Wie tickt mein Tier? Eine der vielen Fragen, der die Tierpsychologie nachgeht. Doch wer stellt da eine fundierte Diagnose? Der Tierarzt, die Tierarzthelferin? Oder doch der Tierpsychologe? Wie kann man Tierpsychologe werden und wie qualitativ sind die Diagnosen von Tierpsychologen? Gibt es überhaupt waschechte Tierpsychologen? Wir haben uns dieses interessanten Themas angenommen und ergründen im heutigen Artikel die Tierpsychologie – ein tierisch interessantes Thema!

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Übersicht:

  • Geschichte der Tierpsychologie
  • Tierpsychologie vs. Psychologie
  • Tierpsychologie Ausbildung
  • Tierpsychologie vs. Psychologie II
  • Tierpsychologe werden
  • Aufpassen bei Scharlatanen!
  • Und trotzdem: Tierpsychologie boomt in Deutschland
  • Tierpsychologie auf den Hund gekommen?
  • Viele Patienten tatsächlich Hunde
  • Was machen die modernen Tierpsychologen?
  • Ausbildung in der Tierpsychologie
  • Gehalt Tierpsychologie

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Geschichte der Tierpsychologie

Natürlich, auch Tiere haben eine Psyche, heute wissen wir das, aber in früheren Jahrhunderten waren sich die Menschen da gar nicht so sicher. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich aber eine Wissenschaft auf dem Gebiet, die grundsätzlich von einer tierischen Psyche ausging, ähnlich der der menschlichen Psychologie. Zwischenzeitlich – in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – war die Tierpsychologie sogar Teil einiger „normaler“ Psychologie-Studiengänge. Heute wird der Begriff unterschiedlich bewertet.

Tierpsychologie vs. Psychologie

Vor allem die klassischen Psychologen wehren sich richtiggehend dagegen, die Tierpsychologie mit ihrer Profession gleichzusetzen. Sie empfinden den Bestandteil „Psychologie“ in der „Tierpsychologie“ als wenigstens fragwürdig, da man bei Tieren nicht das Bewusstsein und das Erleben ergründen kann, sondern eben nur das (tierische) Verhalten.

Daher sind auch verwandte Begriffe, bzw. Synonyme wie früher „Ethologie“, heute „Verhaltensbiologie“ oder „Veterinärpsychologie“ bekannt.

Tierpsychologie Ausbildung

Die Tierpsychologie wird also durchaus gemischt betrachtet und bewertet, was gleichzeitig Ursache und Folge dafür sein kann, dass sich die Tierpsychologie nie so richtig als anerkannter Ausbildungsberuf durchsetzen konnte. Wege zur Ausbildung zum Tierpsychologen sind zum Beispiel die über die Veterinärmedizin, sprich Tierarzt. Hier ist es möglich, eine Zusatzausbildung in der Verhaltensmedizin zu absolvieren.

Tierpsychologie vs. Psychologie II

Eine Ausbildung im Zuge der Psychologie ist nicht gängig und die Psychologie möchte nicht nur nicht mit der Tierpsychologie in Verbindung gebracht werden. Auch ein Abschluss in „Tierpsychologie“ wäre nicht möglich, da sowohl die Berufsbezeichnung „Psychologe“, als auch der akademische Grad Diplom-Psychologe in Deutschland gesetzlich geschützt sind. In der Bundesrepublik darf es also keinen Abschluss in einem fiktiven Fach „Diplom-Tierpsychologie“ geben, da dann Verwechslungsgefahr bestünde.

Tierpsychologe werden

Aber wie kann man dann überhaupt Tierpsychologe werden? Vielleicht dem leicht blockierten Weg des Karrierepfades an den Universitäten geschuldet, kann hier in Deutschland theoretisch jedermann Tierpsychologe werden, bzw. sich so nennen. Im krassen Gegensatz zum „Psychologen“ ist nämlich die Bezeichnung „Tierpsychologe“ keinesfalls gesetzlich geschützt, weshalb sich eigentlich jeder diese Berufsbezeichnung verpassen darf.

Aufpassen bei Scharlatanen!

Dementsprechend ist die Zahl der (selbst ernannten) Tierpsychologen in Deutschland ziemlich hoch – gleichzeitig niedrig ist aber auch oft die Qualität ihrer Dienstleistungen, also aufgepasst! Oftmals sind unter den Tierpsychologen Menschen, die selbst Haustiere haben oder mal als Tierpfleger gearbeitet haben, und die sich nun als qualifizierter Tierpsychologe empfinden. Oft bringen Menschen hoffnungsvoll ihre Lieblinge zu solchen vermeintlichen Scharlatanen, nur, um dort enttäuscht zu werden.

Und trotzdem: Tierpsychologie boomt in Deutschland

Und trotz dieser schwarzen Schafe unter der Tierpsychologen, trotz des leicht unprofessionellen Klischees, das der Tierpsychologie anhaftet, sind entsprechende Dienstleister gefragt. Haustiere sind vor allem in Deutschland der Menschen beste Freunde und zudem haben hierzulande verschiedene TV-Sendungen den Hype um die moderne Tierpsychologie anfachen können.

Tierpsychologie auf den Hund gekommen?

Nach dem Vorbild entsprechender prominenter TV-Tierpsychologen unternehmen auch immer mehr selbstständige Dienstleister alles, um tierische Probleme zu lösen. Vor allem Hunde-Trainer und Coaches haben Hochkonjunktur, bringen den Vierbeinern bei, besser zu gehorchen und den menschlichen Besitzern besser zu folgen. Gleiches gilt zum Teil auch für andere Tiere, wie zum Beispiel Pferde, während aber bei vielen anderen Tieren, wie Katzen, Nagern oder gar Fischen kein Ansatz der tierpsychologischen Arbeit Fürchte zeigen dürfte.

Viele Patienten tatsächlich Hunde

So sind es vor allem die besten Freunde des Menschen, die Hunde, die sich – als fester Bestandteil des menschlichen Lebens – oftmals tierpsychologischen Therapien unterziehen müssen. In Hundeschulen, bei „alternativen Tierheilern“ oder „Tiertherapeuten“ lernen sie, wie man Sitz und Platz macht, aber auch, ihre tatsächlich psychologischen Probleme in den Griff zu bekommen. Immer in Zusammenarbeit mit den Frauchen und Herrchen, lernen die Hunde, weniger zu bellen, weniger aggressiv zu sein oder besser mit Artgenossen auszukommen.

Was machen die modernen Tierpsychologen?

Wer will, kann hier tatsächlich einen psychologischen Ansatz erkennen, denn oftmals sind Hunde gestresst, vernachlässigt oder haben in ihren jungen Jahren Gewalt erfahren. Hier gilt es für den Tierpsychologen, über das Verhalten des Hundes dessen Probleme zu erkennen und über mehr oder weniger allgemein anerkannte Methoden zu bewältigen. Da meistens hier auch das Verhältnis zum Bezugsmenschen im Mittelpunkt steht, entwickelt die Tierpsychologie hier eine ganz eigene Dynamik, die zwischen Mensch und anvertrautem Tier.

Ausbildung in der Tierpsychologie

In Deutschland geht es oft um die Hund-Mensch-Beziehung, doch auch andere Tiere weisen bestimmte Verhaltensmuster auf, für die es Lösungsansätze gibt. Diese und weitere Aspekte der Tierpsychologie können zum Beispiel an Fernuniversitäten erlernt werden. Ein Fernlehrgang Tierpsychologie vermittelt etwa Wissen in der Verhaltenstherapie, der Tierhaltung oder auch Tierheilkunde. Anbieter sind Fernuniversitäten, private Berufsakademien oder auch einige Fachhochschulen.

Gehalt Tierpsychologie

Da die Verhältnisse in der Tierpsychologie sehr unterschiedlich und ungeregelt sind, ist es auch schwierig, eine Prognose über ein mögliches Gehalt als Tierpsychologe zu stellen. Sicherlich sind es nicht nur vermeintliche Hunde-Coaches, die mit der Tierpsychologie als Weiterbildung weiterkommen. Auch Hundeführer bei der Polizei kommen damit weiter, ebenso wie Trainer für Blindenhunde, Tierärzte, Tierpfleger oder Tierarzthelfer/innen. Sie alle können mit einer entsprechenden Weiterbildung ihre Qualifikation und damit potentiell auch das Gehalt erhöhen.

Bildquelle: © George Dolgikh – Fotolia.com

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