Elterngeld: Das müssen Sie wissen!

Elterngeld

Das Elterngeld soll die finanziellen Nachteile, die mit der Geburt eines Kindes entstehen, abmildern. Hier erfahren Sie, was das Elterngeld ist, wem es zusteht und was Sie beachten müssen, um es zu bekommen.

Überblick

  • Was ist das Elterngeld?
  • Was ist das ElterngeldPlus?
  • Elterngeld als Nachfolger des Erziehungsgeldes
  • Wer hat Anspruch auf das Elterngeld?
  • Wie viel Elterngeld gibt es?
  • Wie lange gibt es Elterngeld?
  • Welche Zielsetzung hat das Elterngeld?
  • Was sind die Partnermonate des Elterngelds?
  • Wie viel Elterngeld steht mir zu?
  • Wie berechnet sich das Elterngeld?
  • Elterngeld und Steuern
  • Elterngeld und Sozialleistungen
  • Elterngeld und Elternzeit

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Elterngeld und Elterngeld Plus

Was ist das Elterngeld?

Das Elterngeld ist eine staatliche Leistung in Deutschland, mit der Familien mit kleinen Kindern finanziell unterstützt werden sollen. Es handelt sich dabei vom Konzept her um eine Entgeltersatzleistung, also um einen Ausgleich für den Lohn, der Ihnen entgeht, weil Sie sich um ein Kind kümmern. Dabei erfolgt die Zahlung des Elterngeldes länger als die Leistungen und Sicherheiten des Mutterschutzes gewährt werden.

Was ist das ElterngeldPlus?

Am 1. Juli 2015 ist das so genannte ElterngeldPlus in Kraft getreten. Damit kann die Teilzeitnutzung des Elterngelds auf bis zu 28 Monate ausgedehnt werden.

Elterngeld als Nachfolger des Erziehungsgeldes

Zwischen 1986 und 2006 wurde an den Elternteil, der ein Kind zum überwiegenden Teil erzog, das so genannte Erziehungsgeld ausgezahlt. Für Kinder, die ab dem 1. Januar 2007 geboren wurden, gilt nicht mehr das Erziehungsgeld sondern das Elterngeld. Ein Grund für die Umstellung war die Kritik am Erziehungsgeld. Ihm wurde vorgeworfen, dass es Hausfrauen bevorzuge, während Alleinerziehende und berufstätige Mütter deutliche Nachteile hatten.

Wer hat Anspruch auf das Elterngeld?

Anspruch auf das Elterngeld haben die Eltern, die nicht oder nur teilweise erwerbstätig sein können, weil sie ein Kind betreuen. Beide Elternteile haben Anspruch auf Elterngeld. Allerdings beanspruchen Männer nur einen Bruchteil der Zeit (im Durchschnitt 2 Monate) während Frauen ihrem Beruf 10 bis 12 Monate fern blieben. Der Grund dafür ist, dass Männer nach wie vor besser verdienen und es sich trotz Elterngeld kaum lohnt, dass sie ihre Karriere für eine Weile zurückstellen.

Das Elterngeld wird im Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit geregelt.

Wie viel Elterngeld gibt es?

Der individuelle Betrag, den Sie an Elterngeld ausgezahlt bekommen, hängt davon ab, wie viel Sie davor verdient haben. Insgesamt werden in Deutschland regelmäßig fast 5 Milliarden Euro Elterngeld pro Jahr ausgezahlt. Damit machte das Elterngeld einen Großteil der Aufwendungen des Familienministeriums aus.
Wenn Sie vorher nicht berufstätig waren, dann erhalten Sie Elterngeld in Höhe des Mindestbeitrages (300 Euro) als Sozialleistung.

Wie lange gibt es Elterngeld?

Die Zahlung des Elterngelds ist grundsätzlich auf ein Jahr unmittelbar nach der Geburt des Kindes begrenzt. Sie haben aber die Möglichkeit zwei sogenannte Partnermonate in Anspruch zu nehmen und so den Zeitraum auf insgesamt 12 Monate auszudehnen. Um Alleinerziehende nicht zu benachteiligen, haben auch sie Anspruch auf 14 Monate Elterngeld.

Sie können den Antrag auf Elterngeld auch bis zu drei Monate rückwirkend stellen.

Welche Zielsetzung hat das Elterngeld?

Die Bevölkerungsstatistik in Deutschland zeigt einen klaren Trend zu immer weniger Kindern und immer mehr alten Menschen. Die Bundesregierung hat deshalb das Ziel eine nachhaltige Familienpolitik zu fördern. Um die Entscheidung eine Familie zu gründen zu begünstigen, soll das zeitweilige Ausscheiden aus dem Beruf ohne gravierende Folgen für den Lebensstandard oder die berufliche Entwicklung erleichtert werden.

Was sind die Partnermonate des Elterngelds?

Wenn beide Eltern kein oder deutlich weniger Einkommen erhalten, um das Kind zu betreuen, kann das Elterngeld um zwei Partnermonate verlängert werden. Eine gemeinsame Betreuung, die über diese beide Monate hinausgeht, kann durch das Elterngeld für die beiden Partner nur zum jeweils halben Betrag angerechnet werden. Durch eine Halbierung des Elterngelds kann die Bezugsdauer so verdoppelt werden.

Wie viel Elterngeld steht mir zu?

Um zu errechnen, wie viel Elterngeld Sie bekommen können, müssen Sie Ihr Einkommen über einen bestimmten Zeitraum vor der Geburt des Kindes heranziehen. Dieser Bezugsrahmen umfasst grundsätzlich die 12 Monate vor der Geburt des Kindes.

Es werden jedoch ausschließlich Monate berücksichtigt, in denen kein Mutterschaftsgeld oder Elterngeld für ein anderes Kind gezahlt wurde. Es gibt auch noch weitere Ausnahmen, die unter Umständen beachtet werden müssen. Sie sollten also im Hinterkopf behalten, dass der Zeitraum mehr als 12 Monate umfassen kann.
Die Höhe des Elterngelds beträgt zwischen 65 und 100 Prozent des durchschnittlichen Einkommens im Bezugsrahmen. Die Obergrenze liegt bei 1.800 Euro.

Wie berechnet sich das Elterngeld?

Wenn Sie zwischen 0 und 1000 Euro verdient haben, bekommen Sie 67 Prozent Ihres Einkommens plus 0,1 Prozentpunkte mehr für jeweils 2 Euro, die Sie weniger als 1000 Euro verdient haben.

Zwischen 1000 und 1200 Euro bekommen Sie genau 67 Prozent.

Wenn Sie mehr als 1200 Euro verdient haben, sinkt der Betrag um 0,1 Prozent pro 2 Euro, die Sie mehr verdient haben, bis maximal 65 Prozent.
Haben Sie über 2.769,23 Euro verdient, beträgt das Elterngeld generell 1.800 Euro.

Elterngeld und Steuern

Das Elterngeld ist steuerfrei und wirkt sich auch nicht auf die Sozialabgaben aus. Allerdings kann es einen Einfluss auf den Progressionsvorbehalt haben. Das bedeutet, dass Sie durch den Bezug von Elterngeld unter Umständen eine Einkommensgrenze überschreiten und damit einen höheren Steuersatz zahlen müssen.

Elterngeld und Sozialleistungen

Sozialleistungen sind in Deutschland in ein kompliziertes System eingebunden. Da es sich beim Elterngeld um eine Entgeltersatzleistung handelt, wird es mit anderen Entgeltersatzleistungen, die der Staat gewährt, verrechnet. Wenn Sie also zum Beispiel Arbeitslosengeld, Altersrente oder einen Gründungszuschuss bekommen, dann erhalten Sie weniger oder kein Elterngeld.

Elterngeld und Elternzeit

Beachten Sie, dass unterschiedliche Fristen gelten, wenn Sie bestimmte Leistungen beantragen wollen. Im Unterschied zum Elterngeld, das Sie ab der Geburt beantragen können, sollten Sie für die Elternzeit spätestens sieben Wochen vor der Geburt mit Ihrem Arbeitgeber geregelt haben, wann Sie die Elternzeit in Anspruch nehmen wollen.

Bildquelle: © drubig-photo – Fotolia.com



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