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Schon als Kind träumten Sie davon, später einmal eine Uniform zu tragen, für Recht und Ordnung zu sorgen, oder Ganoven dingfest zu machen? In dem Fall müssen Sie nicht einmal Karriere bei der Polizei machen. Als Zöllner / Zöllnerin tragen sie ebenfalls Uniformen, welche wie die eines Polzisten / einer Polizistin anmutet. Allerdings informiert der Schriftzug „Zoll“ auf der Berufsbekleidung darüber, welchen Beruf Sie tatsächlich ausüben.

Wir werden Sie in diesem Artikel über das Berufsbild Zöllner/in informieren und Wissenswertes über die Zoll-Ausbildung vermitteln!

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Was Sie über den Zoll-Dienst in Deutschland wissen sollten!

Der Zoll in Deutschland ist eine Behörde, die zum Bundesministerium der Finanzen (BMF) zählt, deren oberster Vorgesetzter der Finanzminister Dr. Wolfgang Schäuble ist. Rein traditionell ist die Zollverwaltung hauptsächlich mit der Abgabenverwaltung betraut, doch hat sie noch viele weitere wesentlich wichtige Aufgaben zu erfüllen. Zöllner und Zöllnerinnen sind für die Sicherung und Überwachung der Landesgrenzen zuständig. Sinn und Zweck ist es, die Wirtschaft zu schützen als auch die Bürger der BRD.

Zollbeamte kontrollieren (umgangssprachlich: filzen) Fahrzeuge und andere Transportmittel, Koffer (Reisegepäck) und Pakete, um auszuschließen, dass illegale Waren, Waffen, Drogen und Produktfälschungen oder Raubkopien ins Landesinnere geschmuggelt werden. Ebenso sichern die Beamten vom Zoll den Artenschutz, helfen bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung in der Bundesrepublik Deutschland.     

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Reisende, die aus dem Ausland Unmengen an Zigarettenstangen mitbringen, weil sie dort wesentlich preiswerter sind als in der BRD und jene nicht dem Zoll melden, die Ware also nicht verzollen lassen, machen sich strafbar. Wer Waren in großen Mengen am Zoll vorbeischleust, somit keine Zölle (wie die Zollgebühren genannt werden) bezahlt, um jene im Heimatland illegal zu verkaufen, wird gleichfalls zur Verantwortung gezogen, sobald die Zollbeamten ihm auf die Schliche kommen.       

Aufgabe der Zöllner und Zöllnerinnen an den Flughäfen ist es daher, zu überwachen, dass die Gebühren ordnungsgemäß entrichten werden. Sie kontrollieren ebenso die Container der Frachtschiffe, die im Hamburger Hafen einlaufen als auch die Cargo-Maschinen, welche Waren aus der großen weiten Welt in die BRD einfliegen. Die regelmäßigen Zollkontrollen tragen überdies zum Schutze der weltweit bedrohten Tierarten und immer seltener vorkommenden Pflanzenarten bei, die begehrte Schmugglerwaren sind.   

Allgemein sei festzuhalten, dass die Beamten / Beamtinnen im Zolldienst einen wichtigen Job ausüben, der überdies Zukunftspotenzial besitzt. Somit lohnt sich eine Zoll-Ausbildung für all jene Menschen, die beruflich einen Beitrag zum Schutze des Volkes als auch zur Sicherheit der Heimat leisten und zugleich die deutsche Wirtschaft stärken wollen.

Welche Zugangsvoraussetzungen sind für eine Zoll-Ausbildung notwendig?

Ihr Schulabschluss ist ausschlaggebend dafür, ob Sie eine Ausbildung im mittleren Zolldienst oder eine Berufsausbildung im gehobenen Zolldienst absolvieren können. Überdies müssen Sie die gesundheitlichen Anforderungen erfüllen, wenn Sie eine Zoll-Ausbildung anstreben und später im Staatsdienst bzw. in der Zollverwaltung tätig werden wollen.

Außerdem dürfen Sie weder vorbestraft sein, noch in „wirtschaftlichen ungeordneten“ Verhältnissen leben, weder Drogen konsumieren, alkoholabhängig sein oder gewalttätig. Abgesehen davon ist es wichtig, dass Sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, Deutsche oder Deutscher sind.

Der Artikel 116 / Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland besagt:

  • „(1) Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.
  • (2) Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern. Sie gelten als nicht ausgebürgert, sofern sie nach dem 8. Mai 1945 ihren Wohnsitz in Deutschland genommen haben und nicht einen entgegengesetzten Willen zum Ausdruck gebracht haben.“

Als angehende Zoll-Beamte sollten Sie:

  • jederzeit bereit sein, für die die freiheitlich demokratische Grundordnung Sorge zu tragen (wie sie im Grundgesetz der BRD verankert ist)
  • Teamfähig beweisen
  • flexibel sein
  • Engagement und Einsatzbereitschaft zeigen
  • in jeder Hinsicht mobil sein
  • Willensstärke und Durchsetzungsvermögen besitzen
  • verantwortungsbewusst handeln können
  • grundsätzlich bereit sein, Dienstbekleidung und Waffen zu tragen
  • bereit sein, im Schichtdienst zu arbeiten und Überstunden zu machen
  • Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen zeigen
  • kommunikativ und aufgeschlossen sein
  • in der Lage sein, gefährliche Situationen schnell einzuschätzen und Gefahren zu bannen
  • stets den Überblick bewahren, auch wenn es brenzlig wird
  • körperlich belastbar und emotional stabil sein
  • konzentriert und zielorientiert arbeiten können

Voraussetzungen für die Zoll-Ausbildung im mittleren Zolldienst

Wenn Sie einen Realschulabschluss oder einen gleichwertig anerkannten Schulabschluss vorweisen können, und alle weiteren Kriterien erfüllen, können Sie sich für eine Zoll-Ausbildung im mittleren Dienst bewerben. Ebenfalls haben Bewerber gute Chancen, die einen Hauptschlussabschluss vorweisen können und eine dienliche Berufsausbildung (z. B. im kaufmännischen Bereich) erfolgreich absolviert haben. Die Ausbildung im mittleren Zolldienst dauert 2 Jahre.

Voraussetzungen für die Zoll-Ausbildung im gehobenen Zolldienst

Sofern Sie Ihr Abitur in der Tasche haben, die vollständige Fachhochschulreife besitzen oder einen gleichwertigen Bildungsabschluss, stehen Ihre Chancen gut, eine Ausbildung im gehobenen Zolldienst zu absolvieren. Vorausgesetzt, Sie werden als geeigneter Bewerber eingeladen, am mündlichen und schriftlichen Auswahlverfahren teilzunehmen und können dort in allen Punkten überzeugen. 

Die Auszubildenden durchlaufen zunächst ein Einführungspraktikum, was ca. 1 Woche dauert, indem sie sich einen ersten Eindruck vom Berufsleben der Zöllner verschaffen können. Im Anschluss daran beginnt der Einführungslehrgang, der ca. 6 Monate dauert. Der theoretische Teil der Zoll-Ausbildung, also der Unterricht an sich, findet in den Ausbildungsstätten des Bildungs- und Wissenschaftszentrums der Bundesfinanzverwaltung statt.

Die zentrale Aus- und Fortbildungsstätte befindet sich in Münster (Bundesland Nordrhein-Westfalen). Weitere Zoll-Ausbildungsstätten sind in Plessow (einem Ortsteil der Stadt Werder in Brandenburg), in der Hansestadt Rostock (Bundesland Mecklenburg-Vorpommern) und in Sigmaringen (Bundesland Baden-Württemberg) gelegen.

Zum Abschluss des Einführungslehrgangs müssen die Zoll-Auszubildenden eine Zwischenprüfung ablegen, die aus 3 schriftlichen Prüfungsaufgaben besteht. Im Anschluss folgt das Ausbildungspraktikum, was 12 Monate dauert. Die praktische Ausbildung kann in den Zolldienststellen absolviert werden, welche dem Ausbildungshauptzollamt des jeweiligen Bezirkes im entsprechenden Bundesland zugeordnet sind.

Während dieser Zeit finden berufsbegleitende Lehrveranstaltungen in den jeweiligen Ausbildungsstätten des BWZ statt, die abschließend mit Klausuren einhergehen.

Der Abschlusslehrgang der Zoll-Ausbildung nimmt ebenfalls noch einmal 6 Monate in Anspruch. Zu den Unterrichtsinhalten zählen hauptsächlich die rechtlichen Dinge, die angehende Zollbeamte unbedingt wissen. So werden die Auszubildenden mit dem Vollzugsrecht vertraut gemacht, mit dem Verbrauchssteuerrecht, dem allgemeinen Steuerrecht als auch mit dem Vollstreckungsrecht.

Weitere Unterrichtsinhalte des Abschlusslehrgangs beschäftigen sich mit dem Strafrecht, dem Sozialversicherungsrecht, dem Recht der Ordnungswidrigkeiten, dem Ausländerrecht und dem Recht des grenzüberschreitenden Warenverkehrs.

Gleichwohl findet ein Sporttest statt, der eine von vielen Voraussetzungen angehende Zöllner / Zöllnerinnen sind, die eine Tätigkeit in jenen Bereichen der Zollverwaltung ausüben, in denen sie Waffen tragen müssen. Den krönenden Abschluss des Lehrgangs bildet die Laufbahnprüfung, die aus einer mündlichen und vier schriftlichen Prüfungen besteht.       

Was Sie sonst noch wissen sollten, wenn Sie im Verwaltungsdienst der Zollverwaltung tätig werden möchten:

Wenn Sie Ihre Zoll-Ausbildung erfolgreich bestanden haben und im Verwaltungsdienst der Zollverwaltung tätig werden, sind Sie als Bundesbeamtin oder Bundesbeamter so etwas wie ein „Aushängeschild“. Sie repräsentieren als Zoll-Beamter sozusagen die Bundesrepublik Deutschland. Diesbezüglich kommt es nicht nur auf Ihren persönlichen Einsatz, Ihr Wissen und Ihre Funktion an, sondern gleichfalls auf Ihr äußeres Erscheinungsbild.    

Gegen Körperschmuck – dazu zählen seit vielen Jahren auch Tätowierungen und Piercings, Flesh Tunnel (Tunnel-Ohrringe) und Flesh Plugs als auch sogenannte Brandings – spricht an sich nichts. Jedoch sollten Sie wissen, dass in diesem Berufsfeld gewisse Regeln gelten. Sofern Sie an nicht sichtbaren Stellen gepierct sind oder Tattoos besitzen, die somit nicht erkenntlich sind, steht Ihrer Karriere im Zoll-Dienst nichts im Weg.

Insbesondere sollten Sie an sichtbaren Körperstellen (an den Handgelenken, Armen, im Gesicht, im Schulter-Halsbereich und am Kopf) keinen Körperschmuck tragen. Anderenfalls kann es sein, dass Sie nicht im Zolldienst eingestellt werden.

Abgesehen davon müssen Sie wissen, dass Sie auch dann keine Chancen haben, als Zoll-Beamter tätig zu werden bzw. eine Zoll-Ausbildung zu absolvieren, wenn Ihre Tätowierungen oder Brandings Kennzeichen von verfassungsfeindlichen Organisationen darstellen, rechtsradikale Hintergründe haben oder Motive zeigen, die gezielt ausländerfeindlich sind.

Diese Art von Körperschmuck ist selbst dann nicht erwünscht, wenn er sich an nicht sichtbaren Stellen Ihres Körpers befindet, da Sie somit dem Ansehen der BRD schaden (diesbezüglich wird von einer gravierenden Ansehensschädigung gesprochen).

Ansehensschädigende Körperschmuck-Motive sind zum Beispiel:

  • Tätowierungen und Brandings, die sowohl rechts- oder linksradikal als auch extremistisch sind
  • eindeutig entwürdigende Tattoo-Motive
  • Tätowierungen, die sexistisch oder geschlechtsspezifisch bzw. in jeglicher Art diffamierend sind
  • gewaltverherrlichende Motive und Tattoos oder Brandings, die ausländerfeindlich oder hetzerisch sind

Tipp:

Möchten Sie sich um einen Zoll-Ausbildungsplatz bewerben, sollten Sie rechtzeitig (mindestens ein halbes Jahr vorher) Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen bei jener Bundesfinanzdirektion einreichen in deren Bezirk sich das Hauptzollamt befindet, welches Sie bevorzugen.

Bildquelle: © Andreas Scholz – Fotolia.com

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