Übersicht:

  • – Gute Chancen in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern
  • – Die Regelung der Zugangsvoraussetzungen ist Ländersache
  • – Quereinstieg als Lehrer – mit Referendariat und Zusatzstudium
  • – Der Seiteneinstieg – Direkteinstellung ohne Lehramtsbefähigung
  • – Master of Education – auch nach einem nichtpädagogischen Bachelorstudium möglich
  • – Die Berufsaussichten von Quer- und Seiteneinsteigern
  • – Mit welchen Gehältern können Quer- und Seiteneinsteiger rechnen?

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Fast alle Bundesländer klagen derzeit über Lehrermangel. Entsprechend gut sind die Berufschancen für Quer- und Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf. Für die sogenannten Quereinsteiger, die zusätzlich zu ihrem bereits vorhandenen Hochschulabschluss ein Referendariat oder ein Studium zum Master of Education absolvieren, besteht die Möglichkeit einer späteren Verbeamtung, die unter anderem bessere Gehaltsaussichten nach sich zieht.

Die Berufsaussichten für Quer- und Seiteneinsteiger sind auch in den kommenden Jahren gut. Ein großer Teil der derzeit aktiven Lehrer ist über 50 Jahre alt und wird in absehbarer Zeit in Rente gehen.

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Gute Chancen in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern

Wichtige persönliche Voraussetzungen für den Wechsel in den Lehrerberuf sind Freude am Umgang mit Menschen, Leidenschaft für das jeweilige Fachgebiet und Interesse an der – durchaus oft stressigen – Arbeit in der Schule. Ein Hochschulstudium wird auch für Quer- und Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf vorausgesetzt.

Die Chancen für eine berufliche Neuorientierung als Lehrer sind vor allem in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern ausgesprochen gut. Auch Heilpädagogen oder Wirtschaftswissenschaftler sind in vielen Schulen sehr willkommen. In einigen Bundesländern besteht auch Bedarf an Lehrern mit einer akademischen Vorbildung in geisteswissenschaftlichen Fächern.

Die Entscheidung für die Einstellung wird bei den sogenannten Quereinsteigern durch die Kultusministerien getroffen, Seiteneinsteiger bewerben sich direkt bei der Schule ihrer Wahl. Arbeitsmöglichkeiten bestehen sowohl an allgemeinbildenden als auch an berufsbildenden Schulen.

Die Regelung der Zugangsvoraussetzungen ist Ländersache

Die Zugangsvoraussetzungen für den Schuldienst sind in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt. Auskunft dazu erhalten Interessenten bei den Bildungsbehörden oder direkt in den Schulen. Ein Hochschulabschluss ist grundsätzlich erforderlich, in der Regel geht es dabei um ein Masterstudium oder einen gleichwertigen Abschluss. Wer bereits Berufserfahrung hat, schafft den Einstieg auch ohne ein Referendariat, hat dann allerdings keine Chance auf eine Verbeamtung.

Quereinstieg als Lehrer – mit Referendariat und Zusatzstudium

Der klassische Quereinstieg erfolgt über ein Referendariat – also einen 18- oder 24-monatigen Vorbereitungsdienst, den auch Lehramtsstudenten vor ihrer Zweiten Staatsexamensprüfung absolvieren. Danach wird dem Kandidaten die Lehramtsbefähigung erteilt, „normalen“ Lehrern ist er damit gleichstellt. Voraussetzung dafür ist, dass das Bildungsministerium des jeweiligen Bundeslandes den erreichten Hochschulabschluss als Äquivalent zum Ersten Staatsexamen in Lehramtsstudiengängen anerkennt.

Quereinsteiger unterrichten in der Regel zwei Fächer, die seinen Qualifikationen aus einem Haupt- und einem Nebenfach des absolvierten Studiums entsprechen. Während des Referendariats werden die angehenden Lehrer sowohl von der Schule als auch von einem Studienseminar, an dem der Referendar Seminare in Pädagogik sowie der Didaktik der unterrichteten Fächer absolviert.

Vertreter des Lehrerseminars bewerten außerdem die Qualität des von den Referendaren erteilten Unterrichts. Die Bewerbung für ein Referendariat erfolgt bei den Bildungsministerien der Bundesländer. Die Schule, an der der Vorbereitungsdienst erfolgt, wird den Kandidaten zugewiesen.

Der Seiteneinstieg – Direkteinstellung ohne Erwerb der Lehramtsbefähigung

Bei starkem Lehrermangel gibt es die Möglichkeit eines Direkteinstiegs für. Diese Möglichkeit besteht derzeit in Berlin und einigen anderen Bundesländern, ist jedoch keineswegs bundesweit gegeben. Die Bewerbung erfolgt direkt an den Schulen, die auch über die Einstellung entscheiden.

In einigen Bundesländern gibt es für die sogenannten Seiteneinsteiger die Möglichkeit, eine berufsbegleitende Ausbildung zu absolvieren, die in der Regel zwei bis drei Jahre dauert. Dem Abschluss eines Referendariats sind diese Zusatzqualifikationen nicht in allen Bundesländern gleichgestellt, außerdem wird keine Lehramtsbefähigung erteilt.

Auch an Privatschulen bestehen mit entsprechenden außerpädagogischen Qualifikationen gute Möglichkeiten für einen Seiteneinstieg, da diese Schulen grundsätzlich selbst über die Einstellung von Mitarbeitern entscheiden.

Master of Education – auch nach einem nichtpädagogischen Bachelorstudium möglich

Eine weitere Möglichkeit zum Einstieg in den Lehrerberuf bietet ein Masterstudiengang, das mit dem akademischen Grad eines Masters of Education endet. Dieses Studium ist auch mit einem nicht pädagogischen Bachelorabschluss möglich. Die Entscheidung über die Studienzulassung wird von den Hochschulen getroffen. An das Masterstudium schließen sich dann gewöhnlich ein Referendariat und die Erteilung der Lehramtsbefähigung an. Ein späterer Seiteneinstieg dieser Absolventengruppe dürfte aufgrund ihrer pädagogischen Qualifikation eher unwahrscheinlich sein.

Die Berufsaussichten von Quer- und Seiteneinsteigern

Seiteneinsteiger arbeiten grundsätzlich als angestellte Lehrer und erhalten lediglich befristete Stellen. Quereinsteiger mit einem erfolgreich absolvierten Referendariat haben dagegen die Chance auf eine Verbeamtung und damit auf eine Anstellung auf Lebenszeit. Allerdings gilt für die Erlangung des Beamtenstatus eine Altersgrenze, die je nach Bundesland zwischen 35 und 50 Jahren liegen kann.

Die Entscheidung über die Verbeamtung treffen die Bildungsministerien, gegebenenfalls müssen die Anwärter neben den geltenden Altersanforderungen noch einige andere Voraussetzungen erfüllen. Quereinsteiger ohne Verbeamtung können als angestellte Lehrer in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis beschäftigt werden.

Quer- und Seiteneinsteiger müssen für ihre Bewerbung meist mit längeren Entscheidungszeiten rechnen, die bis zu einem Jahr betragen können. Oft ist bereits im Vorfeld die Klärung diverser Formalien recht zeitaufwändig. Auch bei einem geplanten Direkteinstieg müssen die Schulen für eine Zusage auf die Genehmigung der Bildungsministerien warten.

Beschleunigte Verfahren kann es geben, wenn der Lehrermangel in einem Bundesland besonders groß ist. Zum Schuljahresbeginn 2014/15 hatten sich beispielsweise in Berlin auf eine Ausschreibung des Senats über 3.000 Interessenten für den Lehrerberuf gemeldet, die Einstellung der erfolgreichen Bewerber erfolgte aufgrund des dringenden Bedarfs in einem Schnellverfahren.

Mit welchen Gehältern können Quer- und Seiteneinsteiger rechnen?

Gehaltsunterschiede gibt es vor allem zwischen angestellten und verbeamteten Lehrern. Beispielsweise erhält ein neu verbeamteter 30-jähriger Lehrer mit einer ingenieurwissenschaftlichen Qualifikation Anfangsbezüge von etwa 3.250 Euro brutto monatlich, als Angestellter würde sein Gehalt bei maximal 3.000 Euro liegen.

Zwar steigen die Bezüge danach kontinuierlich an, die Gehaltsdifferenz zwischen Angestellten und Beamten wird hierdurch jedoch nicht aufgehoben, Hinzu kommen in den Bereichen Krankenversicherung und Altersvorsorge weitere Vorteile für Beamte.

Im konkreten Fall können allerdings auch angestellte Lehrer – und sogar Seiteneinsteiger ohne Lehramtsbefähigung – deutlich höhere Einkommen erzielen. Das Berliner Angebot für die neuen Quer- und Seiteneinsteiger in den Schuldienst lag bei 4.500 Euro brutto.

Bildquelle: © .shock – Fotolia.com

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