sprachen prüfen lassen möchte: Arabisch, Chinesisch, Dänisch, Finnisch, Kroatisch, Niederländisch, Persisch (Farsi) und Türkisch.

Dabei können Sie sich entscheiden, ob Sie als Übersetzer, Dolmetscher oder beides geprüft werden wollen. Die Prüfung umfasst eine Übersetzung sowie einen Aufsatz in der jeweiligen Fremdsprache.

Darüber hinaus müssen Sie in der mündlichen Prüfung Fragen zur Landeskunde und dem Fachgebiet beantworten.

Verdienst

Wie viel Sie als Übersetzer verdienen, hängt stark davon ab, ob Sie in Festanstellung oder frei arbeiten. In Übersetzungsagenturen übersteigt das Gehalt selten 3.000 Euro brutto. Als Freiberufler können Sie teilweise ein höheres Gehalt erzielen.

Dabei kommt es auf Ihr Verhandlungsgeschick an. Als Richtwert können verschiedene Vergütungsmodelle herangezogen werden. Üblich ist die Bezahlung pro Normzeile mit einer Vergütung um die 1,55 Euro oder die Normseite mit um die 45 Euro.

Weitere Übersetzungen

Als ausgebildeter Übersetzer kann man in vielen verwandten Gebieten tätig werden. Sie können als Urkundenübersetzer arbeiten, Literaturübersetzungen anbieten oder Texte für die Medien übersetzen.

Dabei sollten Sie für sich die richtige Balance zwischen Ihrer Spezialisierung und einem möglichst breiten Angebot finden. Als Fachübersetzer ist es wichtig, dass Sie immer auf dem aktuellen Stand sind. Wenn Sie nicht täglich durch Übersetzungen mit einem bestimmten Themengebiet zu tun haben, ist das nur möglich, wenn Sie sich aktiv weiterbilden. Das kostet Zeit.

Berufsaussichten

Fachübersetzungen machen den größten Teil des Übersetzungsmarktes aus. In vielen Bereichen ist eine Übersetzung in mehrere Sprachen vorgeschrieben. Das gilt zum Beispiel für Beipackzettel, Urkunden, Gebrauchsanleitungen oder Rechtstexte. Im Vergleich zu Literaturübersetzern haben Fachübersetzer ein relativ sicheres und faires Einkommen.

Sie müssen aber auch damit leben, dass ihre Texte teilweise nur dazu da sind, die rechtlichen Bestimmungen zu erfüllen aber von kaum jemandem gelesen werden.

Bildquelle: © lassedesignen – Fotolia.com

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