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Mit einem Rechner für Tarifverträge des öffentlichen Dienstes kann man ausrechnen, wie viel ein öffentlich Bediensteter in seiner persönlichen Entgeltstufe verdient. Wie zeigen Ihnen in diesem Artikel, was ein Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes im Großen und Ganzen beinhaltet und wie sich das Gehalt eines Mitarbeiters nach TVöD berechnet.

Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst

Als Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) wird der Zusammenschluss mehrerer Tarifverträge bezeichnet, die für die Beschäftigten in Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung von Bund und Kommunen seit dem ersten Oktober 2005 gelten. Allerdings gelten diese Tarifverträge nicht für Beamte oder Auszubildende. Vor dem ersten Oktober 2005 galten der Bundesangestelltentarif sowie die Tarifverträge für Arbeiter des Bundes.

Was ist ein Tarifvertrag?

Tarifverträge sind dazu da, die Mindeststandards festzulegen. Hierzu regeln Tarifverträge die wichtigsten Arbeits- und Einkommensbedingungen: Zum Beispiel Gehälter, Löhne, Ausbildungsvergütungen, Urlaub und Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Kündigungsfristen und einige weitere.

Ein Tarifvertrag wird zwischen Gewerkschaft und einem Arbeitgeberverband geschlossen. Teilweise werden Tarifverträge aus diesem Grund auch Verbandstarifverträge genannt. Die Verträge gelten dabei für beide Vertragsparteien des Tarifvertrags und somit sowohl für die Gewerkschaftsmitglieder als auch für die Unternehmen, die Mitglied des Arbeitgeberverbandes sind.

Allerdings gibt es auch Tarifverträge, die für einzelne Unternehmen gelten. Diese nennt man Haus- oder Firmentarifverträge. Für Deutschland und viele andere Länder der EU sind diese aber eher untypisch.

Allein in Deutschland gibt es zurzeit mehr als 50.000 verschiedene Tarifverträge. Und jedes Jahr kommen um die 7.000 neue hinzu.

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Was beinhalten die TVöD?

Die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes beinhalten seit ihrer Erneuerung vom ersten Oktober 2005 eine Vereinheitlichung des Tarifwerkes für Arbeiter, Angestellte oder Pflegebeschäftigte im öffentlichen Dienst. Zuvor wurde zwischen Arbeitern, Angestellten und Pflegebeschäftigten noch unterschieden. Im neuen TVöD werden diese Gruppen zusammengefasst und mit dem Begriff „Beschäftigte“ bezeichnet.

Ebenso gab es eine Abkehr von einer dienstalters- und familienbezogenen Bezahlung. Stattdessen sehen die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes für öffentlich Bedienstete eine Bezahlung vor, die erfahrungs- und leistungsorientiert ist.

Wer einen höheren Abschluss hat, kann in eine höhere Entgeltgruppe aufsteigen. Das bedeutet, dass einem die grundsätzlichen Verdienstmöglichkeiten je nach Abschluss zugeteilt werden. Wer seinen Posten länger ausübt, kann innerhalb seiner Entgeltgruppe nochmals aufsteigen und somit mehr Geld verdienen.

Tarifrechner für TVöD

Seit dem ersten Oktober 2005 gilt nun auch eine einheitliche Entgelttabelle für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Die Tabelle besteht aus 15 Entgeltgruppen, aus 2 Grundstufen und aus 4 Entwicklungsstufen. Eine nächsthöhere Stufe erreicht man in der Regel abhängig von der Dauer der Berufserfahrung beim gleichen Arbeitgeber. Für den Aufstieg von Grundstufe 1 zu Grundstufe 2 benötigt man zum Beispiel ein Jahr an Betriebserfahrung. Für einen Aufstieg von Stufe 2 zu Stufe 3 nochmals zwei weitere Jahre. Nach drei weiteren Jahren steigt man dann zur Stufe 4 auf, etc.

Sofern ein Mitarbeiter nach dem ersten Oktober 2005 im öffentlichen Dienst eingestellt wurde, benötigt er nun insgesamt 15 Jahre, um in seiner Entgeltgruppe von Grundstufe 1 auf die Erfahrungsstufe 6 zu gelangen.

Durch dieses System soll eine gerechtere Bezahlung der öffentlich Bediensteten gewährleistet werden können. Die Tabelle der Entgeltgruppen orientiert sich deswegen nach der fachlicher Qualifikation und der Betriebszugehörigkeit eines Mitarbeiters. Dies ist eine der wesentlichsten Neuerungen der Tarifverträge des öffentlichen Dienstes.

Was ist durch den neuen TVöD weggefallen?

Weggefallen sind durch die Neuerung zum Beispiel familienbezogene Entgeltbestandteile. Dazu zählten früher der Verheiratetenzuschlag sowie die Kinderzuschläge und ein Erhöhungsbetrag im Weihnachtsgeld. Seit dem ersten Oktober 2005 werden das Weihnachts- und das Urlaubsgeld immerhin als reduzierte Jahressonderzahlung ausgezahlt.

Online-Rechner für die TVöD

Wer sich genau mit dem Thema beschäftigen möchte, hat die Möglichkeit über einen Online-Rechner auszurechnen, unter welchen Umständen einem öffentlich Bediensteten wie viel Geld in seiner Entgeltgruppe zusteht. Dazu gibt es eine Vielzahl an Internetseiten. In Suchmasken gibt man Grundparameter wie Entgeltgruppe, etc. ein, um am Ende eine Verdienstberechnung zu erhalten.

Bildquelle: © Reimer – Pixelvario – Fotolia.com

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