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Der Sport- und Fitnesskaufmann ist ein in Deutschland recht unbekannter und noch relativ neuer Beruf. Er wurde erst im Jahr 2001 als anerkannter Ausbildungsberuf eingeführt. Die Einsatzorte und Tätigkeitsfelder sind abwechslungsreich: Der Sport- und Fitnesskaufmann arbeitet in Fitness-Centern, Wellness-Farmen und Sportvereinen aber auch in Stadien oder auf dem Golfplatz. Wollen Sie mehr über diesen interessanten und nebenbei gesunden Beruf erfahren? Dann lesen Sie weiter.

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Überblick

  • Berufsbild
  • Aufgaben
  • Ausbildung
  • Voraussetzungen
  • Gehalt
  • Studium
  • Perspektive
  • Fazit

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Berufsbild

Die Berufstätigkeit des Sport- und Fitnesskaufmanns ist ebenso vielfältig, wie seine Arbeitsplätze. Auch wenn es zunächst anders klingen mag, ist der Sport- und Fitnesskaufmann nicht ständig in Bewegung: Er muss auch einiges im Büro erledigen und ist nicht ausschließlich in den Sportstätten im Einsatz.

Aufgaben

Der Sport- und Fitnesskaufmann arbeitet an Planung und Konzeption von Sportveranstaltungen und führt hierfür auch Kalkulationen durch, um die Wirtschaftlichkeit einer Veranstaltung im Vorfeld zu bewerten. Dabei berücksichtigt er nicht nur die eigenen Mittel, die dem Veranstalter zur Verfügung stehen, sondern auch Sponsoring oder Spenden. Eine Sportveranstaltung wird nur dann gut besucht, wenn sie bekannt wird. Deswegen kümmert sich der Sport- und Fitnesskaufmann schon lange vor dem eigentlichen Termin um geeignete Marketing-Maßnahmen wie Zeitungsanzeigen oder Werbeschreiben.

Weil bei einer guten Sportveranstaltung viele Menschen erwartet werden, muss der Sport- und Fitnesskaufmann sich auch um das Thema Sicherheit und Hygiene kümmern. Er schaut sich den Veranstaltungsort und die Sportgeräte vorher an und veranlasst die Umsetzung aller geltenden Sicherheitsrichtlinien. Je nach Größe der Sportveranstaltung muss die Anzahl der Hygiene-Einrichtungen wie Toiletten oder Duschen für Sportler und Zuschauer ausreichend sein.

Der Sport- und Fitnesskaufmann sorgt auch dafür, dass die vielen Besucher einer Sportveranstaltung gut betreut werden. Er stellt das Personal zusammen, das die Veranstaltung unterstützt und plant auch kurzfristige Ausfälle von Personal mit ein, damit trotzdem ein reibungsloser Ablauf der Veranstaltung möglich ist.

Diese Verwaltungsaufgaben sind wichtig, um den sportlichen Aktivitäten den richtigen Rahmen zu geben. Sie haben mit Bewegung und Sport aber nicht viel zu tun. Das ändert sich, wenn der Sport- und Fitnesskaufmann es mit seinen Kunden zu tun bekommt.

Der Sport- und Fitnesskaufmann berät seine Kunden in Vereinen, Fitnessstudios, Wellness-Farmen oder im Sportgeschäft. Er klärt über richtige und falsche Bewegungsabläufe auf und spricht mit den Kunden über Prävention und richtige Ernährung. Dabei geht er grundsätzlich auf den jeweiligen Gesundheitszustand seiner Kunden ein. Dazu muss der Sport- und Fitnesskaufmann wissen, welche Sportarten bei welchen Gesundheitsproblemen förderlich sind und welche sogar schädlich sein können.

Hier kommt Bewegung ins Spiel: Der Sport- und Fitnesskaufmann arbeitet mit seinen Kunden ein individuelles Bewegungsprogramm aus und muss selbstverständlich dazu in der Lage sein, die Übungen absolut fehlerfrei vorzumachen.

Weil sich sportliche Trends oft ändern oder neue wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen, muss der Sport- und Fitnesskaufmann auch nach seiner Ausbildung lernen: Er informiert sich mit Fachzeitschriften oder Internet-Portalen über Sport-Trends und neue Trainingsmethoden.

Ausbildung

Der Beruf des Sport- und Fitnesskaufmanns ist ein anerkannter Ausbildungsberuf, der in Deutschland im Rahmen der dualen Ausbildung erlernt wird. Das bedeutet, dass der Praxis-Anteil des erforderlichen Wissens im Betrieb, also der Sportstätte, erlernt wird.

Der theoretische Teil wird in einer Berufsschule vermittelt. Für die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann ist keine besondere Schulausbildung vorgeschrieben. Die überwiegende Mehrheit der Ausbildungsplätze wird jedoch an Bewerber mit Realschulabschluss oder Abitur vergeben.

Voraussetzungen

Gute Voraussetzungen bringen Bewerber mit, wenn sie sich für Mathematik, Deutsch und Wirtschaft interessieren und in diesen Fächern gute Noten im Zeugnis haben. Sportlichkeit und Fitness sind von Vorteil bei einer Bewerbung.

Die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann dauert drei Jahre und wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Im ersten und zweiten Ausbildungsjahr werden kaufmännische und sportliche Lerninhalte vermittelt.

Das sind unter anderem:

  • Sportarten, Training und Bewegungsabläufe
  • Geschäftsprozesse eines Sportbetriebes
  • Marketing und Kundengewinnung
  • Planung und Organisation von Veranstaltungen
  • Betriebssicherheit in Sportstätten und an Sportgeräten
  • Controlling und Finanzen

Gehalt

Für den Sport- und Fitnesskaufmann gibt es tarifvertragliche Regelungen, die von der Form des Betriebes abhängig sind. In einem Sportgeschäft, das als Einzelhandelsunternehmen geführt wird, ist die Vergütung anders als in einem Fitnessstudio.

Deswegen sind die folgenden Angaben der Brutto-Verdienstmöglichkeiten ein Anhaltspunkt. Es sind Änderungen und individuelle Absprachen mit dem Arbeitgeber möglich, so dass die tatsächlichen Werte davon abweichen können.

Die Ausbildungsvergütung für den Sport- und Fitnesskaufmann ist wie bei allen anderen Berufen gestaffelt nach dem jeweiligen Ausbildungsjahr.

Zurzeit beträgt sie:

  • im ersten Ausbildungsjahr: 550 bis 750 Euro
  • im zweiten Ausbildungsjahr: 600 bis 850 Euro
  • im dritten Ausbildungsjahr: 750 bis 950 Euro

Nach der Ausbildung ist ein Gehalt von 1.500 Euro bis 2.300 Euro möglich. Die Höhe ist von der Branche abhängig, dazu hier drei Beispiele:

  • Einzelhandel: 1.500 bis 2.200 Euro
  • Öffentliche Verwaltung: 2.000 bis 2.300 Euro
  • Hotel- und Gastgewerbe: 1.400 bis 2.000 Euro

Je nach Verhandlungsgeschick, Region oder Arbeitsinhalten kann das aber auch mehr oder weniger sein.

Studium

Die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann ist anspruchsvoll und vielfältig. Wem das nicht ausreicht, der kann im Anschluss an die Ausbildung noch ein fachbezogenes Studium absolvieren, wenn ein entsprechender Schulabschluss vorliegt.

In der Praxis wird von Sport- und Fitnesskaufleuten gerne einer der folgenden Studiengänge gewählt, um das Wissen zu vertiefen und höherer Gehälter zu erreichen:

  • Sportmanagement
  • Sportökonomie
  • Sportwissenschaft
  • Betriebswirtschaftslehre

Perspektive

Die Gehälter von ausgebildeten Sport- und Fitnesskaufmann liegen auch nach vielen Berufsjahren selten höher als 2.500 Euro. Viele Sport- und Fitnesskaufleute machen sich deshalb schon während der Ausbildung Gedanken über die weitere Zukunft: Ist das Gehalt auch langfristig ausreichend? Möchte ich den wirtschaftlichen oder den sportlichen Anteil meines Berufes vertiefen?

Fazit

Der Beruf des Sport- und Fitnesskaufmanns bietet viele Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Je nach persönlicher Vorliebe kann der kaufmännische oder der sportliche Anteil des Berufsbildes über die Ausbildung hinaus vertieft werden. Wenn ein entsprechender Schulabschluss vorhanden ist, kann ein Studium aufgenommen werden.

Die praktische Ausbildung und die Arbeit in der Sportstätte sind ein großer Vorteil bei der Arbeitsplatzsuche nach dem eher theoretischen Studium. Einige Sport- und Fitnesskaufleute wählen auch den Weg in die Selbstständigkeit und eröffnen ein Fitnessstudio oder sie werden Personal Trainer.

Bildquelle: © chesterF – Fotolia.com

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