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Viele Erwachsene Klagen über Depressionen – und fast genau so viele wissen noch nicht einmal, dass sie eine Depression haben. Tatsächlich kann der Grundstein einer Depression schon viele Jahre vorher, nämlich in der Kindheit, gelegt worden sein… Nicht selten durch eine kleine, harmlos erscheinende Lüge. Doch möglicherweise ist sie der Beginn einer kaum heilbaren psychischen Erkrankung!

Darum sind Kinder besonders empfindlich

Viele Traumata werden durch eine emotionale Vernachlässigung oder durch Missbrauch hervorgerufen. Dabei können die Auswirkungen und Folgen für den betroffenen Menschen so fatal sein, dass sie im Gehirn anhand der Strukturen und Aktivitäten nachweisbar sind. In vielen Fällen leidet sogar das gesamte nähere soziale Umfeld der Trauma-Betroffenen mit.

Besonders gefährdet für einschneidende Ereignisse sind laut Wissenschaftern jedoch Kinder – Eltern können mit einer falschen Erziehungstechnik viel falsch machen. Auch dann, wenn sie es eigentlich nur gut meinen.

Viele Kinder werden beispielsweise mit einem Elternteil groß, der nur begrenzt empathiefähig ist. Tatsächlich sind Kinder solcher Eltern schon in ziemlich frühem Alter so gepolt, dass sie ständig versuchen, Bestätigung zu finden – doch diese leider nur selten bis gar nicht bekommen.

Bestimmte Erziehungsdoktrinen können dann schnell dazu führen, dass das Kind tiefe psychische Verletzungen erfährt, die später sogar ein Trauma auslösen können. Irreführend für die Entwicklung eines Kindes sind insbesondere folgende von den Eltern vermittelte Werte:

1. Du bist, was du schaffst

Kinder, die lernen, dass ihr eigener Wert davon abhängt, inwiefern sie ihrem Elternteil gerecht werden beziehungsweise von Nutzen sein können, leben gefährlich: Den Kindern wird vermittelt, dass sie nicht als unabhängige Individuen, sondern eher als Objekte zu verstehen sind, die dem narzisstischen Ego der Eltern dienen müssen. Doch diese Doktrin ist leider eine Lüge, die einem Kind akute psychische Schäden zufügen kann.

2. Du bist niemals gut genug

Nicht selten werden Kinder von besonders anspruchsvollen Eltern dauerhaft zu Bestleistungen gezwungen. Hierbei kann das Problem auftreten, dass das Kind nicht nur seinen eigenen Wert durch das definiert, was es schafft, sondern auch, dass es dem Anspruch der Eltern einfach nie gerecht wird. Damit geht extrem hoher Druck einher.

Manche Eltern loben ihr Kind mit Absicht nicht – einfach nur, weil sie hoffen, auf diese Weise den eigenen Anspruch des Kindes an sich selbst zu erhöhen. Oder aber, weil sie selbst nicht zugeben wollen oder können, dass das Kind etwas gut gemacht hat.

Auch hier wird das Kind wieder in einer Welt der Lügen groß, in der sich (auch aus Sicht des Kindes) alles um das Einflussgebiet der Eltern dreht.

3. Sei besser als alle anderen

Wer sein Kind zur Bestform treiben will und ihm ständig einredet, dass es besser sein muss als eine bestimmte Person oder sogar als alle anderen, kann damit viel kaputt machen. Der Traum vom Vorzeige-Kind lässt manche Eltern so weit gehen, dass sie gewisse Grenzen überschreiten und im Extremfall das Kind sogar gegen die eigenen Geschwister ausspielen – nur um beim Kind den Ehrgeiz zu wecken, besser sein zu wollen.

4. Geringschätzung ist ein Zeichen von Liebe

Kinder brauchen unbedingt Liebe. Doch nicht jeder Elternteil ist in der Lage, dem Kind eine solche Liebe zu geben oder zu zeigen. Meist liegt das daran, dass der entsprechende Elternteil selbst eine Vorgeschichte hatte, mit der er psychisch nie fertig geworden ist.

Als Vorwand muss sich das Kind dann manchmal anhören: „Geringschätzung ist auch ein Zeichen von Liebe.“ Doch damit kann ein Kind leider nicht viel anfangen. Ein Argument ist kein Ersatz für Liebe. Und wenn es die Liebe nicht erhält, die es braucht, kann das Defizit dramatische Auswirkungen nach sich ziehen.

5. Gefühle sind für Weicheier

Vor allem einige Väter versuchen mithilfe diverser Argumente aus dem Sohn einen Mann zu machen, oder aber die Tochter abzuhärten. Ein ziemlich beliebtes Mittel ist hier der Spruch: „Gefühle sind etwas für Weicheier“.

Vorsicht: Denn durch das Unterdrücken von Gefühlen stumpft das Kind (teilweise auch extrem) ab – oder es wird zu einem Rebell, der zu schnell „zu viel“ fühlt und seine Gefühle nicht auf gesunde Art und Weise verarbeiten kann.

Gefühle sind bei Kinder enorm wichtig: Sie spielen eine entscheidende Rolle in der Entwicklung. Vor allem müssen die Sprösslinge verstehen, dass Gefühle eine wichtige Botschaft übermitteln und wichtig sind, um mit seiner Umwelt in Verbindung zu treten. Das strikte Abstumpfen führt sogar eher dazu, dass Kinder psychopathische Züge entwickeln.

Bildquelle: © LIGHTFIELD STUDIOS – Fotolia.com

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