Obwohl sie mittlerweile etwa 20 Prozent der Familien in Deutschland ausmachen, scheint das Land ihnen den Rücken zu kehren: Die Armut unter den Alleinerziehenden ist erschreckend hoch. Und dennoch hat man den Eindruck, dass eine wirkliche Besserung nicht absehbar ist…

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Weniger Lohn, öfter Hartz IV, weniger Antrieb

Es ist eine erschreckende Abwärtsspirale der Armut, der sich mittlerweile auch viele Alleinerziehende machtlos hingeben müssen. Denn auch, wenn viele Alleinerziehende trotz aller Umstände berufstätig sind, so ist eine große Anzahl von ihnen trotz der niedrigen Löhne auf zusätzliche Sozialhilfe angewiesen. Die Niedriglöhne sorgen zu dem Problem, dass Personen, die Hartz IV beziehen, zunehmend den Antrieb verlieren, irgendwann wieder arbeiten zu gehen.

Eine Studie des Instituts für Weltwirtschaft kam zu dem Ergebnis, dass Alleinerziehende mit Kindern zu den Hartz-IV-Beziehern einen recht geringen Lohnabstand vorweisen. Insbesondere dann, wenn sie eine unzureichende berufliche Qualifikation aufweisen können. Nach der Studie verlieren Alleinerziehende somit regelrecht den Anreiz, sich eine reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu suchen.

Probleme auch im Steuer- und Sozialversicherungssystem

Nicht nur das Thema Niedriglohn ist ein Problem bei den Alleinerziehenden. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigte beispielsweise, dass neben den Kosten für die Kinderbetreuung auch das Steuer- und Sozialversicherungssystem die Situation der Alleinerziehenden nicht zu berücksichtigen scheint. Zwar sieht das System bestimmte Ausgleichsmechanismen für Eheleute vor, doch was passiert nach einer Trennung?

Verheiratete kommen in den Genuss bestimmter Vorteile – insbesondere auch steuerlicher Natur. Nach der Trennung ändert sich rein faktisch nicht sonderlich viel an der Arbeitskonstellation. Wenn beide Elternteile arbeiten, verdienen sie meist nach wie vor dasselbe Brutto. Allerdings ändert sich nach der Scheidung die Steuerklasse. Für den Elternteil, der die Kinder behält, kann das dann fatale Auswirkungen haben.

Zwar gibt es für Alleinerziehende den steuerlichen Entlastungsbetrag, doch kommt dieser bei vielen Betroffenen erst gar nicht zum Zuge. Denn um Steuern zu sparen, muss man erst einmal welche bezahlen. Dafür ist ein gewisses Einkommen notwenig, das längst nicht alle Alleinerziehende haben. Somit geht diese Maßnahme an einem Großteil der Alleinerziehenden beschämenderweise vorbei – und zwar ausgerechnet an denen, die die finanzielle Hilfe am dringendsten gebrauchen könnten…

Was muss sich ändern?

Am Ende wird es nicht der eine, großartige Beschluss sein, der für eine Verbesserung des Gesamtzustandes sorgen kann: Es ist notwendig, dass sich die Gesellschaft ganz anders mit dem Thema „alleinerziehend“ beschäftigt. Denn Fakt ist, dass immer mehr Familien aus nur einem Elternteil bestehen. Es ist eine Entwicklung der Gesellschaft, die deutlich mehr Akzeptanz finden muss.

Alleinerziehend zu sein sollte als etwas besonders Beachtenswertes angesehen werden. Man sollte entsprechende Unterstützung und vor allem auch Anerkennung für das erhalten, was man als Alleinerziehender Tag für Tag zu leisten hat. Das beginnt bei der sozialen Akzeptanz und endet bei einem würdigen Arbeitslohn, von dem man als Alleinerziehender sich selbst und sein Kind beziehungsweise seine Kinder versorgen kann.

Bildquelle: © Kitty – Fotolia.com

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