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Interface Designer gestalten die Benutzeroberflächen von Computern und weiteren technischen Produkten ansprechend in Optik und Bedienungskomfort. Wenn Sie Näheres über diesen Beruf wissen möchten und ob er zu Ihnen passt, lesen Sie am besten gleich weiter.

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Übersicht:

  • Berufsbild
  • Aufgaben
    Arbeitsbereiche
    Produktbeispiele
  • Gehalt
  • Ausbildung
  • Studium
  • Tipp
    Unterschied zwischen Interface Designer und Grafikdesigner oder Webdesigner
  • Perspektiven
  • Fazit

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Berufsbild

Interface Designer ist ein noch relativ junger Beruf aus der IT-Branche.

Aufgaben

Ein Interface Designer beschäftigt sich mit der Schnittstelle – dem Interface – zwischen Mensch und technischem Gerät.

Interface Designer beurteilen zuerst die Anforderungen für Interaktionen mit diesen Geräten von menschlicher wie von technischer Seite unter Abwägung von Zielen und Hindernissen.

Hierbei stehen die Aspekte der menschlichen Ansprüche über den technischen Fakten. Ziel eines Interface Designers ist es, eine Benutzeroberfläche zu erschaffen, die sich von einem möglichst großen Nutzerkreis mit unterschiedlichen Fähigkeiten leicht und sicher bedienen lässt.

Neben dem Entwickeln einer einfach anwendbaren Benutzeroberfläche ist der Interface Designer auch für eine ästhetisch ansprechende und übersichtliche Gestaltung der Benutzeroberfläche zuständig.

Außer Funktionalität und Ästhetik beachten Interface Designer auch die ökonomischen und juristischen Punkte. Dies betrifft die Entwicklung neuer Produkte beziehungsweise Systeme sowie die Aktualisierung und Optimierung bereits vorhandener Produkte oder Systeme.

Arbeitsbereiche

Für Interface Designer gibt es abwechslungsreiche Einsatzbereiche:

  • Softwareentwickler
  • Design-Agenturen
  • Industrieunternehmen
  • Automobilbranche und Flugzeughersteller
  • Dienstleistungsunternehmen
  • Unterhaltungsbetriebe
  • Kunst und Kultur
  • Wissenschaft und Forschung
  • Medizin- und Pharmazie-Unternehmen

Bei der Entwicklung medizinischer Geräte trägt ein Interface Designer zusätzlich eine besondere Verantwortung: Er muss hier besondere Sicherheitsmaßstäbe ansetzen, denn Fehlbedienungen medizinischer Geräte stellen eine der häufigsten Unfallursachen des Gesundheitswesens dar.

Viele Interface Designer sind auch als Freiberufler erfolgreich, wobei sie häufig als freiberufliche Mitarbeiter Firmen bei Engpässen unterstützen.

Produktbeispiele

Die große Vielfalt der mit einem Interface Design versehenen Produkte sollen diese Beispiele zeigen:

  • Mobile Geräte wie Mobiltelefone, Tablet-PCs, Apps, MP3-Player und Navis
  • Home Entertainment wie TV-Gerät, Spiele-Konsolen, Media-Center
  • Vernetztes Wohnen
  • Roboter
  • Haus- und Küchengeräte
  • Fahrerassistenzsysteme
  • Verkehrsleitsysteme
  • Prüfstand- und Messsysteme
  • Produktionssysteme

Gehalt

Das Gehalt eines Interface Designers ist stark branchenabhängig. Die Höhe der Einstiegsgehälter bewegt sich zwischen 2000 und 3000  Euro brutto im Monat. Mit steigender Berufserfahrung können Monatsgehälter bis circa 5000 Euro erreicht werden. Mitarbeiter in leitender Funktion erhalten häufig noch mehr.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Interface Designer führt über ein Studium. Eine bereits durchlaufene Ausbildung in einem anderen Computer- oder Designberuf ist im Studium hilfreich.

Studium

Ein abgeschlossenes Studium im Bereich Mensch-Maschine-Interaktion beziehungsweise dem Studiengang Interface Design ist Voraussetzung für die spätere Berufsausübung als Interface Designer. Die Studiengänge werden von Hochschulen und Fachhochschulen angeboten, zum Beispiel von der FH Potsdam.

Neben den üblichen Studienzugangsvoraussetzungen wie allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife ist bei designorientierten Studiengängen außerdem eine künstlerische Eignungsprüfung zu bestehen.

Zu den qualifizierenden Studiengängen für die Tätigkeit als Interface Designer zählen außer dem Studiengang Interface Design:

  • Kommunikationsdesign
  • Mediendesign/Medienkunst
  • Visuelle Kommunikation
  • Mensch-Maschine-Interaktion

Als Studienabschlüsse sind die akademischen Grade Bachelor und Master möglich.

Für Führungspositionen, Spezialisierungen sowie eine Berufslaufbahn als Interface Designer in Wissenschaft und Forschung ist im Allgemeinen das Masterstudium Voraussetzung. Gelegentlich wird dazu die Promotion oder Habilitation verlangt.

Tipp

Die während der parallel zum Studium absolvierten Projekte und Praktika erstellten Arbeiten sollten sorgfältig aufbewahrt werden, um später bei Bewerbungen als Arbeitsproben präsentiert zu werden.

Unterschied zwischen Interface Designer und Grafikdesigner oder Webdesigner

Wer schon über den Einsatz von Grafikdesignern und Webdesignern bei der Gestaltung von Benutzeroberflächen gehört hat, fragt sich vielleicht gerade, wo der Unterschied zwischen einem Interface Designer und einem Grafikdesigner beziehungsweise Webdesigner liegt, ob es überhaupt einen gibt oder ob nicht alle Bezeichnungen dieselbe Tätigkeit meinen.

Doch, es handelt sich hier um verschiedene Berufe, auch wenn sich ein paar der Aufgabenbereiche überschneiden.

In der Vergangenheit wurden tatsächlich Grafikdesigner und Webdesigner noch stärker in die Entwicklung nutzerfreundlicher Oberflächen von Computersystemen und technischen Geräten eingebunden. Das hat so lange gut funktioniert, wie Webseiten und andere Oberflächen eher zweidimensional waren. Sie wurden sozusagen aus der reinen Seitenansicht heraus betrachtet.

Inzwischen sind die Benutzeroberflächen, und damit auch die Interfaces, weitaus komplexer geworden. Bildlich ausgedrückt geht es hier längst nicht mehr um eine Seitenansicht, sondern es geht außerdem in die Tiefe. Diese neuen anspruchsvollen technischen Anforderungen kann ein Grafikdesigner oder Webdesigner nicht mehr abdecken. Hier ist der Interface Designer mit seiner speziellen Ausbildung gefragt.

Dieser Berufsvergleich soll jedoch keineswegs Grafikdesigner und Webdesigner gegenüber dem Interface Designer abwerten. Alle drei Berufe haben sehr anspruchsvolle Aufgaben zu lösen, wobei jeder dieser Berufe spezielle Schwerpunkte hat. Da die IT-Technik mit ihren Anwendungen immer weiter fortschreitet, entstehen laufend neue Anforderungsbereiche, für die sich neue Berufsgruppen herausbilden.

Perspektiven

Die beruflichen Zukunftsaussichten für Interface Designer sind hervorragend. Computer und weitere elektronische Geräte finden bei Unternehmen und Privatpersonen immer mehr Verwendung und ihre Bedeutung wird weiter wachsen.

Immer kürzere Innovationszyklen elektronischer Produkte ziehen obendrein einen steigenden Bedarf an Interface Designern nach sich.

Fazit

Freude am Umgang mit Computern, künstlerische und technische Begabung, Ideenreichtum sowie Schnelligkeit im Erfassen komplexer Zusammenhänge sind gute Voraussetzungen für die Tätigkeit als Interface Designer.

Interface Designer zählen zwar zu einer Berufsgruppe, in der Überstunden normal sind und in der häufig der Durchschnittswert von 40 Arbeitsstunden in der Woche überschritten wird. Dafür ist der Beruf aber sehr abwechslungsreich, gut bezahlt und zukunftssicher.

Bildquelle: © Robert Kneschke – Fotolia.com

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