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Mit Routenplanern im Internet die Entfernung zwischen dem eigenen Haus und China ermitteln, im Auto das Navigationssystem einschalten und zum Zielpunkt gelotst werden, in Wald und Stadt Geocachingtouren machen: Das alles und vieles mehr ist der Verdienst von Vermessungstechnikern. In diesem Artikel stellen wir Ihnen den Beruf näher vor, informieren über die Ausbildung und die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt – inklusive Möglichkeiten zur Chancenverbesserung durch Weiterbildungen oder Studium. Lesen Sie weiter!

Übersicht

  • Berufsprofil Vermessungstechniker
  • Der Alltag: Das sind seine Aufgaben
  • Typische Arbeitgeber: Wer beschäftigt ihn?
  • Wie sehen die Arbeitsbedingungen aus?
  • Ausbildung zum Vermessungstechniker
  • Ausbildungsinhalte nach Fachrichtung
  • formale Voraussetzungen & persönliche Eignung
  • das Gehalt in der Ausbildung
  • Gehalt für Vermessungstechniker
  • Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt
  • Perspektiven mit Weiterbildungen & Studium verbessern

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Berufsprofil Vermessungstechniker

Das Vermessungswesen bildet die Grundlage für einige moderne Technologien, die wir Tag für Tag nutzen – völlig automatisch und selbstverständlich. Denn Hauptaufgabe im Vermessungswesen ist die Erfassung von Punkten in der Landschaft, in Räumen oder von Objekten, um zum Beispiel topographische Karten oder Kataster zu erstellen. Weiterhin dienen die Daten der Vermessung für Bauvorhaben, zur Forschung oder zur Grundstücksbewertung. Der Vermessungstechniker führt im Rahmen eines Vermessungsauftrages die entsprechenden Berechnungen durch.

Der Alltag: Das sind seine Aufgaben

Wenn zum Beispiel neue Straßen oder andere Bauprojekte geplant sind, sorgen Vermessungstechniker für die entsprechenden Daten über Lage und Höhe der Umgebung. Da bereits schon viele Messungen durchgeführt worden sind, suchen die Vermessungstechniker oftmals zunächst die vorhandenen Daten zusammen und werten diese für das Vorhaben aus. Anschließend werden die Daten vor Ort geprüft und erneut ausgewertet.

Die erhobenen Daten müssen weiterhin in Pläne oder Karten eingezeichnet und verwaltet werden. Entsprechend des Auftrags müssen weitere Berechnungen oder Arbeiten durchgeführt werden – zum Beispiel Berechnungen für statistische Zwecke. Als Vermessungstechniker betreut man einen Vermessungsauftrag von Anfang bis Ende – von der Kundenberatung und Auftragsannahme über die Auswahl der Messgeräte und die Durchführung der Messungen bis hin zur Anfertigung der Arbeitsunterlagen und Dokumentation.

Typische Arbeitgeber: Wer beschäftigt ihn?

Wo der Vermessungstechniker arbeitet, hängt mitunter von der Fachrichtung ab. Grundsätzlich sind Messdaten jedoch in sehr unterschiedlichen Bereichen erforderlich, sodass seine Beschäftigungsmöglichkeiten vielseitig sind. In erster Linie finden Vermessungstechniker in Vermessungsämtern, Behörden der Geoinformation und Landentwicklung sowie in Vermessungs- und Ingenieurbüros Beschäftigung. Darüber hinaus finden sie Arbeit bei Unternehmen der Baubranche.

Im Einzelnen bieten folgende Unternehmen und Ämter Beschäftigung für Vermessungstechniker:

  • Öffentliche Verwaltung (Kataster- und Vermessungsämter)
  • Architektur- und Planungsbüros
  • Vermessungsbüros, Dienstleister im Bausachverständigenwesen
  • Betriebe aus dem Tiefbau, Wasserbau und Straßenbau
  • Unternehmen für Hochbau, Beton- und Stahlbetonbau
  • Bergbaubetriebe und -behörden z.B. Steinkohleabbau oder Salzgewinnung

Wie sehen die Arbeitsbedingungen aus?

Der Arbeitsplatz des Vermessungstechnikers variiert je nach Arbeitsschritt und befindet sich mal im Büro zur Auswertung der Daten, mal im Freien zur Messung oder unter Tage, wenn man im Bergbau tätig ist. Folglich wechseln auch die Arbeitsbedingungen für Vermessungstechniker. Man arbeitet mal mit dem Computer, mal mit Messgeräten und Maschinen, mal im Sitzen, mal im Stehen.

Das Tragen von Schutzkleidung ist bei Vor-Ort-Messungen üblich – insbesondere Warnwesten und Schutzhelme. Das Arbeiten im Freien findet in der Regel unabhängig von den Wetterbedingungen statt, sodass es bei den Messungen vor Ort auch durchaus mal kalt, windig oder schwitzig-heiß werden kann.

Insgesamt wechseln die Arbeitssituationen sehr häufig. Man muss sich daher gut auf ein neues Umfeld einstellen können, gleichzeitig Teamfähigkeit beweisen und stets die verschiedenen Vorschriften und rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen.

Ausbildung zum Vermessungstechniker

Zusammen mit dem Geomatiker ist der Vermessungstechniker ein Ausbildungsberufe aus der Geoinformationstechnologie. Laut der Berufsbildungs-Verordnung vom 30.05.2010 handelt es sich um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, der über drei Jahre in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb erlernt wird. Die Ausbildung wird mit einer Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle beendet.

Beachten Sie: Auszubildende in der Industrie und im öffentlichen Dienst werden von unterschiedlichen Stellen geprüft. Gelingt dem Prüfling die Darbietung der notwendigen beruflichen Handlungsfähigkeit – sowohl im praktischen als auch im theoretischen Teil – mit mindestens „ausreichend“ benotet wurde.

Ausbildungsinhalte nach Fachrichtung

Mit dem Erlass der gemeinsamen Ausbildungsverordnung für die Geoinformationstechnologie in 2010 wurde die Ausbildung zum Vermessungstechniker modernisiert und gleichzeitig in zwei Fachrichtungen gegliedert: Vermessung und Bergvermessung.

Es gibt einige grundlegende Fähigkeiten und Kenntnisse, die in beiden Fachrichtungen gelehrt werden, in der Regel in den ersten Jahren der Ausbildung. Das dritte Jahr dient vorrangig zur Vertiefung der Inhalte und Spezialisierung.

Gemeinsame Ausbildungsinhalte:

  • Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht
  • Aufbau und Organisation des Betriebes
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
  • Umweltschutz
  • Betriebliche und technische Kommunikation
  • Arbeitsorganisation
  • Qualitätsmanagement
  • Kundenberatung
  • Berufsbezogene Rechts- und Verwaltungsvorschriften, Normen & Standards
  • Grundlagen der Geoinformationstechnologie
  • Einzelprozesse der Geoddatenmanagements (Erfassung und Beschaffung der Daten, Bearbeitung, Qualifizierung und Visualisierung der Daten,
  • Interpretation, Zusammenstellung und Verknüpfung der Daten)
  • Ganzheitliche Prozesse des Vermessungswesens und des Geodatenmanagements (Vermessungstechnische Methodik, Durchführung von
  • Berechnungen, Anwendung von Informations- und Kommunikationssystemen, Visualisierung von Geodaten)

Zusätzliche Inhalte der Fachrichtung Vermessung:

  • Liegenschaftskataster und Grundbuch
  • Bauordnung, Bodenordnung und Grundstückswerteermittlung
  • Durchführung von technischen Vermessungen

Zusätzliche Inhalte der Fachrichtung Bergvermessung:

  • Anfertigung und Nachtragung von bergmännischem Risswerk
  • Erfassung und Darstellung von Lagerstätten und Nebengesteinen
  • Bergtechnik und Betriebsabläufe
  • Durchführung und Auswertung von bergbauspezifischen Vermessungen

Formale Voraussetzungen & persönliche Eignung

Für den Zugang zur Ausbildung zum Vermessungstechniker werden keine rechtlichen Voraussetzungen angeführt, lediglich die Betriebe achten bei der Auswahl der Bewerber auf die schulischen Vorkenntnisse sowie persönlichen Interessen. Unter den insgesamt 597 Ausbildungsanfängern in 2014 für die Fachrichtung Vermessung, sowohl im öffentlichen Dienst als auch in der Industrie und im Handel, konnten die meisten Bewerber mindestens einen mittleren Bildungsabschluss vorweisen.

Im öffentlichen Dienst überwogen mit 54 % die Auszubildenden mit Abitur. Einen Hauptschulabschluss hatte nur 1 % der Ausbildungsanfänger im öffentlichen Dienst und 10 % in Industrie und Handel. 10 % im Ausbildungsbereich Industrie und Handel konnten keinen Hauptschulabschluss vorweisen.

Tendenziell werden jedoch mehr Bewerber mit mindestens mittlerem Bildungsabschluss eingestellt. In der Fachrichtung Bergvermessung haben drei Personen 2014 eine Ausbildung begonnen. Alle hatten Abitur. Darüber hinaus waren gute Kenntnisse in den Fächern Mathematik, Physik, Erdkunde/ Geografie sowie Werken/ Techniken von Vorteil.

Weitere wertvolle Eigenschaften:

  • Interesse an organisatorischen, theoretischen und prüfenden Tätigkeiten
  • Rechenfertigkeiten
  • Handwerkliches Geschick
  • Zeichnerische Befähigung
  • Räumliche Orientierung und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Gutes Hörverstehen (für Arbeitsanweisungen bei Maschinenlärm)
  • Kommunikationsfähigkeit und gutes Ausdrucksvermögen für die Kommunikation innerhalb der Messteams sowie in Kundengesprächen
  • Augen-Hand-Koordination und Hand-Geschick
  • Flexibilität für wechselnde Arbeitssituationen
  • Sorgfalt bei den Berechnungen und Prüfungen
  • Eigenständige Arbeitsweise und Leistungsbereitschaft

Das Gehalt in der Ausbildung

Auszubildende werden für ihre Arbeit und Mühen vom Ausbildungsbetrieb vergütet. Das Ausbildungsgehalt ist zwar oftmals gering, aber immerhin deckt es einen Teil der Miet- und Lebenshaltungskosten. Für alle Auszubildende, die bereits aus dem Elternhaus ausgezogen sind oder von ihren Eltern nicht finanziell unterstützt werden, besteht die Möglichkeit der staatlichen Förderung im Form des sogenannten Ausbildungsbafögs. Die Anforderungen müssen im Einzelfall geklärt werden.

Im öffentlichen Dienst haben Vermessungstechniker den Status des technischen Angestellten. Der Verdienst richtet sich entsprechend nach den Regelungen der Tarifverordnung im öffentlichen Dienst – auch für Auszubildende.

Nach Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) erhalten Auszubildende ab 1. März 2015 folgende Brutto-Monatsgehälter:

  • 853 Euro im 1. Jahr
  • 903 Euro im 2. Jahr
  • 949 Euro im 3. Jahr

Betriebe aus Industrie und Handel schließen keine Tarifverträge, so kann sich das Ausbildungsgehalt für angehende Vermessungstechniker im Architekturbüro oder im Tiefbaubetrieb von jeden im öffentlichen Dienst unterscheiden. Die Angaben dienen lediglich als Orientierung. Das tatsächliche Ausbildungsgehalt kann variieren.

Gehalt für Vermessungstechniker

Da Vermessungstechniker sowohl im öffentlichen Dienst als auch in der Privatwirtschaft Anstellung finden, variiert das Gehalt für diese Berufsgruppe. Darüber hinaus beeinflussen Betriebsgröße, Betriebsstandort sowie die individuellen Fähigkeiten die Höhe des Gehalts. Ist man im öffentlichen Dienst angestellt und wird nach Tarifvertrag vergütet, steigt man als Vermessungstechniker nach der Ausbildung in der Entgeltgruppe 5 ein.

Das Einstiegsgehalt liegt dann etwa bei 2.100 Euro brutto, zuzüglich möglicher Zulagen. Mit der Berufserfahrung und Betriebszugehörigkeit sowie Zusatzqualifikationen steigt dann das Gehalt auf durchschnittlich 2.700 bis 3.100 Euro (Entgeltgruppe 9). Gehälter in Industrie und Handel können von diesen Angaben unterscheiden. Es gelten in der Regel dieselben Einflussfaktoren wie in anderen Berufen: Berufserfahrung, Berufsausbildung, Betriebszugehörigkeit, Betriebsgröße, Betriebsstandort und persönliche Leistungen/ Fähigkeiten.

Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt

Ob Wanderkarte, Navigationssystem oder die App fürs Geocaching in der Natur: Als Vermessungstechniker trägt man mit seiner Arbeit in unterschiedlichen Bereichen zum Ergebnis bei. Das macht den Einsatz der Vermessungstechniker sehr vielseitig und verbessert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Und der Bedarf an Geodaten ist noch lange nicht gedeckt: Ingenieurbüros suchen ebenso Fachkräfte wie Behörden oder Medienagenturen für die Entwicklung von Apps.

Perspektiven mit Weiterbildungen & Studium verbessern

Ob im öffentlichen Dienst oder in der Privatwirtschaft: Wenn Sie sich durch verschiedene Qualifikationen spezialisieren, können Sie Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig verbessern – und auch innerhalb der Betriebes oder der Behörde aufsteigen und damit Ihr Gehalt verbessern.

Als Vermessungstechniker geht oftmals der Weg der Weiterqualifikation über ein Hochschulstudium. Damit steht Ihnen unter anderem die Möglichkeit offen, zum öffentlich bestellten Vermessungsingenieur aufzusteigen. Als Organ des öffentlichen Vermessungswesens sind Sie dann Träger eines öffentlichen Amtes und wirken bei unterschiedlichen Prozesse der Landesvermessung mit, können ähnlich wie Notare Ermittlungen und Feststellungen beurkunden.

Voraussetzung bildet ein abgeschlossenes Hochschulstudium, nach neuer Regelung mindestens mit Master-Abschluss. Mögliche Studiengänge wären Vermessungstechnik, Geoinformatik, Geografie, Kartografie, Geotechnologie oder Gewissenschaften sowie sämtliche verwandte Studienrichtungen. Das Grundstudium dauert in der Regel drei Jahre und endet mit dem Bachelor-Abschluss. Ein anschließendes Masterstudium dauert weitere zwei Jahre.

Als Weiterbildung bietet sich der Techniker für Vermessungstechnik an. Die Weiterbildung ist staatlich geregelt und findet an Fachschulen statt. Die Dauer variiert zwischen zwei und vier Jahren, je nach dem ob man in Teil- oder Vollzeit lernt. Durch eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker für Vermessungstechnik lässt sich das Gehalt auf 2.400 bis 3.900 Euro im öffentlichen Dienst und etwa 2.400 bis 2.800 Euro in der Privatwirtschaft steigern.

Bildquelle: © Gerhard Seybert – Fotolia.com

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