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Eine professionelle Physiotherapie ist für jene Menschen sehr wichtig, deren Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt ist und wiederhergestellt bzw. verbessert werden muss. Die Physiotherapie war in Deutschland bis zum Jahr 1994 unter dem Begriff Krankengymnastik bekannt.

Interessieren Sie sich für eine Physiotherapie-Ausbildung? In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über diesen abwechslungsreichen Gesundheitsfachberuf wissen müssen!

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Physiotherapeut/in ist kein eigenständiger Heilberuf

Die Physiotherapie beinhaltet mehr als reine Krankengymnastik. In diesem Gesundheitsfachberuf stehen hauptsächlich die spezifischen Behandlungsmethoden im Vordergrund, die individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Patienten (bzw. dessen körperlichen Einschränkungen) abgestimmt werden. Hauptsächlich kommen bei der Physiotherapie äußerliche Anwendungen von Heilmitteln zum Einsatz, zu denen u.a. auch Massagen zählen.

Physiotherapeuten in Deutschland können nicht ohne Weiteres Patienten behandeln, da es sich um keinen eigenständigen Beruf bzw. Heilberuf handelt. Erst wenn Fachärzte die medizinische Notwendigkeit einer Physiotherapie für erforderlich halten und ein Rezept dafür ausstellen, kann eine physiotherapeutische Behandlung vorgenommen werden.

Weder Sporttherapeuten, Sportwissenschaftler noch Sportlehrer/innen dürfen das „Heilmittel Krankengymnastik“ erbringen. Gleich gar nicht können sie diese Leistungen abrechnen, da sie in der Regel keine Zulassungsvoraussetzung als Physiotherapeut besitzen. Wer in der Physiotherapie arbeiten möchte, muss eine staatlich anerkannte Ausbildung absolviert haben.

Was Sie wissen sollten, bevor Sie eine Physiotherapie Ausbildung in Erwägung ziehen!

Weil es sich bei der Physiotherapie Ausbildung um eine rein schulische Lehre handelt, die an einer Berufsfachschule für Physiotherapie absolviert werden muss, erhalten Sie als Lehrling während der gesamten Ausbildungszeit kein Berufsausbildungsgehalt.

Der Umstand, dass für auszubildende Physiotherapeuten kein rechtlicher Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung besteht, ist zwar ärgerlich, doch er sollte für Sie nicht der ausschlaggebende Grund sein, sich gegen diesen interessanten, abwechslungsreichen und wichtigen Gesundheitsfachberuf zu entscheiden.

Weiterhin sollten Sie wissen, dass für eine Physiotherapie Ausbildung an einer öffentlichen Berufsfachschule kein Schulgeld erhoben wird. Anders sieht es hingegen aus, wenn die Lehre zum Physiotherapeuten an einer privaten Fachschule absolviert wird.

In diesem Fall müssen die Auszubildenden Schulgeld bezahlen, über dessen Höhe sie sich im Vorfeld erkundigen sollten. Ebenso werden – wie in der allgemeinen Schulzeit auch – in jedem Lehrjahr Gebühren für Schulbücher / Fachliteratur und diverse Unterrichtsmaterialien fällig. Auch können gegebenenfalls Kosten für die Prüfungen anfallen.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, für die Physiotherapeuten Ausbildung Fördergelder zu erhalten. Vielen Leuten ist nicht bewusst, dass nicht nur Studenten, sondern auch Auszubildende während ihrer Ausbildungszeit finanzielle Hilfe in Anspruch nehmen können. Azubis erhalten während der kompletten Ausbildungszeit eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB), die jedoch beantragt werden muss.

Diesbezüglich sollten Sie wissen, dass nur dann ein Anspruch auf BAB besteht, wenn Sie während Ihrer Ausbildung zum Physiotherapeuten nicht bei Ihren Eltern wohnen, sondern sich selbst versorgen müssen, eine eigene Wohnung besitzen oder in einem Zimmer zur Untermiete wohnen. Zudem ist ein abgeschlossener Ausbildungsvertrag vorzuweisen, wenn Sie einen Berufsausbildungshilfe-Antrag stellen.

Möchten Sie von Zuhause aus Geld verdienen?

Die Höhe der BAB hängt von verschiedenen Kriterien ab. Der genaue Betrag ist abhängig von Ihrem eigenen Einkommen, dem Ihrer Eltern und dem des Partners, sofern Sie mit ihm zusammenleben oder bereits verheiratet sind. Ferner wäre es möglich, während der schulischen Ausbildung zum Physiotherapeuten BAföG zu beantragen. Lassen Sie sich bezüglich der möglichen Fördergelder beraten.

Voraussetzungen für die Ausbildung des Gesundheitsfachberufes

In der BRD wird die Ausbildung des Gesundheitsfachberufes zum Physiotherapeuten seit dem Jahr 1994 durch das MPhG (Masseur- und Physiotherapeutengesetz) geregelt. Wer in Deutschland eine Ausbildung zum Physiotherapeuten absolvieren möchte, muss die dafür vorgesehenen Zugangsvoraussetzungen erfüllen. Was bedeutet, dass Schulabgänger mit dem Berufswunsch Physiotherapeut/in mindestens den mittleren Bildungsabschluss besitzen sollten, der auch als „mittlere Reife“ bezeichnet wird.

Hinweis:

In den deutschen Bundesländern gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für den „mittleren Schulabschluss“. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zum Beispiel ist damit der Realschulabschluss gemeint, während im Bundesland Rheinland-Pfalz der qualifizierte Sekundarabschluss für die „mittlere Reife“ steht.   

Wer Abitur gemacht hat, kann ebenfalls eine Ausbildung zum Physiotherapeuten beginnen bzw. ein duales Studium anstreben. Doch auch junge Menschen mit Hauptschulabschluss können in der Berufsfachschule eine Physiotherapie-Ausbildung machen, sofern sie bereits eine zweijährige Lehre erfolgreich abgeschlossen haben.

In einigen Berufsfachschulen wird überdies erwartet, dass die Bewerber/innen ein vorangegangenes Fachpraktikum absolviert haben. Neben den Zugangsvoraussetzungen sind noch andere Voraussetzungen wichtig, um diesen abwechslungsreichen und schönen Gesundheitsfachberuf (die frühere Bezeichnung dafür lautete Heilhilfsberuf) ausüben zu können. 

In erster Linie sollte das Interesse am menschlichen Körper und der Funktionsweise des Bewegungsapparates vorhanden sein. Wer im Schulfach Biologie mit besten Noten punkten kann, hat bereits gute Chancen. Ebenso hervorragend sollten die Schulnoten in den Fächern Deutsch und Sport sein.

Das medizinische Verständnis ist nicht alles, was von angehenden Physiotherapeuten erwartet wird. Sehr bedeutsam ist gleichfalls die eigene körperliche Fitness. Schlussendlich sollen die Auszubildenden später einmal Patienten wieder „auf die Beine“ bringen, weshalb es ohne sportliche Betätigung nicht geht.

Gesundheitsbewusste Sportskanonen bringen die besten körperlichen Voraussetzungen für den Physiotherapie-Beruf mit, die durch ein medizinisches Attest belegt werden müssen, was zwingend erforderlich ist.

Zu den Grundeigenschaften angehender Physiotherapeuten gehören unbedingt:

  • Aufgeschlossenheit und Kommunikationsbereitschaft
  • Empathie
  • Reflexion
  • Geduld und Ausdauer

Die Fähigkeiten, auf Menschen (Patienten) freundlich zuzugehen, sie trösten als auch motivieren und anspornen zu können, sind gleichfalls sehr wichtig. Wer in der Physiotherapie tätig werden möchte, sollte zudem Interesse an der Sozialberatung haben.

Die Physiotherapie Ausbildung

Die Ausbildung zum Physiotherapeuten (zur Physiotherapeutin) findet nicht dual statt, sondern an einer Berufsfachschule für Physiotherapie statt. Es handelt sich demnach um eine schulische Lehre, deren Dauer in der Regel 3 Jahre beträgt.

Damit die Auszubildenden die im theoretischen Unterricht erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Praxis anwenden können, nehmen sie an praktischen Übungen teil, die während der Ausbildungsdauer regelmäßig in Krankenhäusern, Kliniken oder Fachpraxen stattfinden, welche an die entsprechenden Berufsfachschulen gekoppelt sind. Dort werden sie vom Fachpersonal begleitet und lernen die unterschiedlichsten Behandlungsmethoden kennen.

Zu diesen zählen zum Beispiel:

  • Bewegungsübungen, Dehnungsübungen
  • Krankengymnastik
  • Massagen
  • Atemübungen / Atemtechnik
  • Schmerzbehandlungen
  • Lichttherapie
  • Strahlen- und Wärmetherapie

Ebenso werden angehende Physiotherapeuten während der Ausbildungszeit darauf vorbereitet, wie sie später Patienten helfen können, deren Bewegungsapparat eingeschränkt ist. Sie erfahren, wie gegen Verschleiß vorgebeugt werden kann, welche Verletzungen und Schäden des menschlichen Körpers es gibt und wie jene behandelt, geheilt oder weitestgehend verbessert werden können.

Die Auszubildenden zum Physiotherapeuten werden grundlegend geschult, damit sie in der Lage sind, Schmerzzustände zuzuordnen als auch Störungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates zu analysieren. Sie stellen gemeinsam mit den Ärzten im praktischen Teil der Fachberufsausbildung Behandlungs- und Therapiepläne auf.

Am Ende der 3-jährigen Physiotherapie Ausbildung legen die Auszubildenden eine staatliche Prüfung ab. Jene besteht aus einem mündlichen und schriftlichen Teil sowie aus einem umfangreichen Praxistest. Wer die Prüfung mit Bravour bestanden hat, darf sich fortan „staatlich anerkannter Physiotherapeut“ nennen. 

Was können staatlich anerkannte Physiotherapeuten verdienen?

Nach Beendigung der Ausbildung und erfolgreich bestandener Abschlussprüfung können staatlich anerkannte Physiotherapeuten mit einem Einstiegsgehalt rechnen, was sich monatlich zwischen 1.600,00 Euro bis 2.600,00 Euro brutto bewegt. Der exakte Verdienst ist von verschiedenen Kriterien abhängig.

Es kommt einerseits auf das entsprechende Bundesland an, in dem Sie als Physiotherapeut in tätig werden als auch auf Ihren Arbeitgeber und auf die Art des Beschäftigungsverhältnisses. Staatlich anerkannte Physiotherapeuten können als Angestellte in privaten Praxen tätig werden, im öffentlichen Dienst oder im Bereich der Physiotherapie auf selbstständiger Basis arbeiten.      

Arbeiten Sie als ausgebildeter und staatlich anerkannter Physiotherapeut im öffentlichen Dienst, werden Sie lt. TvöD (Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes) in die Gehaltsstufe 7 eingeordnet und können mit einem Einstiegsgehalt rechnen, was bei ca. 2.100,00 Euro brutto pro Monat liegt.

Sofern Sie dieser Entgeltgruppe angehören, wird Ihr monatliches Bruttoeinkommen im Laufe der Berufsjahre steigen, in denen Sie als staatlich anerkannter Physiotherapeut im öffentlichen Dienst tätig sind. Mehr zum Thema Gehalt, Lohn bzw. Verdienst in der Physiotherapie können Sie diesem Artikel entnehmen. Link:  http://www.heimarbeit.de/physiotherapeut-gehalt-lohn-und-verdienst/

Bildquelle: © WavebreakmediaMicro – Fotolia.com

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